Energiekontor Aktie: Holtumer Moor mit 7 Megawatt am Netz
Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 08:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bremer Windkraft-Spezialisten haben ein Problem: Immer mehr Shortseller setzen gegen die Aktie. Der Kurs liegt bei rund 37 Euro. Das Management wehrt sich jetzt offiziell gegen diese Entwicklung.
Im gesamten Sektor der erneuerbaren Energien bauen Leerverkäufer derzeit Positionen auf. Ab einer Schwelle von 0,5 Prozent müssen solche Netto-Leerverkaufspositionen im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Energiekontor pocht auf diese Transparenzregeln.
Das Unternehmen selbst sieht sich fundamental gut aufgestellt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 14. Die Dividendenrendite beträgt rund 2,1 Prozent. Beides sind moderate Werte.
Der Windpark-Ausbau läuft
Trotz der Kursschwäche setzt der Konzern seine strategische Expansion fort. Der Windpark Holtumer Moor in Niedersachsen ging mit 7 Megawatt Leistung ans Netz. Damit wuchs der Eigenbestand auf rund 455 Megawatt.
Das Ziel bleibt ehrgeizig: Über 680 Megawatt sollen es in den kommenden Jahren sein. Projekte mit mehr als 230 Megawatt befinden sich im Bau. Sie werden nach und nach in den Eigenbestand überführt.
Den Optimismus untermauert die Jahresprognose: Bereits im Mai bestätigte Energiekontor, dass das operative Geschäft im Rahmen der Erwartungen für 2026 verlaufe. An der Prognose hält der Vorstand fest.
Parallel dazu strafft das Unternehmen die Kapitalstruktur. 47.314 eigene Aktien zog Energiekontor im Juni ein. Die Zahl der ausstehenden Stimmrechte sank auf knapp 13,9 Millionen. Solche Maßnahmen steigern den Gewinn je Aktie für die verbleibenden Aktionäre.
Analysten sehen Luft nach oben
Die Kursverluste verunsichern die Analysten nicht. Mehrere Bankhäuser halten an ihren Kaufempfehlungen fest. Die Zielkurse decken eine breite Spanne ab:
- M.M. Warburg: 77 Euro
- Metzler Capital Markets: 70 Euro
- First Berlin Equity Research: 66 Euro
- DZ Bank: 59 Euro
Die Analysten verweisen auf die robuste Projektpipeline. Ende März umfasste sie ein Volumen von über 650 Megawatt in Bau oder Bauvorbereitung. Das dürfte in den kommenden Monaten für positive Impulse sorgen.
Der Blick richtet sich nun auf die zweite Jahreshälfte. Die Taktung im britischen Markt und Fortschritte bei Netzanschlussparametern sind entscheidend. Der Halbjahresfinanzbericht 2026 erscheint voraussichtlich im August. Eine weitere Zwischenmitteilung folgt im November.
Ob die Aktie nach den starken Verlusten im Juni eine Wende schafft, hängt davon ab, ob es weitere Vollzugsmeldungen im Projektgeschäft gibt.
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