ENCOS, Serienfertigung

ENCOS startet Serienfertigung von Roboter-Hand für humanoide Roboter

07.01.2026 - 08:53:12

Der chinesische Roboterhersteller ENCOS hat die Massenproduktion seiner hochkomplexen Roboterhand aufgenommen. Dies könnte ein zentrales Hindernis für den kommerziellen Einsatz humanoider Roboter beseitigen.

Der chinesische Roboterhersteller ENCOS hat die Serienfertigung seiner hochkomplexen Roboter-Hand EC-DexHand-5F aufgenommen. Damit könnte ein zentrales Hindernis für den kommerziellen Einsatz humanoider Roboter fallen.

Durchbruch bei der Feinmotorik

Bisher galten leistungsfähige Roboterhände als teuer und schwer herzustellen – ein echter Engpass für die gesamte Branche. ENCOS will diese „Dexterity-Bottleneck“ nun mit Massenproduktion überwinden. Das Unternehmen aus Nanjing gab den Start der Serienfertigung am 5. Januar bekannt, nachdem die Hand im April 2025 erstmals vorgestellt worden war.

Hinter dem Schritt steht eine etablierte Produktionsinfrastruktur. ENCOS lieferte 2025 bereits über 100.000 Roboter-Gelenkmodule aus und ist damit Marktführer in diesem Segment. Diese Erfahrung dürfte den schnellen Sprung von der Prototypen- zur Serienreife ermöglicht haben.

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Bionische Hand mit menschlicher Präzision

Was macht die EC-DexHand-5F so besonders? Sie imitiert die menschliche Hand mit 20 aktiven Freiheitsgraden. Jeder Finger und jedes Gelenk wird einzeln angesteuert und ist mit Kraftsensoren ausgestattet. So kann die Hand Objekte nicht nur greifen, sondern auch deren Druck dosieren und fein manipulieren.

Die Technik setzt auf ein modulares Antriebssystem: Motoren, Getriebe und Steuerungen sind in unabhängige Module integriert. Das soll wartungsfreundlicher und zuverlässiger sein als seilzugbetriebene Systeme, die zum Nachlassen neigen. Mit einer größenproportionalen menschlichen Hand und der standardisierten EtherCAT-Schnittstelle passt sie nahtlos in bestehende humanoide Roboterplattformen.

Wettbewerb und Marktchancen

Mit der Serienfertigung tritt ENCOS in direkte Konkurrenz zu anderen Anbietern wie dem südkoreanischen Unternehmen Tesollo oder chinesischen Mitbewerbern wie Inspire Robots und Unitree Robotics. Das Unternehmen setzt auf seine etablierten „Joint-Technology-Transfer“-Fähigkeiten, um sich in Kosten und Zuverlässigkeit abzusetzen.

Die Verfügbarkeit bezahlbarer Hochpräzisionshände könnte den Einsatz humanoider Roboter deutlich beschleunigen – nicht nur in der Forschung, sondern auch in der industriellen Montage oder im Dienstleistungssektor. Beim weltweit ersten Halbmarathon für humanoide Roboter im April 2025 nutzten bereits über 50 Prozent der Teilnehmer Gelenkmodule von ENCOS.

Daten für KI-Training und kommerzielle Anwendungen

Langfristig erhoffen sich Experten einen weiteren Effekt: Mehr verfügbare Roboterhände bedeuten mehr Trainingsdaten für künstliche Intelligenzen. Je mehr Manipulationsdaten gesammelt werden können, desto leistungsfähiger werden die sogenannten „Embodied AI“-Modelle.

ENCOS will die seriengefertigten Hände sowohl an Forschungseinrichtungen als auch an kommerzielle Roboterhersteller liefern. Konkrete Preise nannte das Unternehmen zwar nicht, doch die Massenproduktion dürfte die Stückkosten deutlich senken. Damit rückt ein Ziel näher: der demokratische Zugang zu menschenähnlicher Roboter-Geschicklichkeit.

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