Endesa Aktie: Prognose deutlich angehoben
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 14:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Gewinnsprung von 41 Prozent reicht offenbar nicht - Endesa hat seine Zahlen zum ersten Halbjahr veröffentlicht und direkt die eigene Jahresprognose angehoben. Der spanische Versorger nähert sich damit seinem Rekordhoch an der Madrider Börse.
Gewinn wächst schneller als der Umsatz
Der Nettogewinn kletterte im ersten Halbjahr auf 1,47 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie stieg um 46 Prozent auf 1,44 Euro. Das EBITDA legte um rund 20 Prozent auf 3,24 Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis (EBIT) wuchs sogar um 31,4 Prozent auf 2,094 Milliarden Euro. Der Umsatz blieb mit knapp 11 Milliarden Euro dagegen fast unverändert - das Wachstum kam also praktisch komplett aus höherer Effizienz und einem besseren Ergebnismix, nicht aus mehr Geschäftsvolumen.
Besonders das zweite Quartal stach heraus: Der Nettogewinn lag bei 755 Millionen Euro und damit rund 17 Prozent über den Erwartungen der Analysten. Die Vertriebssparte lieferte hier den größten Beitrag - ihr EBITDA verdoppelte sich nahezu von 259 auf 443 Millionen Euro, unterstützt durch bessere Margen und sinkende Energiebeschaffungskosten.
Regulierte Geschäfte werden zum Stabilitätsanker
Der Anteil regulierter Aktivitäten am Gesamt-EBITDA stieg von rund 40 auf etwa 50 Prozent. Das Netzgeschäft allein wuchs um 24 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, gestützt vom neuen Regulierungsrahmen seit Jahresbeginn. Die Nicht-Festland-Erzeugung profitierte zusätzlich von einem günstigen Gerichtsurteil zur historischen Brennstoffvergütung und trug rund 200 Millionen Euro zum Ergebnis bei.
Rückenwind kommt auch aus Madrid: Ein am Dienstag verabschiedetes Königliches Dekret erhöht die Investitionsobergrenze für den Netzausbau zwischen 2027 und 2030 auf 10,2 Milliarden Euro - deutlich mehr als die zunächst vorgesehenen 7,7 Milliarden Euro. Für Endesa, dessen Strategie stark auf Netzinvestitionen setzt, ist das ein handfester regulatorischer Vorteil.
Höhere Ziele, laufender Aktienrückkauf
Das Management erwartet nun ein Netto-Ergebnis von deutlich über 2,4 Milliarden Euro für das Gesamtjahr - oberhalb der ursprünglichen Zielspanne. Mehr als 60 Prozent des Jahres-EPS-Ziels waren nach eigenen Angaben bereits im ersten Halbjahr erreicht.
Parallel läuft das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm weiter: Bis Ende Juni war mehr als die Hälfte des zwei Milliarden Euro schweren Volumens umgesetzt, seit dem 15. Juli läuft eine weitere Tranche über 500 Millionen Euro. Eine Verlängerung des Programms steht derzeit nicht zur Diskussion.
Die Aktie reagierte mit einem Anstieg auf rund 41,50 Euro und damit nahe ihrem 52-Wochen-Hoch - über das vergangene Jahr summiert sich der Kursgewinn auf rund 68 Prozent. Den nächsten strategischen Meilenstein setzt Endesa für Anfang 2027: Auf einem Capital Markets Day soll dann ein neuer Investitionsplan vorgestellt werden, der die aktuellen regulatorischen Spielräume berücksichtigt.
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