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Digital Networks Act: EU will Gigabit-Gesellschaft bis 2035

21.01.2026 - 21:12:12

Die EU-Kommission stellt die Weichen für eine flächendeckende Gigabit-Versorgung. Ihr neuer Digital Networks Act soll den Ausbau von Glasfaser und 5G beschleunigen und den Telekom-Markt vereinheitlichen. Für deutsche Unternehmen bedeutet das Planungssicherheit – und die Pflicht zum Umstieg.

Das Herzstück des Gesetzes ist der verbindliche Ausstieg aus den alten Kupfernetzen. Zwischen 2030 und 2035 sollen sie vollständig durch moderne Glasfasernetze ersetzt werden. Bis 2029 müssen die Mitgliedsstaaten detaillierte nationale Umsetzungspläne vorlegen.

Für Unternehmen heißt das: Sie müssen ihre digitale Infrastruktur strategisch überprüfen. Zwar schreibt das bereits geltende Gigabit-Infrastrukturgesetz vor, dass Neubauten und grundlegend renovierte Gebäude glasfaserfähig sein müssen. Der neue Akt verschärft den Druck für eine flächendeckende Modernisierung. Der Vorteil sind höhere Geschwindigkeiten, geringere Latenzzeiten und mehr Zuverlässigkeit – essenziell für datenintensive Anwendungen, Cloud-Dienste und hybrides Arbeiten.

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Einheitlicher Binnenmarkt für Telekommunikation

Ein großes Hindernis für Netzbetreiber in Europa ist der Flickenteppich aus 27 nationalen Märkten. Der Digital Networks Act will hier einen echten einheitlichen Binnenmarkt für Konnektivität schaffen. Kernstück ist eine „Einheitslizenz“: Ein Anbieter muss sich nur noch in einem Mitgliedsstaat registrieren, um EU-weit Dienstleistungen anbieten zu können.

Zudem sieht der Entwurf längere und planbarere Lizenzen für Funkfrequenzen vor. Für Satellitenkommunikation wird erstmals ein einheitlicher EU-Rechtsrahmen eingeführt. Die Kommission erhofft sich dadurch mehr Wettbewerb und Innovation – was am Ende zu besseren Services und günstigeren Preisen für Geschäftskunden führen könnte.

Mehr Sicherheit und Widerstandsfähigkeit

Angesichts geopolitischer Spannungen und zunehmender Naturkatastrophen legt der Akt großen Wert auf Netzsicherheit und Resilienz. Ein EU-weiter „Vorsorgeplan“ soll die Reaktion auf großflächige Netzausfälle, Cyberangriffe und ausländische Einmischung verbessern.

Dies passt zur generellen EU-Strategie, die digitale Souveränität zu stärken und Abhängigkeiten von risikobehafteten Lieferanten zu verringern. Für Unternehmen, besonders in kritischen Sektoren, verspricht das robustere und zuverlässigere Netzdienste.

Gemischte Reaktionen aus der Industrie

Die Telekommunikationsbranche reagiert verhalten. Verbände wie Connect Europe begrüßen zwar die Ziele – mehr Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit. Kritiker monieren jedoch, der Entwurf gehe nicht weit genug. Manche Analysen sehen darin eher eine Fortschreibung des bestehenden Rahmens, die neue Komplexität schaffe, anstatt sie radikal zu vereinfachen.

Die heftig umkämpfte Frage, ob große Tech-Konzerne sich an den Netzausbaukosten beteiligen sollen, wurde ausgeklammert. Statt verbindlicher Regeln setzt die Kommission auf einen freiwilligen Kooperationsmechanismus.

Was kommt jetzt?

Der Vorschlag geht nun in das ordentliche Gesetzgebungsverfahren von Europäischem Parlament und Rat. Intensive Debatten und Änderungen sind wahrscheinlich. Für deutsche Unternehmen ist die Richtung jedoch klar: Die Zukunft der Bürokonnektivität ist gigabit-schnell, glasfaserbasiert und auf integrierten, sicheren europäischen Netzen aufgebaut. Die Planung für den Kupferausstieg sollte beginnen.

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