Elektroindustrie, Heizungs-Hängepartie

Elektroindustrie fordert Ende der Heizungs-Hängepartie

22.02.2026 - 18:00:12 | boerse-global.de

Die deutsche Elektroindustrie warnt vor Investitionsstau und Jobverlusten durch Verzögerungen bei der Gebäudeenergiereform. Klare Regeln sind für die Wärmewende dringend nötig.

Die deutsche Elektrobranche drängt auf eine schnelle Einigung beim neuen Heizungsgesetz. Verzögerungen bei der Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) lähmen laut Verbänden Investitionen und gefährden die Wärmewende.

Ein Bündnis aus 14 Verbänden, darunter der ZVEI und Vertreter der Solarwirtschaft, mahnte bereits im Januar entschlossenes Handeln an. Die monatelange politische Debatte über die Novelle – künftig Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) – verunsichere Eigentümer und Handwerk gleichermaßen. Die Folge: Investitionen in moderne Heizungen stocken.

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Fehlende Planung bremst Sanierungswelle

Die anhaltende Unklarheit über künftige Regeln und Förderungen zeigt konkrete Folgen. Obwohl der Wärmepumpen-Absatz zuletzt stieg, bleibt eine breite Modernisierungswelle im Bestand aus. Die Branche warnt: Ohne verlässliche Rahmenbedingungen sind zehntausende Jobs in Produktion und Installation gefährdet.

„Die Transformation des Gebäudesektors darf nicht weiter verzögert werden“, fordern die Verbände. Nur mit klaren Vorgaben ließe sich das Tempo der Sanierungen halten und beschleunigen.

Streit um die 65-Prozent-Regel

Im Zentrum des politischen Ringens steht die umstrittene 65-Prozent-Regel. Sie soll vorschreiben, dass neue Heizungen überwiegend mit Erneuerbaren betrieben werden. Teile der Politik halten daran fest, andere fordern mehr Technologieoffenheit.

Kürzlich brachten Mineralölwirtschaft und Eigentümerverband Haus & Grund einen Alternativvorschlag ein. Statt einzelne Haushalte in die Pflicht zu nehmen, sollen Energieversorger schrittweise mehr „grüne Moleküle“ wie klimaneutrale Gase liefern. Würde dieser Ansatz Investitionen attraktiver machen?

Appell für einfachere Regeln

Die Elektroverbände fordern vor allem praxistaugliche Lösungen. Ein Schlüsselthema ist die elektrische Infrastruktur in den Gebäuden. Wärmepumpen, Solaranlagen und E-Auto-Ladepunkte stellen hohe Anforderungen an Hausnetze. Die Ertüchtigung der Elektroanlagen sollte bei jeder Sanierung mitgedacht werden, um teure Nachrüstungen zu vermeiden.

Kritik gibt es auch an der wachsenden Komplexität des Gesetzes. Aus einer einfachen Verordnung wurde ein über 100 Seiten starkes Regelwerk, das selbst Fachleute schwer durchschauen. Die Branche plädiert für eine Entbürokratisierung der Vorschriften und Förderprogramme.

Zeit für eine Einigung drängt

Die Bundesregierung steht unter Druck. Eigentlich sollten die Eckpunkte für das neue Gesetz bereits Ende Januar vorliegen, der Kabinettsbeschluss war für Ende Februar anvisiert. Doch die Verhandlungen ziehen sich hin.

Für die Elektrobranche ist Eile geboten. Unternehmen und Handwerk brauchen verlässliche Leitplanken, um Produktion hochzufahren und Fachkräfte zu schulen. Jede weitere Verzögerung riskiert, dass die Modernisierungsrate sinkt – und die Klimaziele für 2030 in weite Ferne rücken.

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