Einmal-täglich-Regel, Spritpreis-Chaos

Einmal-täglich-Regel soll Spritpreis-Chaos beenden

14.03.2026 - 02:01:24 | boerse-global.de

Die Regierung beschränkt Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal täglich, um den Raketen-und-Feder-Effekt zu bremsen. Kritik kommt von Industrie und ADAC.

Einmal-täglich-Regel soll Spritpreis-Chaos beenden - Foto: über boerse-global.de
Einmal-täglich-Regel soll Spritpreis-Chaos beenden - Foto: über boerse-global.de

Die Bundesregierung greift mit einer historischen Marktregel hart durch, um die explodierenden Spritpreise zu zähmen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche kündigte Mitte März 2026 die sogenannte Einmal-täglich-Regel für Tankstellen an. Hintergrund ist eine massive Preisspirale, die Diesel um 44 und Benzin um 27 Cent pro Liter verteuerte – eine direkte Folge der eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und gestörter Handelsrouten.

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Kampfansage an den „Raketen-und-Feder-Effekt“

Die neue Regel soll dem als „Raketen-und-Feder-Effekt“ bekannten Phänomen ein Ende setzen. Dabei schießen die Preise an der Tankstelle sofort in die Höhe, wenn der Ölpreis steigt, sinken aber nur zögerlich, wenn er fällt. Bisher konnten Tankstellen ihre Preise bis zu 50 Mal am Tag anpassen – ein undurchschaubares System für Verbraucher. Künftig darf der Preis nur noch einmal innerhalb von 24 Stunden erhöht werden. Senkungen bleiben jederzeit möglich.

„Das gibt den Verbrauchern Planungssicherheit zurück“, so die Hoffnung aus dem Ministerium. Man müsse nicht mehr den ganzen Tag die Preise beobachten, um die günstigste Tankstelle zu finden.

Kartellamt fordert mehr Markttransparenz

Das Bundeskartellamt begrüßt den Vorstoß. Präsident Andreas Mundt kritisierte, die aktuelle Hochfrequenz-Preisanpassung mache einen effektiven Preisvergleich unmöglich. Die Zahlen belegen es: Konnten 2015 noch fast 60 Prozent der Kunden im günstigsten Tagesviertel tanken, waren es 2023 nur noch 43 Prozent.

Zusätzlich zur neuen Regel prüft die Regierung eine Verschärfung der Missbrauchsaufsicht im Kraftstoffsektor. Als weiteres Druckmittel gegen die Preisexplosion setzt Deutschland etwa 19,5 Millionen Barrel aus seinen strategischen Ölreserven frei – Teil einer koordinierten Aktion der Industrienationen.

Industrie und ADAC reagieren skeptisch

Auf scharfe Kritik stößt der Plan bei der Mineralölwirtschaft und Automobilclubs. Der Branchenverband Uniti warnt vor einem Eingriff in den freien Markt. „Weniger Volatilität bedeutet nicht automatisch niedrigere Preise“, so Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn.

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Auch der ADAC äußert massive Zweifel am Nutzen der Regel. Die niedrigeren Spritpreise in Österreich, dem Vorbild für die Reform, seien vor allem auf geringere Steuern zurückzuführen – nicht auf die Preisfixierung. Kritiker befürchten zudem, dass der Wettbewerb leidet, wenn sich Tankstellen einfach an den täglichen Preiserhöhungen des Marktführers orientieren.

Vorbild Österreich zieht die Schraube nach

Deutschland orientiert sich am österreichischen Modell, das seit 2011 nur eine Preiserhöhung pro Tag erlaubt. Ironischerweise verschärft Österreich seine Regeln nun weiter: Wegen der Energiekrise dürfen Tankstellen dort bald nur noch an drei Tagen pro Woche – Montag, Mittwoch und Freitag – die Preise anheben.

Volkswirte warnen: Weniger Schwankungen könnten zu einem höheren Preisniveau führen. Tankstellenbetreiber würden in ihre einmalige tägliche Erhöhung möglicherweise eine Risikoprämie einrechnen, um sich vor Kursschwankungen am Großhandelsmarkt abzusichern.

Nächste Schritte: Schnellverfahren im Bundestag

Für die Einführung muss das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen geändert werden. Das Wirtschaftsministerium plant ein Schnellverfahren und will den Entwurf direkt über die Koalitionsfraktionen in den Bundestag einbringen. Ziel ist ein Inkrafttreten bereits zu Ostern 2026.

Sollten die Maßnahmen – die Kombination aus Preisregel und Reserve-Entlastung – nicht die erhoffte Entlastung bringen, dürfte der Druck auf die Politik wachsen. Dann stünde auch eine Wiedereinführung des Tankrabatts wieder auf der Agenda.

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