DroidUp präsentiert Moya: Der menschenähnlichste Roboter für Pflege und Gesellschaft
04.02.2026 - 19:10:12Ein chinesisches Unternehmen stellt einen biomimetischen Roboter vor, der mit Körpertemperatur und Mikroexpressionen die Grenze zwischen Mensch und Maschine neu definieren soll. Sein Ziel: die Pflegekrise lindern.
Shanghai – Die Grenzen zwischen humanoider Maschine und menschlichem Gegenüber verschwimmen: Die Robotikfirma DroidUp hat mit „Moya“ einen sozialen Roboter vorgestellt, der in Aussehen und Interaktion neue Maßstäbe setzt. Das Gerät ist speziell für den Einsatz in Pflege, Bildung und Servicebranchen konzipiert – Bereiche, die auch in Deutschland unter akutem Personalmangel leiden. Moya soll nicht schwere Lasten heben, sondern einfühlsame Gespräche führen.
Die Überwindung des „Uncanny Valley“
Mit einer Größe von 1,65 Metern und 32 Kilogramm Gewicht entspricht Moya den Proportionen eines erwachsenen Menschen. Die eigentliche Revolution steckt im Detail: Der Roboter kann subtile Gesichtsausdrücke wie Lächeln und Nicken imitieren, Blickkontakt halten und seine Körpertemperatur konstant zwischen 32 und 36 Grad Celsius halten. Diese biomimetischen Features – also die Nachahmung der Natur – sind ein gezielter Angriff auf das sogenannte „Uncanny Valley“. Dieses Phänomen beschreibt das Unbehagen, das fast-menschliche, aber nicht perfekte Roboter oft auslösen. Die ersten Reaktionen in den sozialen Medien sind gespalten zwischen Faszination und deutlicher Verunsicherung.
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„Die Bewegungen sind zu 92 Prozent menschenähnlich“, wirbt DroidUp für Moyas Gangbild. Damit übertrifft das Modell die oft ruckartigen Bewegungen früherer Humanoiden bei weitem. Die fließende Motorik soll Vertrautheit und Akzeptanz in der Interaktion schaffen.
Technik für soziale Intelligenz, nicht für Kraft
Die Hardware basiert auf der weiterentwickelten „Walker 3“-Plattform, deren Vorgänger in einem Pekinger Halbmarathon für Humanoiden den dritten Platz belegte. Das zeigt den Fokus auf Ausdauer und Stabilität. Im Inneren sorgen leichte Gitterstrukturen als „Muskeln“ und ein verbessertes Kühlsystem für lange Einsatzzeiten.
Der entscheidende Unterschied zu Industrierobotern liegt in der „Embodied AI“. Diese verkörperte künstliche Intelligenz ermöglicht es Moya, Informationen in einer physischen Umgebung zu verarbeiten und zu handeln – nicht nur am Bildschirm zu rechnen. Ein modularer Aufbau erlaubt es zudem, das äußere Erscheinungsbild für verschiedene Einsatzumgebungen wie Klinikzimmer oder Klassenzimmer anzupassen.
Einsatz gegen die Pflegekrise
DroidUp positioniert Moya klar in Sektoren, die von empathischer, langfristiger Interaktion leben. Die Gesundheitsbranche ist das primäre Ziel. Hier könnte der Roboter als Begleiter für Senioren dienen, bei der Patientenüberwachung assistieren oder in Kliniken Informationen und emotionale Unterstützung bieten. Die Fähigkeit zu „gemütlichen, langen Gesprächen“ wird höher gewichtet als rohe Kraft – ein Hinweis auf Anwendungen in der psychologischen Betreuung.
Doch auch als Lehrassistent in Schulen oder als Servicemitarbeiter im Handel sind denkbare Szenarien. Damit adressiert DroidUp einen globalen Trend: Roboter sollen die Personalengpässe in sozialen Berufen abfedern und menschliche Fachkräfte ergänzen, nicht ersetzen.
Ein teurer Schritt in eine neue Ära
Die Markteinführung ist für Ende 2026 geplant. Vorläufigen Medienberichten zufolge könnte der Startpreis bei umgerechnet rund 1,2 Millionen Yen (ca. 7.500 Euro) liegen. Die finale Preisgestaltung steht aber noch aus.
Moyas Debüt fällt in eine Phase rasanten Fortschritts in der Humanoid-Robotik. Während viele Hersteller auf mechanisch anmutende Modelle für Fabriken setzen, um das Uncanny Valley zu umgehen, geht DroidUp den entgegengesetzten Weg. Sollte Moya gesellschaftliche Akzeptanz finden, könnte er den Standard für soziale Roboter neu definieren. Die Branche wird genau beobachten, ob die ambitionierte Biomimetik alltagstauglich ist – und ob Menschen einen fast-menschlichen Begleiter wirklich willkommen heißen.
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