DSGVO: Datenpannen steigen, EU will Regeln lockern
23.01.2026 - 08:35:12Die Zahl der gemeldeten Datenschutzverstöße in Europa nimmt zu. Das erhöht den Druck auf die Politik, die strengen DSGVO-Regeln zu vereinfachen. Experten warnen dabei vor einer oft übersehenen Gefahr.
Flut von Meldungen als Weckruf
Neue Auswertungen zeigen ein klares Bild: Immer mehr Datenschutzverletzungen werden in Europa gemeldet. Dies deutet auf ein gestiegenes Bewusstsein hin, aber auch auf eine anhaltend hohe Bedrohung. Jede Panne – sei es durch Hackerangriffe, falsch konfigurierte Cloud-Datenbanken oder Phishing – birgt immense finanzielle und reputative Risiken. Die verhängten Bußgelder erreichen weiterhin Rekordsummen, angeführt von Ländern wie Irland und Frankreich. Für Unternehmen wird die kontinuierliche Überprüfung ihrer Datenschutzkonzepte zur Überlebensfrage.
EU plant Entlastung für Unternehmen
Angesichts der anhaltenden Bürokratie-Hürden hat die Europäische Kommission die Debatte über eine Anpassung der Regeln gestartet. Im Gesetzespaket „Digital Omnibus“ wird eine Harmonisierung der Vorschriften diskutiert. Ein zentraler Vorschlag: Die Meldefrist für Datenpannen soll von 72 auf 96 Stunden verlängert werden. Das soll Unternehmen mehr Zeit für fundierte Untersuchungen geben. Aus Deutschland kamen weitere Vorschläge, etwa für eine präzisere Definition von „personenbezogenen Daten“. Das Ziel ist klar: Den Aufwand für kleine und mittlere Unternehmen senken, ohne das Schutzniveau zu gefährden.
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Die unterschätzte analoge Gefahr
Während der Fokus auf digitalen Bedrohungen liegt, gerät eine klassische Gefahrenquelle oft aus dem Blick: analoge Risiken. Die DSGVO gilt auch für Daten in physischer Form. Ungesicherte Aktenschränke, unsachgemäß entsorgte Kundendokumente oder unkontrollierte Bürozugänge stellen massive Verstöße dar. Die Zunahme digitaler Vorfälle sollte eine Mahnung sein, die gesamte Prozesskette zu betrachten. Ein ganzheitliches Konzept muss daher die IT-Infrastruktur ebenso schützen wie Richtlinien für Papierdokumente und den physischen Firmenzugang.
Transparenz bleibt oberstes Gebot
Die Komplexität moderner Datenverarbeitung über Cloud-Dienste und internationale Transfers macht Compliance zur Daueraufgabe. Ein entscheidender Faktor bleibt die Transparenz. Aktuelle Gerichtsentscheidungen, etwa zu Informationspflichten bei Bodycams, zeigen: Klare und verständliche Hinweise zur Datenverarbeitung sind essenziell. Diese Pflicht aus Artikel 13 und 14 der DSGVO betrifft den Cookie-Banner auf der Website ebenso wie das Hinweisschild zur Videoüberwachung am Firmeneingang. Unternehmen müssen jederzeit darlegen können, was mit welchen Daten geschieht.
Integrierte Compliance als Zukunft
Die „Digital Omnibus“-Debatte wird die Datenschutzlandschaft prägen. Unternehmen können auf Erleichterungen hoffen, müssen sich aber auf konsequente Durchsetzung der Kernprinzipien einstellen. Ein Trend ist die stärkere Einbindung von IT-Herstellern in die Verantwortung („Privacy by Design“). Für die Praxis bedeutet das: Datenschutz ist keine isolierte Aufgabe der Rechtsabteilung mehr. Erfordert ist eine integrierte Strategie, die digitale und analoge Prozesse vereint und eine Schutz-Kultur im gesamten Unternehmen verankert. Die proaktive Auseinandersetzung damit wird zum Wettbewerbsvorteil.


