Einsamkeit erhöht Demenzrisiko wie Rauchen
27.02.2026 - 00:00:45 | boerse-global.deSoziale Isolation schadet dem Gehirn massiv. Neue Studien zeigen: Chronische Einsamkeit kann das Demenzrisiko verdreifachen und ist für die Gesundheit ähnlich gefährlich wie starkes Rauchen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Einsamkeit bereits als globale Gesundheitsbedrohung ein.
Soziale Kontakte trainieren das Gehirn
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Unser Gehirn ist ein soziales Organ. Gespräche und gemeinsame Aktivitäten fordern Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Problemlösungsfähigkeiten heraus – wie ein kontinuierliches Fitnessprogramm. Dieser Prozess stärkt die Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu vernetzen.
Positive Interaktionen setzen zudem Glückshormone frei und senken den Stresspegel. Bei anhaltender Einsamkeit bleibt dagegen der Stresshormonspiegel dauerhaft erhöht. Das kann Entzündungen im Gehirn fördern und den kognitiven Verfall beschleunigen.
Einsamkeit verdreifacht Demenzgefahr
Die Zahlen sind alarmierend. Eine Langzeitstudie mit 60- bis 79-Jährigen ergab: Menschen, die sich häufig einsam fühlten, erkrankten dreimal so oft an Demenz wie ihre sozial eingebundenen Altersgenossen. Innerhalb von zehn Jahren entwickelten 22 Prozent der Einsamen eine Demenz, in der Kontrollgruppe nur 13 Prozent.
Die Folgen gehen weit über Demenz hinaus. Soziale Isolation erhöht das Risiko für Herzerkrankungen um 29 Prozent und für Schlaganfälle um 32 Prozent. Eine Harvard-Studie zeigte bei einsamen US-Veteranen sogar eine um 56 Prozent erhöhte Schlaganfallrate. Die Deutsche Hirnstiftung schätzt, dass etwa fünf Prozent aller Demenzfälle auf soziale Isolation zurückgehen.
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Das Gefühl zählt mehr als die Kontakte
Forscher unterscheiden zwischen objektiver Isolation und subjektivem Einsamkeitsgefühl. Interessanterweise scheint das Gefühl oft schwerer zu wiegen. Eine Analyse ergab: Ältere Menschen, die sich einsamer fühlten, als ihr soziales Netzwerk vermuten ließ, hatten ein 13 Prozent höheres Sterberisiko.
Auch bei Menschen mit Hörverlust schreitet der geistige Abbau besonders schnell voran, wenn sie sich einsam fühlen – unabhängig von ihren tatsächlichen Kontakten. Die Qualität der Beziehungen ist demnach entscheidender als ihre reine Anzahl.
Prävention wird zur Gesundheitsaufgabe
Angesichts alternder Gesellschaften fordern Experten ein Umdenken. Die Förderung sozialer Kontakte müsse fester Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge werden. Das Salk Institute hat 2026 sogar zum "Jahr der Gehirngesundheit" ausgerufen, um unter anderem die Folgen von Isolation zu erforschen.
Was kann man tun? Gemeinschaftsaktivitäten, Ehrenämter, Vereine oder Gruppenkurse stärken das soziale Netzwerk. Für Menschen, denen der Kontakt schwerfällt, braucht es gezielte Unterstützung. Stabile Beziehungen bleiben die beste Grundlage für ein langes, gesundes Leben – und ein widerstandsfähiges Gehirn.
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