easyJet Plus von easyJet - Vielflieger zahlen für Flexibilität
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 11:59 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)Verantwortlich: Nora Steinfeld, ad hoc news Fachredaktion Neuheiten & Launch. Geprueft am 07.07.2026, 11:59 Uhr. Details im Impressum.
easyJet Plus schiebt Vielflieger in der Warteschlange nach vorne, während andere noch ihre Rollkoffer sortieren und nach dem Boarding-Schild suchen. Die orangefarbene Bordkarte in der Hand fühlt sich fast an wie ein Clubausweis, den Produktchef Thomas Haagensen ganz bewusst als Treue-Instrument positioniert. Wer regelmäßig mit easyJet durch Europa pendelt, soll mit dem Abo Zeit sparen und Planbarkeit kaufen.
Was easyJet Plus konkret bietet
Im Kern ist easyJet Plus ein Jahresabo, das laut Airline aktuell 259 Euro kostet und eine ganze Reihe von Vorteilen bündelt, die sonst einzeln gebucht werden müssten. Dazu gehören unter anderem ein bevorzugtes Boarding, kostenlose Sitzplatzwahl inklusive Sitze mit mehr Beinfreiheit sowie eine eigene Plus-Gepäckaufgabe an ausgewählten Flughäfen. Die Details listet easyJet auf der eigenen Produktseite zu easyJet Plus.
Für Geschäftsreisende besonders relevant: easyJet Plus enthält auch das sogenannte Same Day Flight Change, also die Möglichkeit, am Reisetag auf frühere Flüge umzubuchen, wenn dort noch Plätze frei sind. Außerdem erlaubt der Tarif, mit dem "Fast Track" an teilnehmenden Flughäfen schneller durch die Sicherheitskontrolle zu kommen, was in Stoßzeiten spürbar Zeit spart. Ergänzt wird das Paket durch Priorität bei der Gepäckaufgabe und ein eigenes Plus-Boarding-Gate, sofern der Flughafen dies anbietet.
Zielgruppe Vielflieger statt Gelegenheitsreisende
Marketing-Chef Lis Blair hat easyJet Plus von Beginn an als Angebot für Vielflieger in Europa beschrieben, die mehrmals im Jahr mit der Airline unterwegs sind und Wert auf Flexibilität legen. Wer nur einmal im Jahr in den Urlaub fliegt, dürfte die 259 Euro Jahresgebühr kaum wieder einspielen. Interessant wird das Modell erst für Pendlerinnen und Pendler, die zum Beispiel zwischen Berlin und London, Genf und Paris oder Mailand und Amsterdam regelmäßig unterwegs sind.
Für diese Gruppe können allein die gesparten Sitzplatzgebühren den Preis rechtfertigen, denn die Reservierung von Sitzplätzen mit mehr Beinfreiheit kostet je nach Strecke und Nachfrage schnell 10 bis 30 Euro pro Flugsegment. Hinzu kommen die Zeiteffekte durch schnelleres Boarding und Fast Track, die sich zwar schwer in Geld ausdrücken lassen, für viele Berufstätige aber ein starkes Argument sind. Einige Vielflieger berichten in unabhängigen Foren wie dem Flyertalk-Thread zu easyJet Plus, dass sich die Karte bereits nach wenigen Monaten Nutzung rechne.
Wie easyJet Plus ins Geschäftsmodell passt
Weitere Hintergründe zu Umsatzstruktur und Strategie der easyJet PLC finden Sie im Themenkanal zu den easyJet Aktien sowie im Investor-Relations-Bereich der Gesellschaft.
Unterschiede zu Tarifen und Zusatzoptionen
Wichtig ist die Abgrenzung zu den regulären easyJet-Tarifen wie Standard, Standard Plus oder Flexi. Diese Tarife definieren in erster Linie die Konditionen der einzelnen Buchung, etwa Umbuchungsregeln und inkludiertes Gepäck. easyJet Plus ist dagegen personenbezogen und immer ein Jahresabo, das unabhängig von einzelnen Tickets gilt. In Kombination lassen sich so etwa ein günstiger Basistarif und die Plus-Vorteile nutzen.
Ein weiterer Unterschied: Einzelne Vorteile wie Sitzplatzreservierung oder Speedy Boarding lassen sich auch ohne Abo als Zusatzoption buchen. Wer unsicher ist, ob sich das Jahresabo lohnt, kann daher zunächst einige Reisen mit Einzelbuchungen testen und die Summen vergleichen. easyJet selbst wirbt in einer Investorenpräsentation zum Geschäftsjahr 2023 damit, dass Zusatzleistungen inklusive Mitgliederprogrammen einen wachsenden Anteil am Umsatz ausmachen.
Preisstruktur und regionale Unterschiede
Die genannte Jahresgebühr von 259 Euro bezieht sich auf den Kauf in der Eurozone, easyJet weist auf der Website ausdrücklich darauf hin, dass der Preis in anderen Währungen leicht variieren kann. In Großbritannien wird der Beitrag typischerweise in Pfund ausgewiesen; aufgrund wechselnder Wechselkurse können hier Abweichungen entstehen. Entscheidend für Verbraucher ist der Preis, der beim Abschluss des Abos im Buchungsprozess angezeigt wird.
Rabattaktionen oder zeitlich begrenzte Promotions gibt es nach Angaben der Airline gelegentlich, stehen aber nicht im Mittelpunkt der Vermarktung. easyJet setzt bei Plus eher auf eine klare Preisbotschaft und die Summe der Vorteile über das Jahr hinweg. Für Unternehmen, die regelmäßig mehrere Mitarbeitende fliegen lassen, kann der Konzern zudem individuelle Vereinbarungen treffen, die in der öffentlichen Kommunikation jedoch kaum konkretisiert werden.
Beitrag zu Erlösen und Kundenbindung
Aus Investorensicht ist easyJet Plus Teil der sogenannten Ancillary Revenues, also der Zusatzerlöse neben dem reinen Ticketpreis. Diese Erlöse gewannen im Low-Cost-Segment in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung, wie Branchenanalysen des Portals Simple Flying zeigen. Abomodell und Treueprogramm dienen dabei nicht nur dem unmittelbaren Erlös, sondern auch dem Ziel, Kundinnen und Kunden stärker an die Marke zu binden.
Wer einmal in easyJet Plus investiert hat, bucht seine Flüge im Zweifel eher bei dieser Airline, um den Jahresbeitrag auszunutzen. Dieses Verhaltensmuster ist aus anderen Branchen bekannt, etwa bei Bahn- oder Streaming-Abos, und wird von Airline-Strategen genau beobachtet. Für easyJet bedeutet jeder zusätzliche Plus-Kunde neben den Mitgliedsgebühren eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass auch weitere Zusatzleistungen wie Gepäckoptionen oder Sitzplatz-Upgrades gebucht werden.
Kritikpunkte und Grenzen des Modells
Trotz der klaren Zielgruppe bleibt easyJet Plus nicht ohne Kritik. Einige Vielflieger bemängeln in Erfahrungsberichten, dass die Vorteile auf bestimmten Strecken oder an kleineren Flughäfen kaum spürbar seien, weil es dort weder Fast Track noch ein dediziertes Plus-Gate gebe. In Online-Diskussionen wird außerdem darüber gestritten, ob das Prioritätsboarding tatsächlich Zeit spart oder lediglich das Warten in die Fluggastbrücke verlagert. Diese Einschätzungen finden sich etwa in Kommentaren unter einem Bericht des Portals One Mile at a Time.
Auch der Preis wird kontrovers diskutiert: Für Reisende, die nur kurze Strecken fliegen und selten Zusatzleistungen nutzen, erscheint die Jahresgebühr hoch. Hinzu kommt, dass die Vorteile nicht für Mitreisende gelten, sondern jeder Passagier seine eigene Mitgliedschaft benötigt, wenn er oder sie dieselben Privilegien haben möchte. Familien müssten also mehrere Plus-Karten kaufen, was den finanziellen Vorteil spürbar schmälert.
Einordnung für Privatreisende und Geschäftskunden
Für Privatpersonen, die typischerweise ein bis drei Flugreisen pro Jahr unternehmen, bleibt easyJet Plus eher ein Nischenprodukt. Sie sind mit einzelnen Sitzplatzbuchungen und gelegentlichem Speedy Boarding meist besser bedient, weil sie bei Bedarf flexibel entscheiden können. Vielflieger mit zehn oder mehr Segmenten pro Jahr hingegen können über das Abo nachdenken, vor allem wenn sie gezielt die Sitze mit mehr Beinfreiheit ansteuern und regelmäßig zu Rush-Hour-Zeiten unterwegs sind.
Für kleinere und mittlere Unternehmen kann easyJet Plus eine pragmatische Möglichkeit sein, Geschäftsreisen etwas planbarer zu machen, ohne in komplexe Großkundenprogramme einzusteigen. Reiseverantwortliche können Mitarbeitenden, die besonders häufig fliegen, eine Mitgliedschaft ermöglichen und so die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie pünktlich am Zielort sind und mit weniger Stress reisen. Die Entscheidung bleibt am Ende eine klare Kosten-Nutzen-Abwägung, die sich gut mit vergangenen Buchungsdaten durchrechnen lässt.
Kontext easyJet Aktie und Kapitalmarkt
Am Kapitalmarkt ordnen Analysten Programme wie easyJet Plus meist in der Diskussion um die Profitabilität von Low-Cost-Carriern ein, da Zusatzerlöse die Margen gegenüber reinen Ticketpreisen stabilisieren können. Die easyJet Aktie (ISIN GB00B7KR2P84) wird unter anderem an der London Stock Exchange gehandelt, wobei die Erlösentwicklung im Bereich Ancillary Revenues regelmäßig in den Geschäftsberichten kommentiert wird.
Fakten zu easyJet Plus im Überblick
- Produkt: easyJet Plus
- Hersteller: easyJet PLC
- Kategorie: Neuheit/Launch
- Markteinführung: sukzessive ab Mitte der 2010er Jahre, aktuell weiterentwickelte Programmversion
- UVP / Preis: 259 Euro Jahresgebühr (Eurozone)
- Verfügbarkeit: online über Website und App von easyJet buchbar
- Zielgruppe: Vielflieger im europäischen Kurz- und Mittelstreckenverkehr, vor allem Geschäftsreisende
- Besonderheit / USP: Jahresabo mit gebündelten Vorteilen wie Sitzplatzwahl, bevorzugtem Boarding, Fast Track und flexibleren Umbuchungsoptionen
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