ElevenLabs startet KI-Album mit Musiklegenden
22.01.2026 - 01:01:12Ein neues KI-Musikprojekt vereint Ikonen wie Liza Minnelli mit modernen Hitmachern – und verspricht den Künstlern volle Kontrolle. Das „Eleven Album“ soll beweisen, dass Künstliche Intelligenz den Menschen ergänzen kann, statt ihn zu ersetzen.
New York. Der Vorstoß des KI-Audio-Spezialisten ElevenLabs könnte die hitzige Debatte um KI in der Musikindustrie neu entfachen. Das Unternehmen stellte am Mittwoch „The Eleven Album“ vor – ein bahnbrechendes Musikprojekt, das vollständig mit Hilfe generativer KI entstand. Die Besonderheit: Mitwirkende sind Grammy-prämierte Legenden wie Liza Minnelli und Art Garfunkel sowie erfolgreiche Songwriter und Produzenten. Sie alle behalten laut Unternehmen die vollen Rechte an ihren Songs und erhalten 100 Prozent der Streaming-Einnahmen.
Ein Album als Statement in der KI-Debatte
Das Album ist die erste Anwendung von Eleven Music, dem neuen KI-Musikmodell des Unternehmens. Künstler können damit per Texteingabe komplette, studiogerechte Kompositionen generieren – von Pop und Rap bis hin zu Filmmusik. Der Launch fällt mitten in einen grundsätzlichen Streit über die Rolle der KI in kreativen Berufen, Urheberrecht und möglichen Missbrauch.
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„Das Album ist mehr als ein technologisches Demo“, sagt ein Unternehmenssprecher. „Es ist ein Modell für eine kollaborative Zukunft.“ Elf verschiedene Künstler aus unterschiedlichen Genres sind beteiligt, darunter neben den Legenden auch der mehrfach nominierte Michael Feinstein und der Hit-Produzent Patrick Patrikios. Sie repräsentieren Milliarden von Streams und Jahrzehnte an musikalischem Einfluss.
Die Technik: Vom Text zum fertigen Song
Hinter dem Projekt steht die Eleven Music-Plattform. Das KI-Modell erzeugt auf Basis natürlicher Sprachbefehle komplette Musikstücke. Nutzer können Genre, Stimmung und Instrumentierung vorgeben. Das System produziert Tracks mit oder ohne Gesang in mehreren Sprachen und bietet detaillierte Kontrolle über Songstruktur und einzelne Abschnitte.
Für ElevenLabs markiert der Schritt eine strategische Erweiterung. Das 2022 gegründete Unternehmen wurde zunächst mit seiner hochwertigen KI-Stimmenklon-Technologie bekannt – die auch wegen möglicher Deepfake-Missbräuche kritisch beäugt wurde. Mit der Musik-KI tritt es nun in direkte Konkurrenz zu Start-ups wie Suno und Udio, betont aber seinen „künstlerzentrierten“ Ansatz.
Ein neues Geschäftsmodell für die KI-Ära
Der vielleicht wichtigste Aspekt ist das rechtliche und finanzielle Rahmenwerk. Als Reaktion auf die Industrieängste vor KI-Modellen, die mit nicht lizenzierten Daten trainiert werden, setzt ElevenLabs auf Transparenz und Zustimmung. Jeder Künstler auf dem Album behält die volle Urheberschaft und die kommerziellen Rechte an seinem mit der KI co-kreierten Track.
Dieses Modell wird durch den erweiterten „Iconic Marketplace“ des Unternehmens gestützt. Die Plattform, die bereits in Hollywood genutzt wird, erlaubt es Künstlern, ihre Stimmen – und nun auch ihre musikalische Identität – für genehmigte kommerzielle Projekte zu lizenzieren. Alle Lizenzvereinbarungen werden direkt mit den Künstlern oder ihren Rechteinhabern geschlossen.
Die Strategie baut auf früheren Vereinbarungen mit Musikverwertungsgesellschaften wie Kobalt auf. Indem das Unternehmen mit der Industrie zusammenarbeitet, anstatt sie zu umgehen, positioniert es sich als respektvoller Partner. Kann dieses „künstlerfreundliche“ Modell zum verantwortungsvollen Standard für KI-Musik werden?
KI als kreativer Partner, nicht als Ersatz
Die beteiligten Künstler beschreiben den Prozess als bereichernde Erweiterung ihres kreativen Werkzeugkastens. Songwriterin Emily Falvey nannte die Erfahrung, einen Tropical-House-Track zum Weiterschreiben zu generieren, „beglückend und empowernd“. Sänger Art Garfunkel verglich die Technologie mit früheren Innovationen wie der Mehrspuraufnahme: „Der Musiker bleibt im Zentrum des kreativen Prozesses.“
Das „Eleven Album“ ist ab sofort auf Spotify und der Unternehmens-Website streambar. Es ist ein mutiges Experiment in einer unsicheren Zeit. Sein Erfolg oder Misserfolg könnte den Weg für die gesamte Branche weisen – und zeigen, ob die Zukunft des Sounds tatsächlich ein Duett zwischen Mensch und Maschine sein kann.
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