Embellence Aktie: Rutsch auf Jahrestief
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 11:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Quartal mit zwei Gesichtern: Während die traditionellen Vertriebskanäle einbrechen, wächst das Digitalgeschäft in einigen Marken dreistellig. Die Börse honorierte diesen Spagat am Dienstag nicht — die Aktie des schwedischen Interior-Design-Konzerns fiel um 4,59 Prozent und rutschte damit nahe an ihr Jahrestief von 30,30 auf 31,20.
Der Umsatz sank im zweiten Quartal auf 181 Millionen Schwedische Kronen, nach 193 Millionen im Vorjahresquartal. Davon entfielen 5 Prozentpunkte auf organischen Rückgang, ein weiterer Punkt ging auf Wechselkurseffekte zurück. Das operative Ergebnis (EBITA) sackte auf 23 Millionen Kronen, die Marge schrumpfte auf 12,6 Prozent von 13,5 Prozent. Vorstandschef Johan Andgren zeigte sich mit dem Quartal unzufrieden, verwies aber auf Fortschritte in den strategischen Wachstumsfeldern.
Schwache Kernmarken, starke Nischen
Nur zwei der sechs Marken wuchsen. Pappelina legte um 27 Prozent auf 14 Millionen Kronen zu, angetrieben von einer neuen E-Commerce-Plattform und einem starken Start in Nordamerika — im Direktvertrieb an Endkunden (DTC) wuchs die Marke sogar um 130 Prozent. Die Fertigungssparte Borås Tapetfabrik steigerte den Umsatz um 14 Prozent auf 30 Millionen Kronen.
Bei den größeren Marken sieht es anders aus. Boråstapeter, das Flaggschiff, verlor 7 Prozent auf 61 Millionen Kronen im schwierigen schwedischen Einzelhandelsmarkt. Cole & Son brach wegen einer laufenden Umstrukturierung im britischen Vertrieb um 12 Prozent ein, Wall&decò verlor im schwachen italienischen Heimatmarkt 14 Prozent. Artscape rutschte um 20 Prozent ab — hier wirkte vor allem der harte Vorjahresvergleich durch eine damalige Kundenaktion, die sich nicht wiederholte.
Bilanz und Ausblick
Trotz der Umsatzschwäche verbesserte sich die operative Substanz. Die Bruttomarge stieg auf 62,3 Prozent, gestützt durch den wachsenden DTC-Anteil und ein günstigeres Produktmix. Der operative Cashflow legte deutlich zu, und die Verschuldung sank auf das 0,7-Fache des EBITDA von zuvor dem 0,9-Fachen. Die Dividendenzahlung stieg auf 35 Millionen Kronen beziehungsweise 1,50 Kronen je Aktie, nach 1,25 Kronen im Vorjahr.
Eine konkrete Umsatz- oder Gewinnprognose für das Gesamtjahr legte das Management nicht vor. Stattdessen setzt Embellence weiter auf die drei Wachstumssäulen Direktvertrieb, internationale Expansion und Hospitality-Geschäft. Die Belastungen aus der Cole&Son-Restrukturierung sollen sich in der zweiten Jahreshälfte gleichmäßiger auf das dritte und vierte Quartal verteilen, während sich die Lagerbestände im zweiten Halbjahr normalisieren sollen.
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