Eli Lilly setzt Milliarden auf die Abnehm-Tablette
14.02.2026 - 15:02:12 | boerse-global.deDie Pharmaindustrie bereitet den nächsten großen Sprung vor: den Abschied von der Spritze. Während unabhängige Experten die Sicherheit der aktuellen Medikamente prüfen, baut ein Konzern bereits massiv Lager für die Tabletten-Ära auf.
WHO mahnt zur Vorsicht bei „Abnehmspritzen“
Am Mittwoch legte die Cochrane Collaboration im Auftrag der WHO drei umfassende Übersichtsarbeiten vor. Sie gelten als wichtigste unabhängige Bewertung der modernen Abnehmmedikamente. Die Analyse bestätigt die Wirksamkeit, sieht aber klare Lücken.
Die Wirkstoffe Semaglutid (Wegovy/Ozempic) und Tirzepatid (Mounjaro/Zepbound) führen demnach zu signifikantem Gewichtsverlust. Die Studien zeigen im Schnitt:
* Tirzepatid: rund 16 Prozent Gewichtsverlust in 12-18 Monaten
* Semaglutid: rund 11 Prozent Gewichtsverlust
Doch die Autoren mahnen zur Vorsicht. Ein Großteil der Studien stamme von den Herstellern selbst. Zudem fehlen belastbare Daten zu Langzeit-Nebenwirkungen über mehr als zwei Jahre hinaus. Häufig treten Übelkeit und Erbrechen auf. Die WHO nutzt diese Daten nun für neue globale Leitlinien. Sie werden die Medikamente wohl nicht als alleinige Lösung, sondern eingebettet in Lebensstil-Programme empfehlen.
Orforglipron: 1,5 Milliarden Vertrauensvorschuss
Parallel zur Sicherheitsdebatte vollzieht die Branche einen Formwechsel. Am Donnerstag machte eine Börsenmitteilung von Eli Lilly Schlagzeilen: Das Unternehmen hat bereits Lagerbestände seines neuen Wirkstoffs Orforglipron im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar aufgebaut.
Diese massive Vorproduktion ist ein aggressives Signal. Branchenbeobachter deuten sie so: Lilly rechnet fest mit einer Zulassung durch die US-Behörde FDA im April und will Lieferengpässe wie bei den Vorgängerprodukten vermeiden.
Orforglipron ist ein nicht-peptidischer GLP-1-Agonist – und wird als tägliche Tablette eingenommen. Das könnte die Therapie revolutionieren. Weg von der wöchentlichen Spritze mit Kühlkette, hin zur einfachen Kapsel. Die Hürden für eine Behandlung würden drastisch sinken. Steht uns die Demokratisierung des medizinischen Gewichtsverlusts bevor?
Nächste Generation: Triple-Agonisten mit Turbo-Effekt
Der Blick geht bereits über die aktuellen Wirkstoffe hinaus. Die nächste Generation, sogenannte Triple-Agonisten wie Retatrutid, soll den Effekt noch maximieren.
Retatrutid dockt an drei Rezeptoren (GLP-1, GIP und Glukagon) an. Eine Phase-3-Studie zeigte Ende 2025 Gewichtsverluste von bis zu 28 Prozent. 2026 werden weitere Daten aus sieben großen Studien erwartet. Diese Wirkstoffe zielen nicht nur auf den Appetit, sondern erhöhen auch den Energieumsatz des Körpers.
Die Strategie ändert sich: von der reinen Appetitzügelung hin zur umfassenden metabolischen Korrektur. Mit der steigenden Potenz wächst aber auch die Notwendigkeit einer intensiven ärztlichen Begleitung. Der Erhalt von Muskelmasse und die Herz-Kreislauf-Gesundheit rücken in den Fokus.
Neue Strategie: Medikamente als „Enabler“ für den Lebensstil
Die aktuellen Entwicklungen zeigen einen klaren Trend: Die Strategie zum Gewichtsverlust fusioniert Medizin und Lebensstil. Neue Behandlungsstandards rücken vom reinen BMI-Fokus ab.
Im Mittelpunkt steht jetzt ein komplikationszentrierter Ansatz. Es geht primär um die Reduktion von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Schlafapnoe. Die neuen Medikamente dienen dabei als „Enabler“. Sie sollen Patienten erst die Möglichkeit geben, notwendige Veränderungen in Ernährung und Bewegung umzusetzen.
Ernährungswissenschaftler warnen jedoch vor Mangelernährung. Wer durch die stark appetitzügelnden Wirkstoffe weniger isst, muss nährstoffdichter essen. Der Faktor „High Quality Nutrition“ mit ausreichend Proteinen und Mikronährstoffen wird 2026 entscheidend sein, um den Muskelabbau zu bremsen.
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Der April wird zum nächsten Schaltmoment: Dann fällt voraussichtlich die FDA-Entscheidung über Orforglipron. Eine Zulassung könnte den Markt noch im zweiten Quartal grundlegend verändern.
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