Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Verluste wegen anhaltender Unsicherheit im Iran-Krieg

24.03.2026 - 15:09:10 | dpa.de

Die Unsicherheit rund um den Iran-Krieg lässt die Anleger nicht los.

Erneute Verluste deuten am Nachmittag darauf hin, dass eine Zwischenerholung zu Wochenbeginn nur ein Strohfeuer war. Im frühen Handel konnte der Dax DE0008469008 zwar nochmals etwas zulegen, doch die Lage blieb angespannt. Mit 22.374 Punkten verlor der Leitindex zuletzt 1,2 Prozent.

Am Montag war der Dax zunächst unter die Marke von 22.000 Punkten gesackt auf ein Tief seit etwa elf Monaten, bevor US-Präsident Donald Trump Hoffnung auf ein mögliches Abkommen mit dem Iran machte. Die Nachrichtenlage bleibt seitdem aber verworren und der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent verharrte klar über der Marke von 100 US-Dollar. Geprägt vom Iran-Krieg hat sich die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im März verschlechtert.

In der zweiten deutschen Börsenliga sank der MDax DE0008467416 am Nachmittag um 1,3 Prozent auf 27.865 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 seine Verluste auf etwa ein Prozent ausweitete. In New York waren die wichtigsten Indizes auch schwächer in den Handel gestartet.

Nachdem Trump ein Ultimatum für Angriffe auf iranische Energieanlagen verlängert hatte, erwähnte der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker am Morgen wieder einmal den sogenannten "TACO-Trade", der für "Trump Always Chickens Out" steht und die Erwartung ausdrückt, dass der US-Präsident bei seinen Ankündigungen immer wieder Rückzieher macht.

Wegen der Wankelmütigkeit Trumps stellt Bernecker aber ein großes Fragezeichen dahinter, ob ein baldiges Kriegsende realistisch ist. Das "Wall Street Journal" berichtete von der Befürchtung des Irans, dass verschobene Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes eher ein Versuch von Trump sein könnten, um die Ölpreise vorübergehend zu dämpfen.

Zur Belastung für den Dax wurden die 4,2 Prozent tieferen SAPDE0007164600-Aktien. Nachdem die US-Bank JPMorgan ihr bisher optimistisches Votum für das Index-Schwergewicht aufgegeben hat, erreichten die Aktien ein Tief seit Januar 2024. Analyst Toby Ogg argumentierte, das Bild einer erwarteten Wachstumsbeschleunigung und Margenexpansion habe sich bei SAP geändert.

Auch die BayerDE000BAY0017-Aktien waren mit 3,7 Prozent unter den großen Dax-Verlierern. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, hat die 2023 eingestiegene Beteiligungsgesellschsaft Inclusive Capital Partners des aktivistischen Investors Jeffrey Ubben ein Aktienpaket des Pharmakonzerns verkauft. Dabei wurde ein 25-prozentiger Abschlag zu dem Preis hingenommen, der Anfang 2023 bei der Bekanntgabe der Beteiligung bezahlt wurde.

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit im Zuge des Nahost-Konflikts sorgte die Deutsche Bank im Chemiesektor für Bewegung mit einer Reihe an Umstufungen. Dazu zählt, dass Analystin Virginie Boucher-Ferte in BASF DE000BASF111 und Brenntag DE000A1DAHH0 letztlich Profiteure des Krieges sieht, die sie nun zum Kauf empfiehlt. Beide Aktien gehörten mit einer Erholung um bis zu 3,9 Prozent zu den Spitzenwerten im Dax.

Ohne eine Hochstufung der Deutschen Bank setzten aus dem Chemiesektor die Lanxess-Aktien DE0005470405 ihre Erholung um sechs Prozent fort. Ein Börsianer verwies darauf, dass zuletzt vermehrt Anleger bei dem Spezialchemiekonzern auf fallende Kurse gesetzt hätten. Neuerdings wieder anziehende Kurse könnten auf die Schließung solcher Positionen hindeuten, hieß es.

Im Nebenwertebereich gab es am Dienstag Zahlen von Nagarro DE000A3H2200, Indus Holding DE0006200108 und Drägerwerk DE0005550636 auszuwerten. Auffällig waren letztere Aktien: Indus-Titel profitierten mit 2.5 Prozent Plus von einer angehobenen Dividende. Drägerwerk stiegen um 3,6 Prozent, nachdem das Analysehaus MWB wegen "starker Zahlen" eine Kaufempfehlung aussprach.

Fast zehn Prozent große Kursgewinne gab es beim Prothesenhersteller Ottobock DE000BCK2223. Die Titel setzten ihre Erholung nach einer Kaufempfehlung der UBS fort. Analyst Graham Doyle schrieb in seiner Studie, dass er nach dem massiven Kursrutsch inzwischen ein klares Chancen-Übergewicht sieht.

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