Diepholz: Digitaler Alltag trifft historische Bürgerentscheidung
25.01.2026 - 10:13:12An einem Tag entscheiden die Bürger über ein neues Schwimmbad – und drängen gleichzeitig digital um Kita-Plätze. Der 25. Januar 2026 zeigt, wie sehr sich Verwaltung und Bürgerbeteiligung in Niedersachsen gewandelt haben.
Während die Stimmen für das umstrittene „Allwetterbad“ ausgezählt werden, läuft auf den Online-Portalen der Stadt Diepholz die heiße Phase. Nur noch bis Samstag, den 31. Januar, können Eltern über das zentrale Portal Kita-Plätze für das kommende Jahr beantragen. Diese Parallelität von direkter Demokratie und digitalem Verwaltungshandeln markiert einen neuen Alltag in der Kommune.
Historischer Bürgerentscheid: 25-Meter- gegen 50-Meter-Becken
Es ist die erste Abstimmung dieser Art in der Stadtgeschichte. Zur Wahl stehen zwei konkurrierende Pläne für das neue Hallenbad: Der Vorschlag des Rates sieht ein 4×25 Meter großes Becken vor. Die Bürgerinitiative fordert dagegen ein Sportbecken mit 6×50 Metern und erweiterten Sprunganlagen. Die Entscheidung liegt nun ausschließlich bei den Wählern.
Die Vorbereitung war stark digital geprägt. Über Online-Plattformen verteilte die Stadt das offizielle Abstimmungsheft und erläuterte die technischen Details der Bauvarianten. Das Briefabstimmungsbüro ermöglichte zudem die Teilnahme per Post – ein Service, der zunehmend online beantragt wird. Eine gelungene Mischung aus digitaler Information und traditionellem Urnengang, so die Stadtverwaltung.
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Kita-Anmeldestress: Digitalportal vor dem Deadline-Run
Parallel zum politischen Ereignis steht für viele Familien eine drängende persönliche Deadline an. Die Anmeldung für einen Kita-Platz im Jahr 2026/2027 muss bis zum kommenden Samstag digital unter www.stadt-diepholz.de/kita erfolgen. Das Familienbüro um Julia Michel hatte bereits am 20. Januar eindringlich an den Termin erinnert.
Das Portal erlaubt es Eltern, bis zu drei Einrichtungen zu priorisieren, darunter auch die neu gebaute „Kita Kinderträume“. Anders als bei der früheren physischen Warteschlange entscheiden nun transparente Kriterien über die Vergabe. Eltern können zudem direkt Besichtigungstermine mit den Kitas vereinbaren – eine Verknüpfung von zentralem Buchungssystem und dezentraler Terminplanung.
Welcome Center: Neues Portal für internationale Fachkräfte
Die Digitalisierung in Diepholz geht über akute Terminjagd hinaus. Landrat Volker Meyer stellte am 19. Januar das neue Welcome Center Landkreis Diepholz vor. Es soll heimische Unternehmen bei der Anwerbung und Integration internationaler Fachkräfte unterstützen – ein zentrales Zukunftsthema für die regionale Wirtschaft.
Die Einrichtung fungiert als digitale und physische Anlaufstelle. Sie bündelt Beratung zu Visa, Arbeitserlaubnissen und sozialer Integration. Ab März sollen Unternehmen hier auch online Konsultationen buchen und Dokumente einreichen können. Der offizielle Startschuss mit einer Präsentation für die Wirtschaft ist für den 2. März 2026 geplant.
„Terminland“: Das Rückgrat der digitalen Verwaltung
Das Ökosystem der Online-Terminvergabe ist in Diepholz längst Alltag. Unter dem Dach „Terminland“ werden in Syke und Diepholz allgemeine Bürgerservices angeboten. Ein Dauerbrenner ist die i-Kfz-Zulassung. Fahrzeugan-, -um- und -abmeldungen sowie Adressänderungen lassen sich komplett online erledigen. Das entlastet die Bürgerämter spürbar – besonders an Tagen wie heute, an denen Personal für die Auszählung des Bürgerentscheids gebunden ist.
Doch wo liegen die Grenzen des digitalen Rathauses? The Verwaltung arbeitet an einer vollständig integrierten Lösung, einer Art „Online-Rathaus“. Das Ziel: Für den Nutzer soll der Unterschied zwischen physischem Termin und digitaler Transaktion irrelevant werden. Beobachter sehen in der Strategie der Stadt einen klugen Schachzug. Indem sie für hochprioritäre Bedürfnisse wie Kita-Plätze den digitalen Kanal vorschreibt, gewöhnt sie die Bürger an Online-Interaktionen. Das ebnet den Weg für komplexere Services.
Der 25. Januar 2026 könnte in Diepholz daher doppelt historisch werden: als Tag der ersten Bürgerentscheidung und als Bewährungsprobe für eine digitale Verwaltung, die zum Betriebssystem der modernen Kommune geworden ist.
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