DORA-Regelung: EU-Krypto-Branche vor entscheidender Woche
04.01.2026 - 20:00:12Die EU-Regulierung DORA steht vor ihrer ersten großen Bewährungsprobe – und stellt die Krypto-Branche vor massive Compliance-Herausforderungen. Am 17. Januar muss die EU-Kommission die Wirksamkeit des Digital Operational Resilience Act überprüfen, nur zwei Wochen vor dem ersten Jahrestag des Inkrafttretens. Neue Berichte zeigen: Vor allem dezentrale Finanzprotokolle (DeFi) kämpfen mit den strengen Vorgaben.
Ein zentraler Konfliktpunkt ist die Vereinbarkeit von DORAs zentralisierten Governance-Anforderungen mit dezentralen Blockchain-Architekturen. Die Verordnung verlangt von Finanzunternehmen klare Verantwortungslinien und „Zugang zu Informationen“ ihrer IT-Dienstleister.
Doch genau hier liegt das Problem: Bei öffentlichen, erlaubnisfreien Blockchains gibt es keine einzelne kontrollierende Instanz. Wer ist verantwortlich, wenn kein Unternehmen das Netzwerk kontrolliert? Branchenbeobachter hoffen, dass die anstehende Überprüfung der Kommission angepasste Regime für DeFi vorsieht. Sonst droht die Innovation im europäischen Krypto-Sektor erheblich gehemmt zu werden.
Passend zum Thema DORA und den jüngsten EVM-Angriffen: Viele Unternehmen unterschätzen, wie stark Integrationen zu öffentlichen Blockchains die Angriffsfläche vergrößern. Ein kostenloses E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ zeigt praxisnahe Maßnahmen für IT- und Compliance-Teams, die sofort Schutz bieten und gleichzeitig regulatorische Anforderungen adressieren. Enthalten sind Checklisten, Priorisierungs-Tipps und umsetzbare Schritte für Finanzinstitute und Krypto-Dienstleister. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide sichern
Neue Sicherheitslücken unterstreichen Dringlichkeit
Die Aktualität der Debatte wurde am vergangenen Samstag unterstrichen. Analysen deckten eine neue Welle von Angriffen auf Ethereum-Virtual-Machine-Wallets (EVM) auf. Hunderte Wallets waren betroffen.
Diese Vorfälle zeigen die systemischen Risiken, die DORA eigentlich eindämmen soll. Sicherheitsexperten betonen: Wenn traditionelle Banken zunehmend mit öffentlichen Blockchains interagieren, wird die Sicherheit dieser „nicht regulierten“ Infrastruktur zum Compliance-Thema für regulierte Institute. Die Timing dieser Exploits, kurz vor dem regulatorischen Review, dürfte den Druck erhöhen.
Tech-Riesen rüsten sich für DORA-Standards
Während die Regulierung verschärft wird, passen globale Technologiekonzerne ihre Strategien an. Samsung kündigte am Sonntag eine Roadmap für 2026 an, die KI-gestützte Sicherheit und Blockchain-Schutz in den Mittelpunkt stellt.
Der Konzern will Sicherheitsfunktionen einführen, die den strengen Resilienz-Standards für kritische Drittanbieter unter EU-Recht entsprechen. Ein klarer Trend: Nicht-finanzielle Tech-Unternehmen rüsten proaktiv auf, um weiterhin als Partner für EU-Finanzinstitute infrage zu kommen. „DORA-taugliche“ Sicherheit im Consumer-Bereich wird zum Wettbewerbsvorteil.
2026: Das Jahr der Durchsetzung
Für die Branche steht ein entscheidendes Jahr bevor. Die Übergangsfristen laufen aus, nationale Aufsichtsbehörden werden wahrscheinlich von manuellen zu automatisierten Meldesystemen wechseln. Das ermöglicht schnellere und schärfere Sanktionen bei Verstößen.
Die Stellungnahme der EU-Kommission am 17. Januar wird die Richtung vorgeben. Wird Brüssel auf strikter Äquivalenz für DeFi bestehen? Oder findet sich ein pragmatischer Weg? Bis dahin arbeiten Compliance-Abteilungen in ganz Europa unter Hochdruck an ihren „Gap Assessments“ und Audits. Niemand will im zweiten Jahr der Regulierung als negatives Beispiel dienen.
PS: Wenn Sie Verantwortung für IT‑Sicherheit oder Compliance tragen, lohnt sich ein kompakter Praxis-Guide: Er erklärt, wie sich Unternehmen ohne hohe Zusatzkosten besser gegen Phishing, Exploits und gezielte Angriffe schützen – und welche Schritte sofort die Prüfungsfähigkeit gegenüber Aufsichtsbehörden stärken. Kostenlose Checklisten und Sofortmaßnahmen inklusive. Jetzt Cyber-Security-E-Book herunterladen


