Eli Lilly Aktie: Hanmi-Deal erweitert GLP-Pipeline
01.06.2026 - 07:01:44 | boerse-global.deEli Lilly kauft sich in ein neues Stück der GLP-Forschung ein — und zahlt dafür potenziell über eine Milliarde Dollar. Die Lizenzvereinbarung mit dem südkoreanischen Pharmaunternehmen Hanmi stärkt Lillys ohnehin gut gefüllte Pipeline um einen weiteren Ansatz jenseits von Gewichtsreduktion und Diabetes.
Was hinter dem Hanmi-Deal steckt
Gegenstand des Abkommens ist Sonefpeglutide, ein GLP-2-Analogon, das auf Hanmis proprietärer LAPSCOVERY-Plattform basiert. GLP-2 ist strukturell verwandt mit den bekannten GLP-1-Agonisten, wirkt aber primär im Darm — es fördert das Darmwachstum, reduziert Entzündungen und schützt die Darmschleimhaut. Hanmi führt derzeit eine globale Phase-2-Studie für das Syndrom des Kurzdarms durch, die nach dem Deal weiterläuft; Lilly erhält das Recht, darüber hinaus eigene klinische Studien zu starten.
Lilly zahlt zunächst 75 Millionen Dollar als Sofortzahlung. Hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu 1,185 Milliarden Dollar sowie Royalties nach einer etwaigen Markteinführung. Im Gegenzug erhält Lilly die weltweiten Exklusivrechte zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung — Korea bleibt bei Hanmi.
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GLP-1 auch gegen Krebs?
Parallel tauchen auf dem diesjährigen ASCO-Kongress Daten auf, die das GLP-1-Universum noch weiter öffnen könnten. Zwei Studien zeigen Zusammenhänge zwischen GLP-1-Nutzung und reduzierten Krebsrisiken: Eine Analyse der University of Pennsylvania fand bei knapp 95.000 Frauen ein statistisch signifikant niedrigeres Brustkrebsrisiko bei GLP-1-Anwendern. Eine zweite Untersuchung der Cleveland Clinic deutete auf verlangsamte Metastasierung bei mehreren Tumorarten hin — darunter Lungen-, Brust-, Darm- und Leberkrebs.
Die Befunde sind retrospektiv und belegen keine Kausalität. Lilly führt derzeit keine onkologisch ausgerichteten GLP-1-Studien durch. Die wachsende Datenbasis dürfte das Unternehmen aber langfristig unter Beobachtung halten: Sollten randomisierte Studien den Effekt bestätigen, öffnete sich ein weiteres Indikationsfeld für eine Wirkstoffklasse, die bereits Gewichtsreduktion, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen adressiert.
Retevmo-Daten als weiterer Rückenwind
Ebenfalls frisch: Die Phase-3-Studie LIBRETTO-432 zu Retevmo (Selpercatinib) trifft ihren primären Endpunkt klar. Bei frühen RET-Fusionspositiven Lungenkrebspatienten senkte das Medikament das Rezidiv- und Sterberisiko um 83 Prozent gegenüber Placebo. Die Zwei-Jahres-Rate für ereignisfreies Überleben lag bei 92 Prozent für Selpercatinib versus 61 Prozent in der Placebogruppe — ein Ergebnis, das Lillys Onkologieportfolio nochmals aufwertet.
Drei voneinander unabhängige Datenlinien in wenigen Tagen: ein neues GLP-Franchise im Darmbereich, mögliche Krebsrelevanz der GLP-1-Klasse und starke Lungenkrebsdaten für Retevmo. Das nächste klare Datum für weitere Konkretisierungen dürfte die Präsentation der ASCO-Daten in den kommenden Tagen sein.
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