Elekta Aktie: Starke Margen, schwache Aufträge
28.05.2026 - 10:34:53 | boerse-global.deSolide Profitabilität, enttäuschende Auftragszahlen — Elektas Quartalsbericht vom heutigen Mittwoch liefert ein zweigeteiltes Bild, das den Markt kalt erwischt hat. Die Aktie verlor im frühen Handel rund 14 Prozent.
Operativ besser, am Markt schlechter
Der angepasste EBIT des vierten Quartals stieg auf 902 Millionen Schwedische Kronen, was einer Marge von 18,9 Prozent entspricht — deutlich über dem Analystenkonses von 16,2 Prozent. Auch die bereinigte Bruttomarge von 39,9 Prozent übertraf die Erwartungen. Das Wachstum beim Gewinn geht vor allem auf die neue schlankere Konzernstruktur zurück: Elekta hat in den vergangenen Monaten mehr als 500 Stellen gestrichen und erreicht damit annualisierte Kosteneinsparungen von über 500 Millionen Schwedische Kronen.
Auf der Umsatzseite sieht es weniger erfreulich aus. In konstanten Wechselkursen sanken die Quartalsumsätze um ein Prozent, berichtet in Schwedischen Kronen sogar um acht Prozent auf 4,76 Milliarden. Der Auftragseingang brach auf 4,57 Milliarden Schwedische Kronen ein — der Konsens hatte 5,83 Milliarden erwartet. Hauptursachen: schwächeres Geschäft in Asien-Pazifik, Projektverzögerungen im Nahen Osten infolge geopolitischer Unsicherheiten sowie bewusst schärfere interne Aufnahmekriterien für neue Aufträge.
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Einmalbelastungen belasten die Bilanz
Das berichtete EBIT rutschte auf minus 461 Millionen Schwedische Kronen, belastet von Sondereffekten in Höhe von 1,36 Milliarden. Der größte Posten: eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 1,10 Milliarden auf aktivierte Entwicklungskosten und Firmenwerte. Betroffen sind Produkte, die nicht mehr Teil der strategischen Roadmap sind, sowie die Entscheidung, das finnische Kaiku-Geschäft abzuwickeln. Der Nettoverlust für das Quartal summierte sich auf 863 Millionen Schwedische Kronen.
Für das Gesamtjahr 2025/26 verbesserte sich die bereinigte EBIT-Marge auf 12,3 Prozent nach 11,6 Prozent im Vorjahr. Der operative Cashflow nach Investitionen stieg auf 1,39 Milliarden — der stärkste Wert seit fünf Jahren, trotz rund 300 Millionen Schwedische Kronen an Abfindungszahlungen. Die Nettoverschuldung sank auf 3,19 Milliarden Schwedische Kronen.
Ausblick mit Fragezeichen
CEO Jakob Just-Bomholt beschreibt die Lage in drei Phasen: Reset abgeschlossen, Profitabilitätsverbesserung läuft, Wachstum durch Innovation folgt. Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Elekta Umsatzwachstum in konstanten Wechselkursen sowie eine weitere Verbesserung der EBIT-Marge — konkrete Ziele sollen am Capital Markets Day am 17. Juni in Stockholm folgen. Kein Wunder, dass Anleger derzeit nervös auf die vagen Formulierungen reagieren.
Das Vorstandsgremium schlägt eine unveränderte Dividende von 2,40 Schwedische Kronen je Aktie vor, zahlbar in zwei Tranchen — vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung. Der Book-to-Bill-Wert für das Gesamtjahr liegt bei 1,04 und soll nach Unternehmensangaben erstmals wieder ein verlässlicherer Indikator für künftiges Umsatzwachstum sein. Ob der Markt das am 17. Juni so sieht, wird sich an der Reaktion auf die Mittelfristziele zeigen.
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