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Dynamics 365 Business Central: KI-Agenten übernehmen die Buchhaltung

02.04.2026 - 18:01:21 | boerse-global.de

Die Version 28.0 von Dynamics 365 Business Central setzt auf autonome KI-Agenten und tiefe Automatisierung, um manuelle Dateneingaben in Finanzen und Logistik zu eliminieren.

Dynamics 365 Business Central: KI-Agenten übernehmen die Buchhaltung - Foto: über boerse-global.de

Microsofts ERP-System Dynamics 365 Business Central verwandelt sich von einer passiven Datenbank in einen aktiven, autonomen Partner. Mit der Version 28.0, die seit dem 1. April 2026 allgemein verfügbar ist, setzt der Konzern voll auf autonome KI-Agenten und tiefe Automatisierung. Das Ziel: Die lästige manuelle Dateneingabe in Finanzen und Logistik soll der Vergangenheit angehören.

Vom Assistenten zum autonomen Mitarbeiter: Die Ära des „Agentic ERP“

Der Clou der neuen Version ist die Evolution des Copilots. Aus dem reaktiven Helfer wird ein proaktiver Akteur. Eine Reihe autonomer Agenten überwacht nun Geschäftsaktivitäten und führt logikbasierte Aufgaben aus – ohne dass ein Nutzer jedes Mal den Startknopf drücken muss.

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Ein Paradebeispiel ist der verbesserte Payables Agent für die Verbindlichkeiten. Er bietet jetzt volle Transparenz: Finanzteams können direkt in ihrem Postfach nachverfolgen, welche E-Mails und Rechnungen bereits verarbeitet wurden. Bisher war oft unklar, was im Hintergrund automatisch ablief.

Zur Steuerung dieser digitalen Mitarbeiter dient das neue Agent Task Pane. Dieses zentrale Dashboard gibt Administratoren einen Echtzeit-Überblick über alle laufenden Automatisierungen und deren Ressourcenverbrauch. Eine globale Stopp-Taste erlaubt es, bei Logikfehlern alle aktiven Tasks sofort anzuhalten – ein wichtiges Sicherheitsventil.

Der vielleicht größte Durchbruch ist der Agent Designer. Mit diesem visuellen Tool können Fachabteilungen selbst KI-Agenten bauen. Ohne tiefe Programmierkenntnisse lassen sich so maßgeschneiderte Automatisierungen für Einkauf oder Logistik erstellen. Komplexe Integrationen benötigen zwar weiterhin Entwickler, aber die Grundlage für autonome Workflows ist jetzt für viel mehr Rollen zugänglich.

Strengere Kontrollen in Lieferkette und Qualitätsmanagement

Version 28.0 führt formelle Genehmigungsworkflows für zentrale Logistik-Journale ein. Betroffen sind das Artikeljournal, das Lagerjournal sowie Journale für Verbrauch und Produktion. Wird ein Antrag gestellt, sperrt das System die betroffenen Posten bis zur Entscheidung. So bleibt die Datenintegrität in der Planung gewahrt.

Zudem reift das Qualitätsmanagement. Funktionen für durchgängige Qualitätschecks sind jetzt Standard. Unternehmen können Wareneingang, Produktion und Montage prüfen – konfigurierbar pro Artikel, Charge oder Seriennummer. Neben Maßen und Gewicht lassen sich auch Quarantäne-Prozesse direkt definieren. Das verhindert, dass nicht konforme Materialien in die Produktion gelangen.

Ein weiteres Highlight: Die Verwaltung von Artikelvarianten wird vereinfacht. Attribute können jetzt direkt aus der Variantenliste bearbeitet werden. Eine Synchronisierungsfunktion „pusht“ Änderungen von einem Hauptartikel auf alle seine Varianten. Für Mode- oder Möbelhäuser mit komplexen Produktkatalogen bedeutet das deutlich weniger manuelle Pflege und weniger Fehler.

Finanzautomatisierung: Steuern, Selbstfakturierung und Nachhaltigkeit

Die Finanzverwaltung profitiert von mehreren Updates, die bisherige Zusatzmodule überflüssig machen. Die Plattform beherrscht jetzt automatische Verbrauchsteuer-Berechnungen – essenziell für Unternehmen mit zollpflichtigen Waren. Auch die Quellensteuer auf Lieferantenzahlungen ist nun integriert.

Ebenfalls an Bord: Die native Unterstützung für selbstfakturierte Rechnungen. Ein Abrechnungsmodell, das bisher aufwändige manuelle Workarounds erforderte.

Nachhaltigkeit rückt näher an den Geschäftsalltag. Seit April 2026 können Verkaufsdokumente den CO?-Fußabdruck einer Bestellung anzeigen. Später in diesem Release sollen KI-gestützte Vorschläge für Emissions-Einträge in Nachhaltigkeitsjournalen folgen. Ein vollwertiges ESG-Reporting ersetzen diese Features nicht, aber sie integrieren Umweltdaten nahtlos in bestehende Abläufe.

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Auch die Shopify-Anbindung wurde verfeinert. Jetzt synchronisiert der Connector auch Bilder für Produktvarianten, nicht nur das Hauptbild. Für Mode- und Einzelhandelsunternehmen, bei denen visuelle Genauigkeit entscheidend ist, ein wichtiger Schritt.

Modernisierte Oberfläche und stabileres Fundament

Neben neuen Funktionen erhält Business Central ein frisches Interface nach den neuesten Fluent-UI-Standards. Ziel ist eine bessere Navigation und geringere kognitive Belastung für Vielnutzer.

Unter der Haube sorgt „Safe Schema“ für mehr Stabilität. Diese Architektur-Änderung macht Datenbank-Updates zuverlässiger und senkt das Ausfallrisiko bei Systempflege. Automatisierte Page-Scripting-Tests beschleunigen die Entwicklung individueller Anpassungen.

Eine wichtige Änderung betrifft die Lizenzierung: Microsoft steigt von AI Builder Credits auf ein vereinheitlichtes Copilot-Credit-System um. Unternehmen sollten diesen Wechsel vor der Deadline im November 2026 prüfen.

Strategische Wende gegen die „ERP-Müdigkeit“

Mit dem Update vollzieht Microsoft eine strategische Kehrtwende. Das „agentische“ Modell soll das Problem der ERP-Müdigkeit lösen – also den übermäßigen Aufwand für Dateneingabe und -prüfung. Indem autonome Agenten direkt in Finanz- und Logistik-Kerne eingebettet werden, wird Business Central zum aktiven Strategiepartner, nicht nur zum passiven Archiv.

Features wie die automatisierte Verbrauchsteuer oder das native Qualitätsmanagement zielen klar auf den Mittelstand. Diese Unternehmen waren bisher auf teure Branchenlösungen angewiesen. Integriert Microsoft diese Hochwert-Funktionen standardmäßig, sinken die Gesamtkosten für Fertigungs- und Handelsunternehmen – bei gleichzeitig wachsender Plattform-Leistung.

Ausblick: Rollout bis Herbst 2026

Der Rollout der Release Wave 1 dauert bis September 2026 an, Features werden etappenweise in verschiedenen Regionen freigeschaltet. Microsoft rät, die neuen Agenten und Genehmigungsworkflows zunächst in Sandbox-Umgebungen zu testen. Vertiefende Technik-Sessions und Webinare sind für April geplant.

Der Fokus für den Rest des Jahres liegt auf der Verfeinerung der autonomen Agenten und dem Ausbau des Ökosystems. Mit der wachsenden Nutzung des Agent Designers dürfte auch die Bibliothek community-getriebener Agenten expandieren und die Automatisierung nischiger Prozesse beschleunigen. Der nächste große Update, Release Wave 2, ist für Oktober 2026 avisiert. Details werden voraussichtlich im Spätsommer bekannt gegeben.

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