Aktien New York: Schwacher Wochenstart - KI-Ängste und Zölle belasten
23.02.2026 - 20:02:09 | dpa.deErneute Sorgen um die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Unternehmensgewinne sowie die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der US-Zölle hätten die Risikobereitschaft der Anleger gedämpft, hieß es aus dem Handel.
Der Dow Jones Industrial US2605661048 fiel am Montag unter die Marke von 49.000 Punkten auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. Zuletzt notierte der US-Leitindex 1,4 Prozent im Minus bei 49.942 Punkten. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 verlor 0,9 Prozent auf 6.845 Zähler. Für den von Technologiewerten dominierten Nasdaq 100 US6311011026 ging es um 1,2 Prozent auf 24.721 Punkte abwärts.
Nach der jüngsten gerichtlichen Zoll-Entscheidung in den Vereinigten Staaten herrscht auf beiden Seiten des Atlantiks Unsicherheit, was künftig im Handel zwischen den USA und der EU gilt. Auf viele EU-Importe in die Vereinigten Staaten soll US-Regierungskreisen zufolge künftig ein Zoll von 15 Prozent erhoben werden, wie ein ranghoher Vertreter des Weißen Hauses mitteilte. Das Europäische Parlament fror die Umsetzung des bereits ausgehandelten EU/US-Zollabkommens ein. Am Freitag hatte der Oberste US-Gerichtshof dem Präsidenten Donald Trump die rechtliche Grundlage für viele bisher verhängte Zölle entzogen.
Aus Branchensicht standen vor allem Finanz- und bestimmte Technologiewerte unter Verkaufsdruck. Auslöser war Händlern zufolge ein Bericht von Citrini Research, in dem die potenziellen Risiken dargelegt wurden, die KI für verschiedene Segmente der Weltwirtschaft mit sich bringen könnte. Zudem nähmen die Zweifel zu, ob sich die massiven Investitionen in diese Technologie bald auszahlen werden, hieß es. Insofern gehörten die Papiere von American Express US0258161092, JPMorgan US46625H1005, Goldman Sachs US38141G1040 und Visa US92826C8394 mit Kursabschlägen zwischen 4,3 und 8,0 Prozent zu den schwächsten Werten im Dow.
Zudem setzte sich die Talfahrt von Aktien bestimmter Software- und Cybersicherheitsunternehmen fort. Als Begründung wurde auf den OpenAI-Konkurrenten Anthropic verwiesen, der vor dem Wochenende ein Sicherheitstool für sein KI-Modell Claude vorgestellt hatte. So verbuchten die Titel von Zscaler US98980G1022, Salesforce US79466L3024, Oracle US68389X1054, Crowdstrike und Datadog Verluste zwischen 5,0 und 10,6 Prozent.
Unter den Einzelwerten fielen die Titel von Eli Lilly US5324571083 mit einem Anstieg von 4,5 Prozent positiv auf. Sie profitieren damit von einem erneuten Rückschlag des dänischen Wettbewerbers Novo Nordisk DK0062498333 mit einem Abnehmmittel, was die Sorgen vor dessen wieder erstarkter Konkurrenz milderte. Analyst Chris Schott von JPMorgan erwartet länger anhaltende Marktanteilsgewinne von Eli Lilly - zu Lasten von Novo Nordisk.
Die Aktien von Paypal US70450Y1038 reagierten mit einem Plus von 6,4 Prozent auf Übernahmespekulationen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, weckt der massive Wertverlust des Zahlungsdienstleisters in den vergangenen Monaten das Interesse potenzieller Käufer. Mindestens ein großer Konkurrent habe ein Auge auf Paypal als Gesamtunternehmen geworfen, während andere Interessenten nur an bestimmten Vermögenswerten interessiert seien.
Die Aktien der Papierhersteller Smurfit Westrock IE00028FXN24 und International Paper US4601461035 verbuchten Kursrückgänge von 5,6 beziehungsweise 5,4 Prozent. JPMorgan-Experte Detlef Winckelmann verwies auf einen überraschenden Rückgang der Inlandspreise bei Wellpappen-Rohpapier.
Die Papiere von Arcellx US03940C1009 sprangen um 77 Prozent auf knapp 114 Dollar hoch. Der Biotech-Konzern Gilead US3755581036 will den Krebsspezialisten für 115 Dollar je Aktie plus eine mögliche Nachzahlung in Höhe von fünf Dollar kaufen. Dabei wird Arcellx mit einem Eigenkapitalwert von bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Anteilscheine von Gilead sanken um 1,1 Prozent.
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