easyJet Aktie: Castlelake bis 5. Juli zur Nachbesserung
29.06.2026 - 04:49:08 | boerse-global.de
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easyJet: Das Übernahmepoker geht weiter
easyJet hat mit dem US-Investor Castlelake Gespräche aufgenommen. Das ist eine überraschende Wendung. Schließlich hatte der Vorstand der britischen Billigfluglinie das vierte Übernahmeangebot von Castlelake noch geschlossen abgelehnt. Es bewertete easyJet mit rund 4,9 Milliarden Pfund, umgerechnet 650 Pence je Aktie. Doch nun will man offenbar verhandeln.
Ein Zeichen nach dem Gipfel
easyJet spricht selbst von einer Chance auf ein "attraktiveres Angebot" und hat Castlelake Zugang zu begrenzten Geschäftsinformationen gewährt. Die Botschaft ist klar: Man ist gesprächsbereit, aber nicht um jeden Preis. Das geht aus einer Mitteilung der Fluggesellschaft hervor.
Castlelake hat nun bis zum 5. Juli Zeit, ein verbindliches Angebot vorzulegen oder sein Interesse aufzugeben. Die Frist wurde vom 26. Juni verlängert. Der Investorenkreis um Castlelake hat sich zudem verstärkt. Neben der Beteiligungsgesellschaft Brookfield Asset Management sind auch der ehemalige easyJet-Manager Peter Bellew und der Luftfahrt-Veteran Mark Breen an Bord. Sie sollen die EU-Eigentumsregeln für Airlines navigieren.
Starke Zahlen, uneiniges Board
easyJets Vorstand hält das Angebot für "substanziell zu niedrig". Man bezweifle auch, ob der Deal überhaupt umsetzbar sei. Das ist kein reines Taktieren. easyJet meldete für das Geschäftsjahr 2024/25 einen Vorsteuergewinn von 665 Millionen Pfund – ein Plus von neun Prozent. Das lag über den Erwartungen.
Die Airline verfügt über eine starke Bilanz: 4,7 Milliarden Pfund an Liquidität, 434 Millionen Pfund Nettokasse und rund fünf Milliarden Pfund an eigenen Vermögenswerten. Dazu zählen eine Flotte von rund 200 eigenen Airbus-Maschinen sowie wertvolle Slots auf großen europäischen Flughäfen. Auch das Geschäft mit Pauschalreisen (easyJet Holidays) wächst und trägt zunehmend zum Gewinn bei.
RSI im überkauften Bereich
Die Aktie hat zuletzt massiv von der Übernahmespekulation profitiert. Am Freitag schloss sie bei 6,62 Euro. Das sind fast 70 Prozent mehr als das 52-Wochen-Tief von 3,89 Euro. Die Marke erreichte die Aktie erst im Mai diesen Jahres. Das 52-Wochen-Hoch liegt nur knapp darüber bei 6,76 Euro. Mit einem RSI von 85,1 gilt die Aktie aus technischer Sicht als überkauft.
Ob Castlelake sein Angebot nachbessert, bleibt abzuwarten. Die Frist läuft bis zum 5. Juli. Dann könnte das nächste Kapitel der Übernahmesaga geschrieben werden.
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