Digital Omnibus: EU will Bürokratie für KI-Firmen massiv abbauen
24.01.2026 - 00:39:12Die EU will mit einem umfassenden Gesetzespaket die komplizierten Digitalvorschriften für Unternehmen radikal vereinfachen. Kernstück ist der sogenannte „Digital Omnibus“, der Regeln für KI, Cybersicherheit und Datenschutz harmonisieren soll. Ziel ist es, den Verwaltungsaufwand zu senken und Innovationen im Binnenmarkt zu fördern.
Erstmals von der EU-Kommission im November 2025 vorgestellt, durchläuft das Paket nun das Gesetzgebungsverfahren. Es reagiert direkt auf Klagen der Wirtschaft über überlappende und komplexe Vorschriften. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sehen sich oft mit unüberschaubaren Hürden konfrontiert. Durch die Modernisierung des digitalen Regelwerks will Brüssel Firmen entlasten, damit sie sich auf Wachstum und globale Konkurrenzfähigkeit konzentrieren können.
Das Herzstück der Vereinfachung bildet das „KI-Omnibus“ – ein Bündel gezielter Änderungen am KI-Gesetz und verwandten Verordnungen. Es soll ein innovationsfreundlicheres Umfeld schaffen, ohne die hohen EU-Standards für Sicherheit und Grundrechte aufzuweichen. Ein Hauptziel ist es, die administrative Zersplitterung zu beenden, der sich Unternehmen gegenübersehen.
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Die vorgeschlagenen Änderungen sind weitreichend. So sollen regulatorische Erleichterungen, die bisher nur für KMU galten, künftig auch auf kleine Mittelständler ausgeweitet werden. Dazu gehören weniger aufwändige Anforderungen an technische Dokumentationen. Die Barriere für den Markteintritt soll so für mehr Firmen gesenkt werden.
Phasenweise Einführung und mehr Spielräume
Ein zentraler Vorschlag betrifft die schrittweise Einführung der Regeln für „hochriskante“ KI-Systeme. Die Frist für deren Anwendung soll auf maximal 16 Monate angepasst werden. Sie treten somit erst in Kraft, wenn die notwendigen technischen Standards und Unterstützungstools für Unternehmen vollständig verfügbar sind.
Weitere Maßnahmen sollen Innovationen fördern: Der Zugang zu KI-Regulierungs-Sandboxes wird ausgeweitet. In diesen geschützten Räumen können Firmen neue Technologien unter Aufsicht testen. Bis 2028 soll eine neue EU-weite Sandbox grenzüberschreitende Tests ermöglichen. Zudem werden die Befugnisse des zentralen Europäischen KI-Amts gestärkt, um die Zersplitterung der Aufsicht zwischen den Mitgliedstaaten zu verringern.
Einheitliche Meldepflichten und ganzheitlicher Ansatz
Der Digital Omnibus ist Teil einer größeren Vision für ein kohärenteres regulatorisches Umfeld. Er will Rahmenwerke wie die KI-Verordnung, die DSGVO, den Data Act und verschiedene Cybersicherheitsrichtlinien zusammenführen. So soll etwa ein einheitlicher Meldeweg für Cybersicherheitsvorfälle eingeführt werden, der die derzeitigen Pflichten vereinfacht.
Diese Harmonisierung ist entscheidend für Unternehmen, die aktuell mit sich wiederholenden oder widersprüchlichen Pflichten kämpfen. Die Kommission erhofft sich ein vorhersehbareres und kostengünstigeres System für alle Marktteilnehmer. Dieser ganzheitliche Ansatz spiegelt sich auch im jüngsten Vorschlag für einen Digital Networks Act wider, der die Vorschriften für Europas Konnektivitätsinfrastruktur modernisieren soll.
Wettbewerbsfähigkeit im Fokus
Der Drang zur Vereinfachung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Unternehmen in der EU bereiten sich auf neue Anforderungen des KI-Gesetzes vor, die bis August 2026 in Kraft treten sollen. Die Komplexität des bestehenden digitalen Regelwerks gilt weithin als Hemmnis für die globale Wettbewerbsfähigkeit der EU.
Während das Digital Package die Last verringern soll, betonen Experten, dass Kernpflichten wie angemessene KI-Kompetenz in den Organisationen für das Risikomanagement unverzichtbar bleiben. Die legislativen Vorschläge werden derzeit vom Europäischen Parlament und dem Rat der EU geprüft. Verhandlungen entscheiden über den finalen Text; die KI-Komponenten des Omnibus sollen voraussichtlich im Juli 2026 verabschiedet werden. Die europäische Wirtschaft verfolgt die Entwicklungen, die die nächste Ära der Digitalregulierung im Binnenmarkt prägen werden.
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