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Europa Schluss: EuroStoxx gerät in den Sog der asiatischen Börsen

23.06.2026 - 18:41:54 | dpa.de

Die schwachen asiatischen Börsen haben den EuroStoxx 50 EU0009658145 am Dienstag in Mitleidenschaft gezogen.

Gewinnmitnahmen bei den im Zuge des Hypes rund um Künstliche Intelligenz (KI) heiß gelaufenen Halbleitertiteln bestimmten das Geschehen.

Der Leitindex der Eurozone büßte 1,28 Prozent auf 6.230,55 Punkte ein. Außerhalb der Eurozone gab der britische FTSE 100 GB0001383545 geringfügig auf 10.428,85 Punkte nach.

Der Schweizer SMI CH0009980894 legte um 0,45 Prozent auf 13.910,70 Punkte zu. Er profitierte von seinen robusten defensiven Schwergewichten Novartis CH0012005267, Nestle CH0038863350 und Swisscom CH0008742519.

Im marktbreiten Stoxx Europe 600 EU0009658202 standen Technologiewerte EU0009658921 im Sog der asiatischen Branchenschwäche am stärksten unter Druck. Insbesondere an der südkoreanischen Börse kam es zu herben Kursverlusten.

"Seoul ist an den Märkten der empfindlichste Seismograph für Künstliche Intelligenz geworden", schrieb Marktexperte Stephen Innes. Denn in dem Land seien die Produktion von Speicherchips, die Investitionen in den Halbleitersektor und der Handel mit diesen Produkten auf das Engste miteinander verflochten. Innes sprach auch davon, dass KI-Aktien zu jedermanns Liebling geworden seien.

Investoren stellten derzeit nicht die Frage nach den technischen Möglichkeiten von KI, sondern vielmehr finanzielle Fragen: "Wer verdient am Ende das Geld? Wer finanziert den Aufbau der Produktion? Und wer bezahlt die Zinsrechnung, wenn sich die Technik erst später rentiert, als es der Markt erwartet?"

Am EuroStoxx-Ende sackten die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon DE0006231004 um 6,3 Prozent ab. Für die Papiere des Chipausrüsters ASML NL0010273215 ging es um 5,7 Prozent nach unten. Im französischen Leitindex Cac 40 FR0003500008 gab der Infineon-Konkurrent STMicro NL0000226223 mit minus 8,5 Prozent besonders stark nach.

Unter den weiteren Einzelwerten knickten in Amsterdam die Papiere von Signify NL0011821392 um fast 15 Prozent ein. Der Hersteller für Lichttechnik hatte zum Kapitalmarkttag Mittelfristziele für das Jahr 2029 bekannt gegeben und gleichzeitig seine Dividendenprognose gekappt.

Aus Branchensicht wurden ferner auch Rohstofftitel EU0009658624 angesichts sinkender Metallpreise massiv verkauft. Die konjunktursensiblen Industrie- EU0009658905 und Bauaktien EU0009658889 wurden ebenfalls gemieden.

Autoaktien EU0009658681 litten neben dem schwachen Marktumfeld auch unter Daten des europäischen Branchenverbandes Acea, die Sorgen über wachsende chinesische Konkurrenz auf dem europäischen Markt geweckt hatten. Die Marktanteile chinesischer Autobauer sind zwar nach wie vor überschaubar, nehmen aber zu.

Zu den wenigen Gewinnern zählten die als defensiv geltenden Anteilsscheine von Unternehmen aus den Bereichen Medizin und Gesundheit EU0009658723 sowie Lebensmittel und Getränke EU0009658749.

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