Eckert & Ziegler Aktie: Kurs trotzt Bafin-Prüfung
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 15:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bafin hat sich einen neuen Fall vorgenommen — und diesmal trifft es Eckert & Ziegler. Im Zentrum steht die Abspaltung der Tochter Pentixapharm aus dem Oktober 2024. Anleger reagierten auf die Nachricht überraschend gelassen.
Die Finanzaufsicht wirft dem Strahlen- und Medizintechnikunternehmen vor, die Ausgliederung möglicherweise falsch bilanziert zu haben. Konkret geht es um die Frage, ob die Sachausschüttung an die Eigentümer erfolgsneutral verbucht werden durfte. Das ist laut Bafin nur zulässig, wenn der abgespaltene Vermögenswert vor und nach der Transaktion derselben Partei unterliegt.
Der Streit um die "beherrschende Partei"
Eckert & Ziegler hatte im Geschäftsbericht 2024 Aufsichtsratschef Andreas Eckert als oberste beherrschende Partei sowohl der Konzernmutter als auch von Pentixapharm ausgewiesen — begründet mit seiner Präsenzmehrheit auf beiden Hauptversammlungen. Die Bafin sieht dafür jedoch Anhaltspunkte, dass Eckert diese Verfügungsgewalt tatsächlich nicht besaß. Wäre das der Fall, hätte die Ausbuchung der Vermögenswerte und Schulden von Pentixapharm erfolgswirksam statt erfolgsneutral erfolgen müssen.
Das Unternehmen selbst räumt ein, dass eine solche Korrektur einen zusätzlichen Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen im Konzernabschluss 2024 zur Folge gehabt hätte. Auf die operativen Kennziffern oder die Folgejahre hätte dies laut Unternehmensangaben keinen Einfluss. Die Prüfung selbst wurde bereits am 15. Juli eingeleitet, Eckert & Ziegler betont, im "engen und konstruktiven Austausch" mit der Behörde zu stehen.
Kurs fängt sich schnell wieder
An der Börse sorgte die Meldung nur kurz für Nervosität. Die Aktie fiel zeitweise um bis zu 2,7 Prozent auf ein Tief seit März, erholte sich aber im Handelsverlauf und drehte zuletzt sogar leicht ins Plus. Auf Xetra pendelte der Kurs bei 14,03 Euro — praktisch auf Vortagesniveau. Seit dem Zwischenhoch Anfang Juli hat das Papier damit rund 13 Prozent verloren.
Der Fall reiht sich in eine ganze Serie von Bafin-Prüfungen der vergangenen Tage ein: Erst am Vortag traf es Jungheinrich, in der Vorwoche Dermapharm und Nagarro. Bei Zalando hatte eine ähnliche Prüfung im Juni keine nachhaltigen Kursfolgen — die Aktie erreichte danach sogar ein Einjahreshoch. Ob Eckert & Ziegler einen ähnlichen Verlauf nimmt, dürfte auch davon abhängen, wie schnell die Behörde zu einem Ergebnis kommt.
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