Digital-Lotsen in Lehrte: Seniorenhilfe startet erfolgreich
28.04.2026 - 04:33:35 | boerse-global.deDas Projekt „Digital gut unterwegs: Hilfe für Generation 60+“ soll die digitale Kluft überbrücken. Seit dieser Woche laufen die ersten offenen Treffen.
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Dezentrales Netzwerk in den Stadtteilen
Acht freiwillige Helfer – sechs Frauen und zwei Männer – stehen als Digitallotsen bereit. Sie helfen Senioren bei der praktischen Nutzung von Smartphones und Tablets. Die Treffen finden an verschiedenen Orten statt, damit alle Stadtteile profitieren.
Den Auftakt machte am Montag die Begegnungsstätte an der Goethestraße in der Lehrter Innenstadt. Heute folgt ein zweiter Termin im Café der Seniorenresidenz Lindenhof in Hämelerwald. Ab dem 20. Mai ist dann auch Ahlten dabei – in der Heimatstube des Vereins „Lebendiges Ahlten“.
Die Atmosphäre soll persönlich sein, Fachjargon ist tabu. Die Teilnehmer bringen ihre eigenen, aufgeladenen Geräte und Ladekabel mit. „Wir wollen die Ängste nehmen, die viele Senioren vor digitalen Oberflächen haben“, erklärt Sozialarbeiterin Nadine Francksen. Ziel sei es, ältere Menschen zu befähigen, in einer zunehmend digitalen Gesellschaft selbstbestimmt mitzumachen.
Wachsender Bedarf an Medienkompetenz
Der Start in Lehrte fällt in eine Zeit, in der die Digitalisierung der Senioren bundesweit voranschreitet. Eine Studie des Bundesministeriums für Bildung und Senioren in Zusammenarbeit mit Bitkom vom Januar 2026 zeigt: Die Mehrheit der über 65-Jährigen ist inzwischen online aktiv.
74 Prozent der Internetnutzer dieser Altersgruppe können sich ein Leben ohne Netz kaum noch vorstellen. 72 Prozent sagen, digitale Kommunikation sei für den Kontakt zu Freunden und Familie unverzichtbar. Doch die gleiche Studie offenbart eine große Kluft: Viele ältere Menschen schätzen ihre eigenen digitalen Fähigkeiten nur als mittelmäßig ein.
Genau hier setzt das Lehrter Angebot an. Schritt für Schritt erklären die Lotsen, wie Online-Banking funktioniert, wie man Arzttermine bucht oder Nachrichtendienste nutzt, um mit den Enkeln in Kontakt zu bleiben.
Ehrenamtliche gut vorbereitet
Die acht Freiwilligen durchliefen im Frühjahr spezielle Schulungen. Sie lernten nicht nur technische Grundlagen, sondern auch pädagogische Methoden für ältere Lernende. „Es geht darum, komplexe Prozesse einfach und geduldig zu erklären“, so Francksen.
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig. Die Stadt will so auch Menschen ohne Vorerfahrung erreichen. Die aktuellen Termine sind als Pilotphase gedacht. „Wenn die Nachfrage groß ist, wollen wir die Digital-Treffs dauerhaft anbieten“, kündigt Francksen an.
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Analyse: Warum lokale Initiativen entscheidend sind
Experten für Seniorenbildung betonen: Nationale Digitalstrategien sind wichtig, doch der Erfolg hängt oft von der persönlichen Unterstützung vor Ort ab. Projekte wie die Digitallotsen in Lehrte liefern die „letzte Meile“ der digitalen Teilhabe. Sie kümmern sich um konkrete Geräteprobleme und individuelle Fragen, die keine Online-Anleitung lösen kann.
Ähnliche Programme gibt es inzwischen in vielen deutschen Kommunen, oft unterstützt durch das Netzwerk „Digital-Kompass“. Der Trend zeigt: Die Digitalpolitik verlagert sich vom reinen Infrastrukturausbau hin zur aktiven Vermittlung von Medienkompetenz für alle Altersgruppen.
Ausblick: Was kommt als Nächstes?
Die Zukunft des Lehrter Projekts hängt vom Feedback der Teilnehmer in Hämelerwald und Ahlten ab. Die Stadtverwaltung beobachtet die Nachfrage genau und will das Angebot bei Bedarf anpassen.
Über die reine Gerätebedienung hinaus wächst der Wunsch nach fortgeschrittenen Themen. Cybersicherheit und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Alltag stehen hoch im Kurs. Branchenberichte vom März 2026 deuten darauf hin: Mit der Verbreitung von Smart-Home-Technik und KI-gestützten Gesundheitsmonitoren in der Seniorenpflege könnten die Aufgaben der Digitallotsen künftig noch umfassender werden. Vorerst aber bleibt der Fokus in Lehrte auf den grundlegenden digitalen Fähigkeiten – für die Teilhabe am Alltag und an der Gesellschaft.
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