Anstieg, Ifo-Geschäftsklimas

Ökonomen-Stimmen zum erneuten Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 11:30 Uhr | dpa.de

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August weiter vom Einbruch infolge des Iran-Kriegs erholt.

Das Ifo-Geschäftsklima stieg um 2,1 Punkte auf 88,8 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut in München mitteilte. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer zeigt damit den vierten Monat in Folge nach oben.

Einschätzungen von Bank-Ökonomen im Überblick:

Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank:

"Zusammen mit der heute Morgen veröffentlichten Aufwärtsrevision des Bruttoinlandsprodukts für die erste Jahreshälfte lassen die heutigen guten Ifo-Zahlen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft in einem positiveren Licht erscheinen. Offensichtlich profitiert die deutsche Wirtschaft von einer deutlich stärkeren Nachfrage aus dem Ausland, und der - anscheinend bisher verhaltene - Rückenwind von höheren Staatsausgaben dürfte in den nächsten Quartalen eher zunehmen. Zudem spricht die bessere Stimmung bei den Unternehmen dafür, dass die negativen Auswirkungen der wieder höheren Energiepreise und der Auswirkungen der extremen Trockenheit die Wirtschaft im dritten Quartal weniger belasten als bisher angenommen."

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank:

"Bereits jetzt ist die Entwicklung der deutschen Wirtschaft eine große positive Überraschung. Trotz hoher Energiepreise wuchs das BIP im zweiten Quartal um 0,3 Prozent nach 0,4 Prozent im ersten Quartal. Möglicherweise wird aufgrund des niedrigen Rheinpegels die Expansion der Wirtschaft im dritten Quartal etwas gebremst, doch ein Rückgang des BIP kann mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden. Der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt jedenfalls, dass die Unternehmen zuversichtlich bleiben."

Marc Schattenberg, Volkswirt der Deutschen Bank:

"Das Ifo-Geschäftsklima ist im August überraschend kräftig gestiegen und hat sich über alle befragten Wirtschaftsbereiche hinweg verbessert. Damit erreicht der Index den höchsten Stand seit zwölf Monaten. Die Beurteilung der aktuellen Lage fällt so positiv aus wie zuletzt Anfang 2024. Auch die Geschäftserwartungen haben weiter angezogen. Das sind ermutigende Signale für das laufende dritte Quartal. Bereits die Wachstumszahlen für das erste und zweite Quartal waren überraschend stark ausgefallen. Vor diesem Hintergrund könnte sich unsere Wachstumsprognose von 0,5 Prozent für 2026 als zu konservativ erweisen."

Jens-Oliver Niklasch, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg:

"Ein ambivalentes Signal für die deutsche Wirtschaft im Hochsommer. Die Industrie befindet sich in einem lange nicht mehr gesehenen Stimmungshoch. Die Tatsache, dass die weltwirtschaftliche Nachfrage trotz der Folgen des Iran-Kriegs robust ist, überwiegt offenbar die inländische Belastung durch die Niedrigwasserkrise. Der Dienstleistungssektor scheint dagegen in einem Sommer-Blues zu sein. Insgesamt wachsen die Bäume für die deutsche Wirtschaft also nicht in den Himmel. Die Lage ist jedoch günstiger, als es zu Beginn des Iran-Kriegs zu befürchten stand."

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