Die Siemens-Aktie legt nach starken Quartalszahlen zu
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 10:43 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Siemens (ISIN DE0007236101) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen ein deutliches Wachstum im Industriegeschäft gezeigt, was sich in einem stabilen Kursverlauf der Siemens-Aktie widerspiegelt. Laut Unternehmensangaben für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2024 stieg der Umsatz im fortgeführten Geschäft um rund 7 Prozent auf etwa 19,2 Milliarden Euro, während der Auftragseingang mit gut 24 Milliarden Euro erneut über dem Umsatz lag und so das starke Auftragsbuch unterstreicht. Für Anleger ist entscheidend, dass das bereinigte Ergebnis des industriellen Geschäfts im gleichen Zeitraum deutlich zulegte und die Profitabilität im Kerngeschäft weiter verbessert wurde.
Industriegeschäft treibt Umsatz und Ergebnis
Im industriellen Kernsegment von Siemens, das die Bereiche Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility umfasst, zeigte sich im Quartal eine klare operative Stärke. Im Geschäftsjahr 2024 meldete das Unternehmen für das zweite Quartal einen Umsatz im industriellen Geschäft von rund 16,0 Milliarden Euro, was einem Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders hervorzuheben ist, dass das bereinigte Ergebnis aus dem industriellen Geschäft im gleichen Zeitraum um etwa 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen ist und bei rund 3,0 Milliarden Euro lag, womit Siemens seine Marge leicht verbessern konnte. Diese Kombination aus Umsatzplus und Ergebnisanstieg deutet darauf hin, dass Preissetzungsmacht und Effizienzprogramme im Konzern Wirkung zeigen.
Auch der Auftragseingang blieb auf hohem Niveau. Für das zweite Quartal 2024 lag er mit gut 24 Milliarden Euro erneut deutlich über dem Umsatz und damit im Bereich eines Book-to-Bill-Verhältnisses von etwa 1,25. Im Vorjahresquartal lag der Auftragseingang bei rund 22 Milliarden Euro, sodass Siemens hier ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich erzielte. Besonders im Bereich Infrastruktur- und Energietechnik sowie in der Fabrikautomation trugen größere Projektabschlüsse und Investitionsprogramme der Kunden zu diesem Wachstum bei. Für Anleger ist der hohe Auftragseingang ein wichtiges Signal, dass die Auslastung der Werke und die Visibilität der Umsätze für die kommenden Quartale hoch bleiben.
Konzerngewinn und Marge im Fokus
Beim Konzernergebnis nach Steuern konnte Siemens im zweiten Quartal 2024 ebenfalls zulegen. Das Unternehmen berichtete einen Nettogewinn von rund 2,4 Milliarden Euro, nach etwa 2,0 Milliarden Euro im Vorjahresquartal, was einem Zuwachs von etwa 20 Prozent entspricht. Die Gewinnsteigerung ist vor allem auf das höhere operative Ergebnis im industriellen Geschäft zurückzuführen, während Belastungen aus dem Energiegeschäft (Siemens Energy Beteiligung) begrenzt blieben. Die bereinigte EBIT-Marge des industriellen Geschäfts lag im Quartal bei knapp 18 Prozent und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres, in dem sie bei rund 17 Prozent gelegen hatte. Für Anleger zählt jetzt vor allem, ob Siemens diese Marge in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld halten oder weiter steigern kann.
Auf Jahressicht spielt zudem der Free Cashflow eine Rolle. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2024 meldete Siemens einen Free Cashflow aus dem fortgeführten Geschäft von rund 4,0 Milliarden Euro, nach knapp 3,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Anstieg von etwa 25 Prozent und zeigt, dass die gestiegene Profitabilität sich auch im Cashflow niederschlägt. Ein höherer Free Cashflow verbessert die finanzielle Flexibilität des Konzerns bei Dividendenzahlungen, Aktienrückkäufen und Investitionen in neue Technologien und Kapazitäten.
Mehr Hintergründe zur Siemens-Aktie
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Dividende und Ausblick für das Geschäftsjahr
Siemens setzt seine Dividendenpolitik mit moderaten Steigerungen fort. Für das Geschäftsjahr 2023, dessen Abschluss im Februar 2024 vorlag, hatte der Konzern eine Dividende von 4,70 Euro je Aktie vorgeschlagen, nach 4,25 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2022. Das entspricht einer Erhöhung um rund 11 Prozent. Bei einem Aktienkurs im Bereich von 160 bis 170 Euro ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von gut 2,7 bis 2,9 Prozent. Die Dividende wird aus dem erzielten Jahresüberschuss und dem starken Free Cashflow gedeckt, sodass die Ausschüttung sowohl die Attraktivität der Siemens-Aktie für Einkommensinvestoren als auch die Stabilität der Bilanz unterstreicht.
Für das laufende Geschäftsjahr 2024 hatte Siemens im Frühjahr seine Prognose bestätigt und strebt weiterhin ein Umsatzwachstum im fortgeführten Geschäft im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Beim Ergebnis nach Steuern aus dem fortgeführten Geschäft erwartet der Konzern eine Bandbreite von 8,0 bis 9,0 Milliarden Euro, nachdem im Geschäftsjahr 2023 rund 8,5 Milliarden Euro erzielt worden waren. Das bedeutet, dass Siemens aus heutiger Sicht zumindest eine stabile Entwicklung und im oberen Bereich der Bandbreite ein moderates Gewinnwachstum avisiert. Die Prognose stützt sich auf den hohen Auftragseingang, die starke Nachfrage nach Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen sowie anhaltende Investitionen in Infrastruktur, Energie und Mobilität.
Digitalisierung als Wachstumstreiber
Ein wichtiger Wachstumstreiber im Siemens-Konzern ist das Geschäft mit digitalisierten und automatisierten Produktionslösungen. In der Sparte Digital Industries bietet Siemens unter anderem die Automatisierungsplattform Simatic sowie zahlreiche Softwarelösungen für das industrielle Internet der Dinge, Simulation, Produktdesign und Produktionsplanung an. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte dieser Bereich einen Umsatz von rund 21 Milliarden Euro und wuchs damit im hohen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil digitaler Umsätze stieg weiter an, da immer mehr Kunden neben Hardware auch Software- und Servicepakete beziehen, die laufende Lizenzeinnahmen und wiederkehrende Erlöse generieren.
Gerade im Segment Automatisierung und Industrie-Software profitiert Siemens von langfristigen Trends wie steigender Nachfrage nach energieeffizienten Fabriken, höherer Produktivität und kürzeren Entwicklungszyklen. Zudem wächst die Bedeutung von Cloud-basierten Lösungen, mit denen Kunden digitale Zwillinge oder intelligente Wartungskonzepte realisieren können. Diese Produkte stärken nicht nur das Umsatzwachstum, sondern sind meist margenträchtiger als klassisches Hardwaregeschäft, sodass sie eine wichtige Rolle für die mittelfristige Ergebnisentwicklung von Siemens spielen.
Siemens-Aktie und Kursniveau
Die Siemens-Aktie ist im MDAX-Umfeld ein Schwergewicht und wird in Deutschland vor allem auf Xetra gehandelt. Im Frühjahr 2024 notierte der Titel zeitweise bei rund 172 Euro und lag damit nahe einem 52-Wochen-Hoch von etwa 175 Euro. Im Vergleich zum Kurs von rund 145 Euro vor zwölf Monaten entspricht dies einem Anstieg um gut 19 Prozent. Die Kursentwicklung spiegelte die robusten Zahlen, die angehobene Dividende und den hohen Auftragseingang wider. Auf Basis eines Kurses um die 170 Euro und eines erwarteten Ergebnisses je Aktie im Bereich von 9 bis 10 Euro ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im hohen einstelligen bis unteren zweistelligen Bereich, was im Vergleich zu anderen europäischen Industriewerten als moderat gelten kann.
Fakten zur Siemens-Aktie
- Unternehmen: Siemens AG
- ISIN: DE0007236101
- WKN: 723610
- Ticker: SIE
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 15.05.2024, 17:35 Uhr): 172,00 Euro
- Marktkapitalisierung: 140 Milliarden Euro (Stand 15.05.2024)
- Sektor / Branche: Industrie, Elektrotechnik, Automatisierung
- Indexzugehörigkeit: DAX
- Nächstes Earnings-Datum: 07.08.2024
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