Die Safran-Aktie profitiert von steigender Nachfrage nach Triebwerken und hebt die Jahresziele an
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 09:14 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)Safran (ISIN FR0000130809) hat seine Jahresziele nach einem kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg im ersten Halbjahr 2024 angehoben und damit die Safran-Aktie in den Blick vieler Anleger gerückt. Laut Unternehmensangaben erzielte der Konzern im ersten Halbjahr 2024 einen Umsatz von rund 12,6 Milliarden Euro, nach etwa 11,0 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, was einem Zuwachs von grob 15 Prozent entspricht. Gleichzeitig kletterte der bereinigte operative Gewinn (Recurring Operating Income) im gleichen Zeitraum deutlich gegenüber dem ersten Halbjahr 2023, was die verbesserte Profitabilität im Triebwerks- und Wartungssegment unterstreicht. Die Aktie ist an der Euronext Paris gelistet und profitiert mittelbar auch von der robusten Nachfrage im europäischen Luftfahrtsektor.
Prognoseanhebung nach starkem Halbjahr 2024
Der entscheidende Impuls für die Safran-Aktie kam von der jüngsten Prognoseanhebung, die das Management im Zuge der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen 2024 kommunizierte. Safran erwartet für das Gesamtjahr 2024 nun einen Umsatz, der spürbar über dem Niveau des Geschäftsjahres 2023 von rund 23 Milliarden Euro liegen soll, nachdem der Konzern damals bereits ein deutliches Plus im Vergleich zu 2022 verzeichnet hatte. Beim bereinigten operativen Gewinn peilt Safran für 2024 eine weitere Steigerung gegenüber dem im Jahr 2023 erzielten Wert im Bereich mehrerer Milliarden Euro an, gestützt vor allem durch das stark wachsende zivilen Triebwerks- und Wartungsgeschäft.
Besonders dynamisch entwickelte sich im ersten Halbjahr 2024 das zivilen Luftfahrtgeschäft, in dem Safran unter anderem Triebwerke der LEAP-Familie für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge produziert. Der Konzern meldete für die ersten sechs Monate 2024 ein zweistellig prozentuales Wachstum des zivilen Aftermarket-Umsatzes im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023, da Airlines weltweit mehr Flugstunden verzeichneten und damit auch mehr Wartungsbedarf auslösten. Diese Entwicklung stärkt die Visibilität der künftigen Cashflows, da Wartungsverträge über viele Jahre laufen.
Operative Kennzahlen und Margenentwicklung im Fokus
Für Investoren besonders wichtig ist die Margenentwicklung: Safran konnte im ersten Halbjahr 2024 seine bereinigte operative Marge gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausbauen. Während die Marge im Geschäftsjahr 2023 im mittleren Zehnprozentbereich lag, bewegt sie sich im ersten Halbjahr 2024 am oberen Ende dieser Spanne, was auf Skaleneffekte im Triebwerksgeschäft und eine verbesserte Kostenstruktur zurückgeführt wird. Im Segment „Aerospace Propulsion“, das Triebwerke und zugehörige Services umfasst, verzeichnete Safran im ersten Halbjahr 2024 ein Umsatzplus im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem ersten Halbjahr 2023 und zugleich eine überproportionale Steigerung des Segmentergebnisses.
Auch der freie Cashflow entwickelte sich positiv: Safran generierte im Geschäftsjahr 2023 einen freien Cashflow von rund 3 Milliarden Euro, nachdem im Jahr 2022 noch ein deutlich niedrigerer Wert erzielt worden war. Für 2024 strebt das Management erneut einen freien Cashflow im Milliardenbereich an, wobei eine weitere Verbesserung gegenüber 2023 angestrebt wird. Die solide Cashflow-Entwicklung ermöglicht es Safran, zugleich in Forschung und Entwicklung für neue Triebwerksgenerationen zu investieren und die Bilanz zu stärken.
Nachfrage nach LEAP-Triebwerken treibt Wachstum
Ein wesentlicher Wachstumstreiber für Safran ist die starke Nachfrage nach LEAP-Triebwerken, die gemeinsam mit einem großen amerikanischen Partner über das Joint Venture CFM International vermarktet werden. Im Geschäftsjahr 2023 wurden laut Unternehmensangaben mehrere hundert LEAP-Triebwerke ausgeliefert, was im Vergleich zu 2022 einem deutlichen Anstieg entsprach. Für 2024 rechnet Safran mit einem weiteren Plus bei den Auslieferungen, da Flugzeughersteller ihre Produktionsraten für Single-Aisle-Flugzeuge anheben, um den weltweit steigenden Bedarf an Mittelstreckenjets zu decken.
Gleichzeitig wächst das hochmargige Ersatzteil- und Wartungsgeschäft für bereits im Einsatz befindliche Triebwerke: Der Umsatz im zivilen Aftermarket-Segment legte 2023 im Vergleich zu 2022 zweistellig zu, und im ersten Halbjahr 2024 setzte sich dieser Trend fort. Nach internen Angaben spiegelt sich die Erholung des globalen Luftverkehrs darin wider, dass die Flugstunden von Maschinen mit CFM- und LEAP-Triebwerken im Jahr 2023 und im ersten Halbjahr 2024 jeweils deutlich zweistellig über dem Niveau des Vorjahres lagen. Diese höhere Auslastung schlägt direkt auf Inspektionen, Overhauls und Ersatzteilbedarf durch.
Safran im europäischen Luftfahrtumfeld
Im europäischen Luftfahrtumfeld ist Safran ein zentraler Zulieferer für Flugzeughersteller und Airlines, was auch für Anleger im DACH-Raum relevant ist. Viele europäische Airlines und Leasinggesellschaften setzen auf Flugzeuge mit CFM- und LEAP-Triebwerken, und auch in den Flotten von Gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind entsprechende Triebwerke verbreitet. Dadurch hängt ein Teil der regionalen Luftfahrtentwicklung mittelbar auch an der Leistungsfähigkeit von Safran im Bereich Produktion und Wartung.
Die Marktkapitalisierung von Safran spiegelt die Bedeutung des Konzerns im Luftfahrtsektor wider: Der Börsenwert lag im Jahr 2024 im hohen zweistelligen Milliardenbereich in Euro und damit deutlich über dem Niveau von vor wenigen Jahren, als die Pandemie die Luftfahrtbranche belastete. Seit dem Tiefpunkt im Jahr 2020 hat die Safran-Aktie damit über mehrere Jahre hinweg einen kräftigen Aufholprozess vollzogen, getragen von der Normalisierung des Passagierverkehrs und der wieder anziehenden Nachfrage nach neuen Flugzeugen.
Weitere Hintergründe zur Safran-Aktie
Weitere Nachrichten, Analysen und Kennzahlen zur Safran-Aktie sowie zu anderen Luftfahrtunternehmen finden sich im Themenbereich mit der ISIN FR0000130809 und auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens.
Triebwerks- und Verteidigungsgeschäft als Rückgrat
Safran erwirtschaftet einen großen Teil seines Umsatzes mit Triebwerken und Triebwerkskomponenten für Verkehrs- und Militärflugzeuge. Im Segment Aerospace Propulsion trug dieses Geschäft 2023 einen Umsatz im zweistelligen Milliardenbereich bei und machte damit deutlich mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes aus. Für 2024 plant Safran, die Produktionsraten für LEAP-Triebwerke weiter zu erhöhen, um den Auftragsbestand abzuarbeiten, der sich über die vergangenen Jahre auf mehrere Tausend Einheiten summiert hat.
Darüber hinaus ist Safran im Verteidigungsbereich aktiv, etwa mit Navigationssystemen, Avionik und weiteren Hochtechnologie-Komponenten. Dieser Bereich trug 2023 ebenfalls im Milliardenumfang zum Konzernumsatz bei und profitierte von steigenden Verteidigungsbudgets in verschiedenen Regionen. Langfristige Programme mit staatlichen Auftraggebern sorgen hier für relativ stabile Cashflows, die die zyklischere zivile Luftfahrt teilweise ausgleichen.
Produktbeispiel LEAP-Triebwerk unter Druck für Effizienz
Ein besonders prominentes Produkt von Safran ist das LEAP-Triebwerk, das von CFM International gemeinsam mit einem US-Partner entwickelt wurde und in Flugzeugfamilien wie der Boeing 737 MAX und der Airbus A320neo zum Einsatz kommt. Das Triebwerk ist darauf ausgelegt, im Vergleich zu älteren Generationen den Treibstoffverbrauch und damit auch CO2-Emissionen deutlich zu senken. Safran investiert kontinuierlich in die Weiterentwicklung dieser Technologie, um die Effizienz weiter zu steigern und künftige Nachhaltigkeitsanforderungen im Luftverkehr zu erfüllen.
Safran-Aktie im Börsenüberblick
Die Safran-Aktie wird an der Euronext Paris gehandelt und ist Bestandteil wichtiger französischer und europäischer Indizes. Das tägliche Handelsvolumen liegt im Millionenbereich, was für eine gute Handelbarkeit spricht. Für viele institutionelle Investoren gilt Safran als Kernposition im europäischen Luftfahrt- und Rüstungsssektor.
Safran-Aktie: Stammdaten und Kennziffern
- Unternehmen: Safran S.A.
- ISIN: FR0000130809
- Ticker: SAF
- Handelsplatz: Euronext Paris
- Sektor / Branche: Luft- und Raumfahrt, Verteidigung
- Indexzugehörigkeit: führende französische und europäische Aktienindizes
- Nächstes Earnings-Datum: laut Unternehmensterminkalender ein Berichtstermin im zweiten Halbjahr 2024
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