Embracer Group Aktie: 34BigThings geht an Gründer
23.06.2026 - 21:40:01 | boerse-global.de
Der schwedische Gaming-Konzern Embracer Group treibt den Konzernumbau weiter voran. Nach der Abspaltung mehrerer Tochterfirmen verkauft Embracer nun das italienische Studio 34BigThings zurück an dessen Gründer.
Das in Turin ansässige Studio gilt als Italiens zweitgrößter unabhängiger Spieleentwickler. Gründer Valerio Di Donato übernimmt rückwirkend zum 23. Juni 2026 sämtliche Anteile – der genaue Kaufpreis wurde nicht genannt. 34BigThings war im November 2020 über Embracers Tochter Saber Interactive in den Konzern gekommen.
Die Rückkehr in die Unabhängigkeit verschaffe dem Studio „absolute Autonomie" über seine Projekt-Pipeline, heißt es in einer Mitteilung. Noch in diesem Jahr will 34BigThings einen großen Titel auf Basis einer weltweit bekannten Marke ankündigen.
Konzernumbau auf Hochtouren
Der Verkauf reiht sich ein in eine Serie von Strukturmaßnahmen. Embracer hatte zuletzt die Ausgliederung von Coffee Stain Group abgeschlossen und die Abspaltung von Fellowship Entertainment angekündigt. Ziel ist eine schlankere Organisation mit Fokus auf Kernmarken und qualitativ hochwertige Franchises.
Konzernchef Phil Rogers und Executive Chair Lars Wingefors hatten diesen Kurs bereits im jüngsten Geschäftsbericht für 2025/26 skizziert. Nach Jahren aggressiver Zukäufe steht nun die Entflechtung im Vordergrund. Die Hoffnung: weniger Komplexität, bessere Kapitalallokation.
An der Börse zeigt man sich indes wenig beeindruckt. Die Embracer-Aktie gibt am Dienstag um 2,27 Prozent auf 5,25 Euro nach. Das Papier notiert damit 23,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 6,90 Euro. Der 14-Tage-RSI liegt bei 29,0 Punkten – technisch gesehen ist die Aktie überverkauft.
Hinzu kommen branchenweite Sorgen. In seinem Jahresbericht hatte Embracer auf steigende Hardware-Herstellungskosten hingewiesen. Hohe Speicherpreise – bedingt durch KI-Nachfrage – sowie Engpässe in den Lieferketten könnten den Start nächster Konsolengenerationen Analysten zufolge auf 2028 oder 2029 verzögern.
Aktienrückkauf läuft
Trotz der Kursschwäche setzt Embracer auf ein milliardenschweres Signal. Der Vorstand hat ein Rückkaufprogramm für B-Aktien im Volumen von 750 Millionen Schwedischen Kronen aufgelegt, das bis März 2027 läuft. Zuletzt erwarb der Konzern systematisch eigene Aktien über die Börse Nasdaq Stockholm.
Auf der Hauptversammlung im September 2026 will der Vorstand die Einziehung der zurückgekauften Aktien vorschlagen. Ein Signal des Vertrauens – und ein weiterer Schritt zur Optimierung der Bilanz.
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