ROUNDUPNach, Amprion-Einstieg

RWE erhöht Investitionsziel - Aktie im Plus

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 09:50 Uhr | dpa.de

Durch den Einstieg beim Übertragungsnetzbetreiber Amprion investiert RWE DE0007037129 in diesem Jahr mehr Geld.

Für dieses Jahr seien unter Berücksichtigung der Amprion-Transaktion nun Investitionen von netto 9 bis 11 Milliarden Euro geplant, teilte der Energiekonzern am Donnerstag bei der Vorlage des Halbjahresberichts in Essen mit. Bislang waren 6 bis 8 Milliarden Euro das Ziel. Der DaxDE0008469008-Konzern hatte im Juni mitgeteilt, sich die Mehrheit an Amprion zu sichern. Bis 2031 wollen die Essener nun 42 Milliarden Euro netto investieren, davon sollen rund 7 Milliarden Euro in den Netzausbau fließen. Analysten sehen zudem Potenzial für weiteres Ergebniswachstum. Anleger griffen zu.

Kurz nach Handelsbeginn legte das Papier rund ein Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht momentan ein Plus von mehr als einem Viertel zu Buche. Dabei war die Aktie insbesondere bis Ende April kräftig geklettert, in der Spitze ging es bis auf 62,00 Euro. Innerhalb eines Monats rutschte sie dann bis auf unter 55 Euro ab. Seitdem bewegt sie sich mehr oder weniger seitwärts. Ein Erholungsversuch vor drei Wochen bis knapp unter 60 Euro verfestigte sich nicht. Am Donnerstag kostete ein RWE-Schein zuletzt 58,20 Euro.

Die Ende Juli vorgelegten vorläufigen Zahlen für die ersten sechs Monate des Jahres bestätigte RWE am Donnerstag. Demnach stieg das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich um 44 Prozent auf gut 3 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis verbesserte sich sogar um fast 60 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Vor rund zwei Wochen hatten die Essener auch die Ergebnisziele für 2026 und 2027 erhöht.

Der endgültige Halbjahresbericht enthalte nach den vorab vorgelegten Eckdaten zwar keine Neuigkeiten mehr, schrieb Analyst Alberto Gandolfi von der US-Bank Goldman Sachs. "Er sät aber die Saat für eine weitere Wachstumsbeschleunigung", so der Experte. Dabei sieht er Impulse, die seiner Ansicht nach nicht im Ergebnisausblick bis 2031 enthalten sind. Hierzu zählten beispielsweise die konkreten RWE-Pläne für die Beteiligung an der Ausschreibung für neue deutsche Gaskraftwerke (CCGT).

Auch Jefferies-Analyst Ahmed Farman sieht darin Aufwärtspotenzial, ebenso wie in dem möglichen Verkauf von Standorten für Rechenzentren. Bei zwei Grundstücken rückt eine Einigung laut einer von RWE ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Präsentation für Investoren näher. Farman verwies weiterhin darauf, dass die Jahresziele der Essener noch auf Rohstoffpreisen vom 30. Juni beruhten. Dies impliziere angesichts des aktuellen Rohstoffumfelds ebenfalls Aufwärtspotenzial.

Erst am Dienstag hatte der Preis für europäisches Erdgas den höchsten Stand seit zwei Wochen erreicht, nachdem es bereits zu Wochenbeginn einen kräftigen Preissprung gegeben hatte. Hintergrund ist das Ringen der Kriegsparteien USA und Iran um die vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus, bei dem es bislang keine Fortschritte gibt.

Momentan erwartet das RWE-Management für 2026 den bereinigten operativen Gewinn bei 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis soll bei 1,95 bis 2,45 Milliarden Euro herauskommen. Für das kommende Jahr rechnet der Konzern beim operativen Gewinn mit einem Anstieg auf 6,7 bis 7,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis soll auf 2,2 bis 2,7 Milliarden Euro anziehen.

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