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Eli Lilly Aktie: Novo Nordisk verklagt Rivalen

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Novo Nordisk verklagt Eli Lilly wegen angeblich irreführender Werbung für Abnehmpräparate. Die Aktie des US-Konzerns fällt deutlich.

Eli Lilly Aktie unter Druck: Novo Nordisk reicht Klage ein
Eine dramatische, atmosphärische Szene, die die Pharmaindustrie darstellt, mit abstrakten Formen, die Wettbewerb und Rechtsstreitigkeiten andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Konkurrenzkampf um den Markt für Abnehmspritzen erreicht die Gerichtssäle. Novo Nordisk hat Eli Lilly und dessen Tochter Lilly USA vor einem Bundesgericht in New Jersey verklagt — der Vorwurf: irreführende Werbung für die Präparate Zepbound und Mounjaro. Die Aktie von Eli Lilly reagierte deutlich, an der New Yorker Börse ging es um 2,73 Prozent nach unten.

Vorwurf: Veraltete Studien als Vergleichsbasis

Novo Nordisk wirft Eli Lilly vor, in landesweiten Werbekampagnen gezielt veraltete Studiendaten zu nutzen. Konkret vergleiche Lilly die höchsten zugelassenen Dosen seiner Mittel Zepbound und Mounjaro mit niedrigeren Dosen der Novo-Produkte Wegovy und Ozempic — und lasse dabei neuere, wirksamere Dosierungen unerwähnt. Die Werbung suggeriere so eine Überlegenheit, die durch keine direkte klinische Vergleichsstudie belegt sei.

Konkret geht es um die im März 2026 von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene 7,2-Milligramm-Dosis von Wegovy, die in der sogenannten STEP-UP-Studie einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von rund 19 Prozent zeigte. Diese Dosis taucht in Lillys Werbematerial nach Darstellung von Novo nicht auf. Nach einem im April versendeten Unterlassungsschreiben habe Lilly lediglich einen aus Sicht von Novo unzureichenden Disclaimer in die Anzeigen eingefügt, anstatt die Kampagne zu korrigieren.

Nach Angaben von Novo Nordisk wurde die beanstandete Werbung seit der Anpassung im April bereits mehr als 700 Millionen Mal ausgespielt — unter anderem während großer Sportübertragungen sowie auf TikTok und Facebook. Der dänische Konzern beruft sich auf Verstöße gegen den Lanham Act sowie weitere Bundes- und Landesgesetze gegen irreführende Werbung und unlauteren Wettbewerb.

Forderung: Werbestopp und Schadenersatz

Novo Nordisk verlangt eine dauerhafte gerichtliche Anordnung, die Lilly zum Rückzug der beanstandeten Werbung auf allen Plattformen sowie zu einer Korrekturkampagne verpflichtet. Zusätzlich fordert der Konzern Schadenersatz, einschließlich der Gewinne, die Lilly durch die Kampagne erzielt haben soll. Zieht Lilly die Anzeigen nicht freiwillig zurück, will Novo in den kommenden Tagen eine einstweilige Verfügung beantragen, um die Werbung sofort zu stoppen.

Eine Stellungnahme von Eli Lilly zu den Vorwürfen lag zunächst nicht vor. Der Rechtsstreit trifft beide Unternehmen im ohnehin hart umkämpften GLP-1-Markt, in dem Zepbound und Wegovy als direkte Konkurrenzprodukte um Marktanteile bei Adipositas- und Diabetespatienten ringen.

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