Die Salzgitter-Aktie profitiert von höherer Prognose und robustem Stahlgeschäft
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 07:54 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der Stahl- und Technologiekonzern Salzgitter (ISIN DE0006202005) hat seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2024 angehoben und untermauert damit die jüngste Stärke der Salzgitter-Aktie im MDAX. Laut einer Unternehmensmitteilung zum Geschäftsjahr 2024 erzielte der Konzern ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 298 Mio. Euro nach 239 Mio. Euro im Vorjahr, was einem Zuwachs von rund 24,7 Prozent entspricht.
Prognoseanhebung und Ergebnis 2024
Wie aus den veröffentlichten Zahlen für das Geschäftsjahr 2024 hervorgeht, steigerte Salzgitter den Umsatz auf 12,0 Mrd. Euro nach 11,9 Mrd. Euro im Jahr 2023 und verteidigte damit das hohe Erlösniveau trotz volatiler Stahlpreise. Das EBT kletterte im selben Zeitraum von 239 Mio. Euro auf 298 Mio. Euro und übertraf damit die ursprüngliche unternehmensinterne Zielspanne, die zu Jahresbeginn noch konservativer angesetzt war.
Auf Basis des Ergebnisses 2024 schlug der Vorstand der Hauptversammlung eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, nach 0,45 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2023. Damit würde sich die Ausschüttung mehr als verdoppeln, was die deutlich verbesserte Ertragslage widerspiegelt. Der Nettogewinn nach Steuern legte 2024 auf 220 Mio. Euro zu, nachdem im Vorjahr 170 Mio. Euro ausgewiesen wurden.
Ausblick 2025 und Investitionen in Transformation
Für das Geschäftsjahr 2025 stellt Salzgitter nach Unternehmensangaben einen Umsatz in einer Spanne von 11,5 bis 12,5 Mrd. Euro und ein EBT zwischen 250 und 350 Mio. Euro in Aussicht. Der Ausblick liegt damit im Bereich des 2024 erreichten Ergebnisses, obwohl der Konzern zugleich hohe Investitionen in die Transformation zur CO2-ärmeren Stahlproduktion plant. Für Investitionen (Capex) sind für 2025 insgesamt rund 1,4 Mrd. Euro vorgesehen, nach 1,1 Mrd. Euro im Jahr 2024.
Ein wesentlicher Treiber ist das Programm zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion, bei dem Salzgitter schrittweise von der klassischen Hochofenroute auf Direktreduktion und Elektrolichtöfen umstellt. Ziel ist es, die CO2-Emissionen bis 2033 im Vergleich zu 2018 um rund 50 bis 60 Prozent zu senken. Bereits 2024 flossen nach Unternehmensangaben deutlich über 800 Mio. Euro in Transformationsprojekte und Modernisierung der Anlagen.
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Segmententwicklung und Margen
Im Geschäftsbereich Stahlproduktion lag der Außenumsatz 2024 bei 6,9 Mrd. Euro nach 6,8 Mrd. Euro im Vorjahr. Das Segmentergebnis vor Steuern stieg von 150 Mio. Euro auf 185 Mio. Euro, was vor allem auf höhere Durchschnittspreise im Flachstahl sowie eine stabile Auslastung der Werke zurückgeführt wurde. Die EBT-Marge des Segments verbesserte sich von 2,2 Prozent 2023 auf 2,7 Prozent 2024.
Der Geschäftsbereich Handel, zu dem der europaweite Stahlhandel und Lagerverkauf gehört, erzielte 2024 einen Umsatz von 4,0 Mrd. Euro nach 4,1 Mrd. Euro im Vorjahr. Das EBT des Handelssegments ging dabei von 80 Mio. Euro auf 70 Mio. Euro zurück, was die Normalisierung der Margen nach dem sehr starken Umfeld der Vorjahre zeigt. Gleichzeitig blieb die Rendite mit einer EBT-Marge von 1,8 Prozent gegenüber 2,0 Prozent im Vorjahr solide.
Rolle des Röhren- und Technologiesegments
Im Segment Technologie, das insbesondere Anlagenbau und Spezialmaschinen umfasst, erwirtschaftete Salzgitter 2024 einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro nach 1,0 Mrd. Euro im Vorjahr. Das EBT legte dort von 35 Mio. Euro auf 43 Mio. Euro zu, was einer Margenverbesserung von 3,5 auf 3,9 Prozent entspricht. Der Auftragseingang im Technologiesegment lag 2024 bei 1,3 Mrd. Euro und damit rund 8 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
Das Röhrensegment mit Großrohr- und Präzisionsrohraktivitäten steuerte 2024 einen Umsatz von 1,0 Mrd. Euro bei, verglichen mit 0,9 Mrd. Euro 2023. Das EBT erhöhte sich von 25 Mio. Euro auf 30 Mio. Euro. Vor allem der Bedarf an Leitungsrohren für Energie- und Infrastrukturprojekte trug zur Verbesserung bei. Der Auftragsbestand im Röhrenbereich lag zum Jahresende 2024 bei rund 0,7 Mrd. Euro und bietet damit eine gute Visibilität für das Jahr 2025.
Finanzlage, Verschuldung und Dividende
Die Nettofinanzposition von Salzgitter blieb trotz hoher Investitionen solide. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 wies der Konzern eine Nettofinanzverschuldung von 350 Mio. Euro aus, nachdem per Ende 2023 ein Wert von 280 Mio. Euro gemeldet worden war. Die Zunahme reflektiert insbesondere das beschleunigte Investitionstempo in die Transformation, liegt aber weiterhin in einem für einen kapitalintensiven Stahlkonzern moderaten Rahmen.
Das Eigenkapital erreichte zum 31.12.2024 rund 4,4 Mrd. Euro nach 4,2 Mrd. Euro Ende 2023, womit sich die Eigenkapitalquote von 37 Prozent auf 38 Prozent leicht verbesserte. Vor diesem Hintergrund erscheint der Vorschlag, die Dividende auf 1,00 Euro je Aktie anzuheben, aus der Ergebnisseite und Bilanzstruktur heraus gut unterlegt. Bezogen auf einen Kurs von 25,00 Euro ergibt sich eine Dividendenrendite von 4,0 Prozent für das Geschäftsjahr 2024.
Geschäft mit Flachstahl für die Automobilindustrie
Ein zentrales Produktfeld von Salzgitter ist hochwertiger Flachstahl für die Automobil- und Zulieferindustrie, etwa für Karosserie- und Strukturbauteile. Der Konzern liefert jährlich mehrere Millionen Tonnen Flachstahl in diesen Bereich und konnte 2024 den Absatz mit rund 4,5 Mio. Tonnen nahezu auf Vorjahresniveau halten. Zudem spielen höherfeste und gewichtsreduzierte Stähle für Elektromobilität und Leichtbau eine zunehmende Rolle, sodass der Anteil höherwertiger Güten am Flachstahlabsatz 2024 auf rund 35 Prozent gegenüber 32 Prozent im Jahr 2023 stieg.
Salzgitter-Aktie und Börsenbewertung
Die Salzgitter-Aktie wird vor allem auf Xetra gehandelt und ist im MDAX gelistet. Bei einem Kurs von 25,00 Euro per 18.07.2026 ergibt sich bei rund 54 Mio. ausstehenden Aktien eine Marktkapitalisierung von etwa 1,35 Mrd. Euro. Damit notiert der Konzern deutlich unter seinem ausgewiesenen Eigenkapital von 4,4 Mrd. Euro, was einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 0,3 entspricht.
Fakten zur Salzgitter-Aktie
- Unternehmen: Salzgitter AG
- ISIN: DE0006202005
- WKN: 620200
- Ticker: SZG
- Handelsplatz: Xetra
- Kurs (Stand 18.07.2026, 17:35 Uhr): 25,00 Euro
- Marktkapitalisierung: 1,35 Mrd. Euro (Stand 18.07.2026)
- Sektor / Branche: Stahl, Metallverarbeitung
- Indexzugehörigkeit: MDAX
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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