eFTI-Verordnung startet: Papierfrachtbrief in EU vor dem Aus
17.01.2026 - 01:13:12Die EU zwingt den Güterverkehr in die digitale Zukunft. Ab sofort können Plattformen für digitale Frachtbriefe zertifiziert werden – ein Meilenstein für den gesamten Logistiksektor.
Ab dem 9. Juli 2027 müssen Behörden in allen Mitgliedstaaten Transportdaten nur noch digital akzeptieren. Die neue eFTI-Verordnung beendet damit die jahrzehntealte Pflicht, Papierdokumente mitzuführen. Das Ziel: Weniger Bürokratie, mehr Effizienz und ein nachhaltigerer Warenverkehr.
Einheitlicher Standard für Straße, Schiene und Co.
Die rechtliche Grundlage bildet die EU-Verordnung 2020/1056. Sie schafft einen harmonisierten Rahmen für die elektronische Übermittlung gesetzlich vorgeschriebener Frachtinformationen. Das betrifft alle Verkehrsträger – von der Straße über die Schiene bis hin zur Luftfracht.
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Unternehmen speichern ihre Daten künftig auf zertifizierten, sicheren Plattformen. Bei einer Kontrolle erhalten Behörden per QR-Code oder Link Zugriff. Das beschleunigt Verfahren, erhöht die Datensicherheit und minimiert Fehler. Die nun beginnende Zertifizierungsphase für Anbieter ist der erste Schritt zur flächendeckenden Umsetzung.
Milliarden-Ersparnis und ökologischer Nutzen
Die wirtschaftlichen Vorteile sind enorm. Die EU-Kommission rechnet mit jährlichen Einsparungen von rund 1 Milliarde Euro für die Transportbranche. Gründe sind geringerer Verwaltungsaufwand, schnellere Abrechnungen und kürzere Wartezeiten an Grenzen. Langfristig könnten sich die Einsparungen sogar auf 27 Milliarden Euro summieren.
Auch die Umwelt profitiert. Der Wegfall von Papierdokumenten schont Ressourcen – Schätzungen zufolge könnten jährlich hunderttausende Bäume gerettet werden. Zudem ermöglicht der sofortige Datenaustausch eine bessere Auslastung von Lkws, was Emissionen reduziert.
Spanien geht mit eigenem Gesetz voran
Die Umsetzung in den Mitgliedstaaten verläuft unterschiedlich. Während Länder wie die Benelux-Staaten auf Pilotprojekte setzen, prescht Spanien mit einer eigenen Gesetzgebung vor.
Ein neues Gesetz zur nachhaltigen Mobilität schreibt die ausschließliche Nutzung digitaler Kontrolldokumente für das vierte Quartal 2026 vor. Damit geht Spanien über die reine Akzeptanzpflicht der EU hinaus und macht die Digitalisierung für nationale Transporte verbindlich.
Die große Hürde: Technische Kompatibilität
Die größte Herausforderung bleibt die Interoperabilität. Bisher existieren viele inkompatible IT-Lösungen nebeneinander, was Fahrer verunsicherte und den Papiergebrauch verlängerte.
Die eFTI-Zertifizierung setzt nun strenge technische Standards. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Daten eines spanischen Logistikers auch von einer deutschen Polizeistreife problemlos gelesen werden. Die aktuelle Phase soll den Wettbewerb um die beste und benutzerfreundlichste Lösung ankurbeln.
Countdown bis zur verbindlichen Digitalpflicht
Mit dem Start der Zertifizierung beginnt das Ende des Papierfrachtbriefs. Logistikunternehmen müssen nun ihre Prozesse anpassen und in kompatible Systeme investieren. Die Übergangsfrist bis Juli 2027 bietet Zeit für Tests und Schulungen.
Branchenbeobachter erwarten, dass die Akzeptanz im Laufe des Jahres 2026 spürbar steigen wird, sobald mehr zertifizierte Plattformen verfügbar sind. Die digitale Transformation der europäischen Lieferketten ist damit in vollem Gange.
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