DJB und Mediziner normalisieren Schwangerschaft im Leistungssport
12.02.2026 - 09:39:12Während in Mailand und Cortina Olympia läuft, rückt ein Thema abseits der Wettkämpfe in den Fokus: die aktive Schwangerschaft im Hochleistungssport. Diese Woche setzten der Deutsche Judo-Bund (DJB) und Sportmediziner neue Impulse für einen Paradigmenwechsel – weg von der Schonung, hin zur gezielten Belastung.
Vorbild Judo: Verband thematisiert Karriere und Kinderwunsch
Der Deutsche Judo-Bund hat mit einer wegweisenden Veröffentlichung die Debatte befeuert. In der aktuellen Ausgabe seines Verbandsmagazins widmet sich der DJB explizit dem Thema „Schwanger im Spitzensport“ und lässt Topathletinnen wie Vivian Kostrzewa und Annika Spörcke zu Wort kommen.
Dieser Schritt gilt als starkes Signal für die Normalisierung der Familienplanung im Profisport. Statt eine Schwangerschaft als Karriereende zu betrachten, zeigt der Verband Strategien zur Vereinbarkeit auf. Der DJB integriert dabei auch fachärztliche Einschätzungen zur Belastung im Kampfsport. Ein kultureller Wandel, der Athletinnen ermutigen soll.
Neue Leitlinien: Bis zu 155 Pulsschläge sind in Ordnung
Parallel dazu haben Experten der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) heute die medizinischen Empfehlungen präzisiert. Marion Sulprizio vom DSHS-Arbeitskreis „Sport und Schwangerschaft“ räumt mit alten Mythen auf und nennt klare Richtwerte.
- Für jüngere Schwangere sind beim Training Pulsfrequenzen von bis zu 155 Schlägen pro Minute vertretbar.
- Für Frauen über 40 Jahren gilt ein Richtwert von unter 140 Schlägen.
„Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass sportliche Aktivität die Durchblutung der Plazenta fördert, anstatt sie zu gefährden“, so Sulprizio. Der Gynäkologe Klaus Doubek unterstreicht internationale Leitlinien, die mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche vorsehen. Als Maßstab gilt der „Talk-Test“: Eine Unterhaltung sollte während der Aktivität noch möglich sein.
Olympia 2026 als Bühne für das Comeback
Die laufenden Winterspiele in Italien verleihen dem Thema zusätzliche Brisanz. Sie gelten als Meilenstein für Athletinnen, die nach einer Schwangerschaft in die Weltspitze zurückkehren. Prominentes Beispiel ist die Biathletin Janina Hettich-Walz, die ihre Teilnahme 2026 bereits bei Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft 2024 als Ziel definierte.
Die Präsenz von Müttern im olympischen Dorf und die Herausforderungen zwischen Wettkampf und Kinderbetreuung sind derzeit viel diskutiert. Diese Sichtbarkeit demonstriert praktisch, was Verbände fordern: Dass eine Schwangerschaft kein Ausschlusskriterium für olympische Medaillen ist.
Ein struktureller Wandel erreicht seinen „Tipping Point“
Die aktuellen Entwicklungen sind Teil eines langfristigen Wandels. Anpassungen in Regularien, wie die Übernahme der FIFA-Mutterschutzrichtlinien durch den DFB, haben die rechtliche Basis verbessert.
Verbände und Verantwortliche müssen ihre Mutterschutzprozesse jetzt rechtssicher gestalten — ein kostenloses E‑Book bietet praxisnahe Checklisten und vollständig bearbeitbare Vorlagen zur Gefährdungsbeurteilung Mutterschutz, ideal für Sicherheitsfachkräfte, Vereinsvorstände und Personalverantwortliche in Sportorganisationen. Gefährdungsbeurteilung Mutterschutz: Gratis-Checklisten & Vorlagen herunterladen
Analysten sehen nun einen „Tipping Point“ erreicht. Während Schwangerschaften früher oft verheimlicht wurden, gelten sie heute als natürlicher Teil einer Athletenbiografie. Die wissenschaftliche Untermauerung durch Institutionen wie die DSHS liefert die nötige Sicherheit für evidenzbasierte Trainingspläne.
@ boerse-global.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


