Aktien, Wien

Aktien Wien Schluss: ATX verbucht vierten Verlusttag in Folge

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 18:16 Uhr | dpa.de

Die Wiener Börse hat am Donnerstag mit ihrem vierten Verlusttag in Folge ihren Rückzug vom Rekordniveau fortgesetzt.

Einmal mehr sorgten steigende Ölpreise und die anhaltend nervöse Stimmung am US-Anleihemarkt für ein wenig günstiges Umfeld für Aktien. Der ATX beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,39 Prozent auf 6.567,24 Punkte. Für den ATX Prime ging es um 0,45 Prozent auf 3.230,51 Zähler hinab. Auch das europäische Umfeld schloss mit moderaten Abgaben.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten steigende Anleiherenditen und hohe Energiepreise den österreichischen Leitindex von seinem Rekordniveau abbröckeln lassen. Die 21-Tage-Linie bei 6.579 Punkten hat der Leitindex bereits nach unten durchbrochen, während die 50-Tage-Linie bei 6.515 Zählern als weiterer viel beachteter Trendindikator noch etwas entfernt ist. Auf das zwei Wochen alte Allzeithoch fehlen nun etwas mehr als drei Prozent.

Am Mittwoch hatte der US-Anleihemarkt mit sinkenden Renditen auf die unerwartete Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen, reagiert. Die Wirkung verpuffte am Donnerstag wieder. Zudem stiegen die Öl- und Gaspreise weiter an. Vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit Teheran hatte US-Präsident Donald Trump mit einem beispiellosen Wirtschaftskrieg gedroht. "Der Konflikt soll nicht mehr möglichst schnell beendet werden", hieß es dazu vom Analysedienst Index Radar. "Stattdessen soll der Iran wirtschaftlich schrittweise stärker unter Druck geraten."

Freud und Leid hatten die Anleger angesichts der Zahlen von UNIQA, SBO und Mayr-Melnhof. SBO führten den Leitindex mit plus 4,3 Prozent an, während UNIQA am ATX-Ende 4,7 Prozent abgaben. Das Schlusslicht im breiteren Prime-Index bildeten Mayr-Melnhof mit einem Minus von 5,3 Prozent.

Die UNIQA meldete für das erste Halbjahr ein Prämien- und Gewinnwachstum von zwölf bzw. 10,5 Prozent. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Analyst Thomas Unger von der Erste Group verwies darauf, dass die unveränderte Guidance auf eine vorsichtige Haltung des Managements hindeute, die wohl auch die Erwartung höherer wetterbedingter Schäden im zweiten Halbjahr widerspiegle.

Einen Umsatz- und Gewinneinbruch verbuchte dagegen der Ölfeldausrüster SBO. Ein Lichtblick war der steigende Auftragseingang, zudem verwies Erste-Analystin Vladimira Urbankova auf Umsatzmomentum und steigende Margen im zweiten Quartal. Die erwartete Geschäftserholung dürfte im zweiten Halbjahr nun in die Gänge kommen, schlussfolgert die Expertin.

Auch Mayr-Melnhof veröffentlichte rückläufige Umsatz- und Ergebniskennzahlen, auch wegen eines Sondereffekts aus dem Verkauf der TANN-Gruppe im Vorjahr. Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Verpackungskonzern ein anhaltend schwieriges Umfeld. Marktanalyst Oliver Wojahn von MWB Research attestierte dem Unternehmen betriebliche Resilienz in einem schwierigen Umfeld. Strukturelle Einsparungen, gezielte Preisanpassungen und strategische Vorhaben wie die Akquisition des Werks in Arnsberg würden die mittelfristige Perspektive stützen.

Unter den ATX-Schwergewichten lasteten Voestalpine mit minus 3,8 Prozent auf dem Index. Europaweit dürften die höheren Energiepreise auf dem Sektor lasten, negative Vorgaben lieferte zudem die schwedische SSAB. Im Fokus der Branche steht zudem eine mögliche Einigung der USA und Kanadas über Zölle auf Stahlimporte in die USA.

In der zweiten Börsenreihe erhöhten sich Semperit um 1,5 Prozent auf 16,60 Euro. Nach mehreren positiven Analystenreaktionen auf die Quartalszahlen von vergangener Woche hob nun auch die Erste Group ihr Kursziel von 14,2 auf 17,8 Euro an. Analystin Urbankova beließ die Titel jedoch auf "Hold".

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