Empresas, Tricot

Empresas Tricot S.A.: Was die chilenische Mode-Aktie für DACH-Anleger spannend macht

24.02.2026 - 21:52:03 | ad-hoc-news.de

Die chilenische Modekette Empresas Tricot S.A. ist in Deutschland fast unbekannt, taucht aber zunehmend auf den Screens professioneller Emerging-Markets-Investoren auf. Lohnt sich für DACH-Anleger ein Blick auf diese Nischenaktie aus Lateinamerika?

Bottom Line zuerst: Die Aktie von Empresas Tricot S.A. (ISIN CL0002369651) bleibt ein sehr spezieller Nischenwert aus Chile, der sich vor allem für erfahrene DACH-Anleger mit Emerging-Markets-Fokus eignet. Für klassische deutsche Retail-Investoren ist sie schwer handelbar und aktuell weder in breiten Indizes noch in großen ETF-Portfolios vertreten.

Wenn Sie aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz investieren, stellt sich daher weniger die Frage "Kaufen oder nicht?", sondern: Wie passt dieses chilenische Mode-Retail-Papier überhaupt in ein DACH-Depot, das von Euro, DAX und Inflation geprägt ist? Was Sie jetzt wissen müssen...

Offiziellen Webauftritt von Empresas Tricot ansehen

Analyse: Die Hintergründe

Unternehmensprofil: Empresas Tricot S.A. ist eine chilenische Mode- und Textilhandelskette mit Fokus auf preisbewusste Kundinnen. Der Konzern betreibt Filialen vor allem in Chile und positioniert sich im Segment Fast Fashion und Alltagsmode mit stark lokaler Ausrichtung.

Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist wichtig: Tricot ist kein globaler Player wie H&M oder Inditex, sondern ein regionaler Retailer mit entsprechend höherem Länder- und Währungsrisiko. Genau diese Spezifik macht den Titel aber für einige institutionelle Anleger als Satellitenposition in Lateinamerika interessant.

Aktuelle Kurslage und Handelbarkeit

Nach Prüfung der gängigen Kursportale und Nachrichtenfeeds der letzten Tage zeigte sich: Es gab keine marktbewegenden Ad-hoc-Meldungen speziell für Empresas Tricot S.A. im europäisch-deutschen Nachrichtenumfeld. Auch klassische deutschsprachige Finanzportale widmen dem Titel kaum aktuelle Berichterstattung.

Ebenso wichtig: In Frankfurt, Xetra oder an der SIX Swiss Exchange ist die Aktie nicht regulär gelistet. Der Handel erfolgt primär in Santiago de Chile und in lokaler Währung (chilenischer Peso, CLP). Für Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Zugang daher meist nur über:

  • Auslandsorder bei der eigenen Hausbank oder einem spezialisierten Broker
  • Emerging-Markets-Fonds oder Lateinamerika-Fonds, sofern der Titel dort als kleinere Position enthalten ist
  • Einzelne internationale Broker mit direktem Zugang zur Börse in Santiago

Wichtig: Wegen niedriger Liquidität können Spreads deutlich breiter sein als bei DAX- oder MDAX-Titeln. Ordertypen wie Limit-Orders sind für DACH-Anleger praktisch Pflicht, um keine unerwartet schlechten Ausführungspreise zu erhalten.

Makroperspektive: Warum Chile für DACH-Anleger relevant ist

Chile gilt seit Jahren als eines der relativ stabileren Länder Lateinamerikas, steht aber politisch und sozial unter Druck, unter anderem mit Reformen im Renten- und Sozialsystem. Für ein Unternehmen wie Tricot hat das zwei zentrale Folgen:

  • Kaufkraft und Konsumlaune der lokalen Bevölkerung hängen stark von der konjunkturellen Entwicklung und der Inflationslage in Chile ab.
  • Währungsrisiko CLP/EUR: Selbst bei stabilen operativen Ergebnissen kann ein schwächerer chilenischer Peso Ihre Rendite als Euro-Anleger deutlich auffressen.

Für DACH-Investoren, die ohnehin bereits in exportorientierte DAX-Konzerne (etwa Adidas, Puma oder Zalando) investieren, stellt Tricot eher eine Spezialwette auf den lokalen chilenischen Konsum dar, nicht auf die weltweite Modebranche.

Geschäftsmodell im Vergleich zu DACH-Retailern

Im deutschsprachigen Raum kennen Anleger etablierte Namen wie Zalando, About You, H&M (über Stockholm), C&A oder stationäre Player wie Peek & Cloppenburg. Diese Firmen kämpfen mit:

  • Hohem Wettbewerbsdruck im Onlinehandel
  • Veränderungen im Konsumverhalten nach der Pandemie
  • Margendruck durch Retouren und Logistikkosten

Empresas Tricot dagegen ist deutlich stärker filialbasiert und im Preissegment für eher einkommensschwächere und mittlere Schichten aktiv. Das Unternehmen profitiert zwar vom Wunsch nach erschwinglicher Mode, ist aber auch anfällig für:

  • steigende Löhne und Mietkosten für Filialen in Chile
  • Wechselkursschwankungen bei importierter Ware, da Mode oft in US-Dollar fakturiert wird
  • mögliche soziale Spannungen, die den stationären Handel belasten können

Für DACH-Anleger, die bereits Erfahrung mit Titeln wie H&M, Inditex oder Boozt haben, ist Tricot somit eher ein konzentriertes Länder- und Geschäftsmodellrisiko, dafür aber mit potenziell höheren Schwankungen und damit Chancen.

Regulatorik: Was DACH-Anleger beachten müssen

Für Anleger in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gelten bei einem Investment in Empresas Tricot S.A. vor allem folgende Punkte:

  • Steuern: Kursgewinne werden wie gewohnt als Kapitalerträge behandelt. In Deutschland unterliegt der Gewinn der Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer, in Österreich und der Schweiz den jeweiligen nationalen Vorschriften.
  • Quellensteuer: Für Dividenden aus Chile kann eine chilenische Quellensteuer anfallen. Je nach Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Chile und dem jeweiligen DACH-Land kann ein Teil dieser Steuer anrechenbar sein. Hier lohnt der Blick in die Unterlagen des eigenen Brokers.
  • MiFID II / PRIIPs: Da es sich um eine Einzelaktie handelt, sind keine standardisierten PRIIP-KIDs wie bei strukturierten Produkten erforderlich. Dennoch ist die Risikoklassifizierung beim Broker entscheidend, ob die Aktie für Retail-Kunden überhaupt freigeschaltet wird.

Insbesondere in Deutschland achten BaFin-regulierte Broker verstärkt auf die Geeignetheit und Angemessenheit von Produkten. Emerging-Markets-Einzelaktien können daher mit höheren Einstufungen im Risiko-Score versehen sein.

Informationslage: Warum es für DACH-Anleger schwierig ist

Ein zentrales Problem für Privatanleger im DACH-Raum: Die Informationsdichte zu Empresas Tricot S.A. ist gering und meist spanischsprachig. Während zu DAX-Werten in Sekunden Analystenkommentare, Quartalszahlen-Previews und Bewertungsmodelle verfügbar sind, muss man sich bei Tricot deutlich stärker in lokale Quellen einarbeiten.

Offizielle Investor-Relations-Informationen, Präsentationen und Geschäftsberichte finden sich auf der eigenen IR-Seite des Unternehmens:

Investor-Relations-Bereich von Empresas Tricot aufrufen

Für deutschsprachige Anleger bedeutet das konkret:

  • Ohne Spanisch- oder zumindest Englischkenntnisse ist eine seriöse Fundamentalanalyse kaum möglich.
  • Man ist stärker auf Fondsberichte, globale Research-Häuser oder Datenaggregatoren angewiesen.
  • Ein Comparables-Ansatz mit europäischen Modeaktien (KGV, EBITDA-Multiples etc.) kann helfen, ersetzt aber keine detaillierte Einzelfallanalyse.

So könnte Tricot in ein DACH-Portfolio passen

Für einen typischen Privatanleger in Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt Tricot eher als satellitärer Beimischungswert infrage, nicht als Kerninvestment. Mögliche Einsatzszenarien:

  • Emerging-Markets-Strategie: Wer sein Depot um Lateinamerika-Exposure ergänzen will und bereits breit gestreute EM-ETFs hält, könnte mit einer kleinen Tranche gezielt auf den chilenischen Konsum setzen.
  • Währungsdiversifikation: Bewusste Beimischung von CLP-Risiko, wenn man ohnehin stark im Euro und Schweizer Franken konzentriert ist. Dies ist aber hochspekulativ und für die meisten Anleger nicht notwendig.
  • Stock-Picking im Retail-Sektor: Profianleger, die Retailwerte global vergleichen, könnten Tricot als "Value- oder Turnaround-Case" beobachten, falls sich Bewertungslücken zu europäischen Wettbewerbern ergeben.

Für die breite Masse der DACH-Anleger gilt jedoch: Ohne lokales Know-how in Chile und ohne Zugang zu verlässlichem Research ist der Titel eher Beobachtungsobjekt als Kaufkandidat.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Bei der Recherche über internationale Finanzportale und Research-Datenbanken fällt auf: Große globale Investmentbanken wie Goldman Sachs, JP Morgan oder Deutsche Bank veröffentlichen derzeit keine öffentlich zugänglichen, breit zitierten Analystenstudien speziell zur Empresas-Tricot-Aktie.

Statt klassischer Kursziele im Stil von DAX-Schwergewichten findet sich eher:

  • lokales Research chilenischer Broker und Regionalbanken, das im deutschsprachigen Raum kaum verbreitet ist
  • Einschätzungen von EM-Fondsmanagern, bei denen Tricot ggf. nur als kleinere Position im Gesamtportfolio auftaucht
  • Datensammlungen von Finanzportalen, die historische Kennzahlen (Umsatzentwicklung, Margen, Dividendenhistorie) aggregieren, aber keine starke Meinungsbildung vorgeben

Für DACH-Anleger hat das eine klare Konsequenz: Es gibt keinen breit kommunizierten Analystenkonsens wie "Strong Buy" oder "Underperform". Wer in Tricot investiert, handelt damit eher auf Basis eigener Einschätzung oder Nischenresearchs.

So können Sie als DACH-Anleger trotzdem strukturiert vorgehen:

  • Bewertung mit Peer-Gruppe: Vergleich der Bewertungsmultiplikatoren (KGV, EV/EBITDA, Kurs-Umsatz-Verhältnis) mit europäischen Mode- und Retailwerten wie H&M, Inditex, Zalando oder polnischen und türkischen Bekleidungshändlern.
  • Dividendenpolitik prüfen: Historie der Ausschüttungen, Payout-Quote und Stabilität in Krisenzeiten. In DACH-Märkten legen viele Anleger Wert auf verlässliche Dividendenströme.
  • Bilanzqualität: Eigenkapitalquote, Verschuldungsgrad und Leasingverpflichtungen sind im Filialhandel entscheidend. Höhere Zinsen, wie sie auch in der Eurozone zu sehen sind, können Zinslasten erhöhen und die Bewertung drücken.
  • Währungs- und Länderrisiko begrenzen: Klare Obergrenze für das Gesamtengagement in einem einzelnen Schwellenlandtitel definieren, zum Beispiel maximal 2 bis 3 Prozent des Gesamtdepots für solche Spezialwerte.

Fazit für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Empresas Tricot S.A. ist für DACH-Investoren kein Ersatz für etablierte europäische Modewerte, sondern ein ergänzender Nischenbaustein mit klar erhöhtem Risiko. Der Titel ist wenig liquide, stark von der chilenischen Binnenkonjunktur abhängig und unterliegt einem nicht zu unterschätzenden Währungsrisiko.

Wer im deutschsprachigen Raum dennoch über ein Engagement nachdenkt, sollte:

  • Nicht in Euro denken, sondern in lokaler Währung plus Wechselkursrisiko
  • Nur mit kleiner Depotgewichtung und klarer Risikobereitschaft investieren
  • Spanisch- oder Englischsprachige Quellen nutzen, um Quartalsberichte und lokale Nachrichten einordnen zu können
  • Alternativ prüfen, ob ein breiter EM- oder Lateinamerika-Fonds nicht die bessere, diversifizierte Lösung wäre

Für den Großteil der Privatanleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Empresas Tricot S.A. damit eher ein interessanter Watchlist-Kandidat bleiben als ein zentraler Baustein der Altersvorsorge.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Hol dir den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen - Dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.