Digitalisierung, Verwaltung

Digitalisierung der Verwaltung: 59 Prozent der Deutschen nutzen Online-Dienste nie

16.01.2026 - 04:56:12

Eine Umfrage zeigt, dass 59 Prozent der Bürger noch nie einen Behördengang online erledigt haben. Die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes hinkt den Zielen hinterher.

Deutschlands Verwaltung bleibt für die Mehrheit der Bürger offline. Eine neue Umfrage zeigt, dass 59 Prozent noch nie einen Behördengang digital erledigt haben. Die Zahlen offenbaren eine tiefe Kluft zwischen den ambitionierten Plänen der Regierung und der gelebten Realität.

Umfrage zeigt massive Nutzungslücke

Das Vergleichsportal Verivox veröffentlichte am Montag alarmierende Daten: Nur vier von zehn Deutschen haben jemals ein Verwaltungsangebot online genutzt. Als Hauptgrund nannten 39 Prozent der Nicht-Nutzer schlicht, dass der gewünschte Service digital gar nicht verfügbar war. Über 20 Prozent bevorzugen zudem den persönlichen Kontakt im Amt.

Die Analyse zum Onlinezugangsgesetz (OZG) untermauert dieses Bild. Von Tausenden möglichen Services sind derzeit nur etwa 110 vollständig digital abwickelbar. Im vergangenen Jahr kamen lediglich neun neue hinzu. Das Gesetz sah eigentlich vor, dass bis Ende 2022 alle Verwaltungsleistungen online verfügbar sein sollten – ein Ziel, das deutlich verfehlt wurde.

Regierung setzt auf Modernisierungsoffensive

Trotz der ernüchternden Zahlen hält die Bundesregierung an ihrer Digitalagenda fest. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr kündigte zu Jahresbeginn über 200 konkrete Maßnahmen an. Der Fokus liegt auf Bürokratieabbau und Vereinfachung.

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Konkret plant die Regierung spürbare Erleichterungen im Alltag: Die Pflicht, Adressänderungen im Reisepass eintragen zu lassen, soll entfallen. Für Menschen über 70 sollen Ausweise lebenslang gültig werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der automatisierten Steuererklärung, die in einigen Regionen bereits getestet wird. Künstliche Intelligenz soll Anträge vorprüfen und Verwaltungsmitarbeiter entlasten.

OZG 2.0 soll neuen Schwung bringen

Die Modernisierungsbemühungen bauen auf dem 2017 beschlossenen OZG auf. Wegen der komplexen föderalen Struktur und unterschiedlicher Digitalisierungsgrade in Ländern und Kommunen wurde die ursprüngliche Frist 2022 nicht erreicht.

Im Juni 2024 trat daher eine novellierte Fassung, das OZG 2.0, in Kraft. Es soll für bundesweite Standards sorgen und den Rechtsanspruch auf digitale Verwaltungsleistungen stärken. Kern der neuen Strategie sind 16 besonders häufig genutzte „Leistungen für alle“, darunter Kfz-Zulassung, Elterngeldantrag und Bauanträge. Der Bund übernimmt hier eine stärkere Koordinierungsrolle.

Föderalismus als Bremsklotz der Digitalisierung?

Experten sehen im deutschen Föderalismus eine zentrale Hürde. Die notwendige Abstimmung zwischen Bund, 16 Ländern und rund 11.000 Kommunen führt oft zu Insellösungen statt zu einheitlichen Services. Die Digitalisierung der Verwaltung gilt als eines der größten Modernisierungsprojekte seit Gründung der Bundesrepublik.

Der Erfolg hängt nicht davon ab, Formulare einfach ins Netz zu stellen. Es braucht eine grundlegende Restrukturierung der Verwaltungsprozesse im Hintergrund. Register müssen modernisiert werden, um das „Once-Only“-Prinzip zu ermöglichen – die Idee, dass Bürger ihre Daten nur einmal angeben müssen. Die Bundesregierung setzt hier auf die Nutzerfreundlichkeit und das digitale Bürgerkonto BundID.

Digitale Brieftasche als nächster Meilenstein

Ein zentrales Zukunftsprojekt ist die für Januar 2027 geplante digitale Brieftasche. Sie soll es ermöglichen, Personalausweis, Führerschein und andere Dokumente sicher im Smartphone zu speichern und vorzuzeigen. Für viele Alltagssituationen könnten dann physische Karten überflüssig werden.

Das langfristige Ziel bleibt eine effiziente, serviceorientierte und bürgernahe Verwaltung. Die aktuellen Umfragezahlen zeigen jedoch: Der Weg dorthin erfordert nicht nur politischen Willen, sondern vor allem eine konsequente und praxistaugliche Umsetzung. Die digitalen Dienste müssen nicht nur existieren – die Bürger müssen sie auch nutzen wollen.

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