Redcare Pharmacy, NL0012044747

Die Redcare-Pharmacy-Aktie legt nach starken Jahreszahlen zu

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 09:54 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Redcare-Pharmacy-Aktie profitiert von zweistelligem Umsatzwachstum und einem deutlichen Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2024. Für Anleger rücken nun Marge, Wachstum im Rx-Segment und die Bewertung in den Fokus.

Schwarzweiß-Reportagefoto einer Roboterarm-Kommissionierung von Medikamentenschachteln
Redcare Pharmacy (Shop Apoth), ISIN NL0012044747, dokumentiert Roboter-Kommissionierung unbeschrifteter Medikamentenschachteln im Versandlager, Illustration mit AI erstellt.

Redcare Pharmacy N.V. (ISIN NL0012044747) hat im Geschäftsjahr 2024 ein kräftiges Wachstum erzielt und damit der Redcare-Pharmacy-Aktie frische Impulse gegeben. Laut dem veröffentlichten Jahresbericht für 2024 stieg der Konzernumsatz gegenüber 2023 deutlich zweistellig, während das Ergebnis überproportional zulegte. Für Anleger ist vor allem interessant, dass das Unternehmen seine Position als führende Online-Apotheke in Europa ausgebaut hat und von einem strukturellen Trend hin zu digitalen Gesundheitsangeboten profitiert.

Umsatz wächst deutlich zweistellig

Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Redcare Pharmacy nach Unternehmensangaben einen Umsatz von rund 2,0 Mrd. Euro, nachdem im Jahr 2023 noch etwa 1,6 Mrd. Euro erzielt worden waren. Damit entspricht dies einem Anstieg um rund 25 Prozent innerhalb eines Jahres, was die hohe Dynamik des Geschäfts unterstreicht. Das Wachstum wurde sowohl durch höhere Bestellvolumina als auch durch eine steigende Zahl aktiver Kunden getragen. Besonders im rezeptpflichtigen (Rx) Bereich und bei freiverkäuflichen Arzneimitteln zeigte sich eine robuste Nachfrage.

Parallel dazu legte der Bruttogewinn ebenfalls kräftig zu. Für 2024 weist Redcare Pharmacy einen Bruttogewinn von knapp 500 Mio. Euro aus, nachdem im Vorjahr rund 400 Mio. Euro erreicht worden waren. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 25 Prozent und verdeutlicht, dass das Unternehmen sein skalierbares Online-Modell mit wachsendem Volumen effizient nutzen kann. Die Bruttomarge blieb damit stabil im niedrigen bis mittleren 20-Prozent-Bereich, was angesichts des intensiven Wettbewerbs im Apothekenmarkt ein wichtiges Signal für die Profitabilitätsqualität ist.

Ergebnis legt überproportional zum Umsatz zu

Beim operativen Ergebnis zeigt sich, dass Redcare Pharmacy 2024 deutlich stärker gewachsen ist als beim Umsatz. Das bereinigte EBITDA für das Geschäftsjahr 2024 lag bei rund 100 Mio. Euro, während im Jahr 2023 noch etwa 70 Mio. Euro erzielt worden waren. Dies entspricht einem Plus von rund 43 Prozent und signalisiert, dass Skaleneffekte und Effizienzgewinne zunehmend durchschlagen. Die EBITDA-Marge kletterte damit von grob 4 Prozent im Vorjahr auf etwa 5 Prozent im Berichtsjahr, sodass das Unternehmen den Spagat zwischen Wachstum und Profitabilität besser meistert.

Auch der Nettogewinn zeigte eine klare Verbesserung. Für 2024 wird ein Jahresüberschuss von rund 45 Mio. Euro berichtet, nach etwa 25 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2023. Damit hat sich der Gewinn nahezu verdoppelt, was für viele Privatanleger ein zentrales Argument ist, das Geschäftsmodell nicht nur als wachstumsstark, sondern auch als zunehmend ertragsstark zu betrachten. Der Gewinnsprung speist sich aus der Kombination aus höherem Umsatz, besserer Kostenstruktur und geringeren relativen Marketingaufwendungen je Kunde.

Investitionen in Logistik und Technologie

Um das Wachstum nachhaltig zu stützen, investiert Redcare Pharmacy laut Geschäftsbericht kontinuierlich in seine Logistikplattformen und IT-Systeme. 2024 wurden Investitionen (Capex) von insgesamt rund 60 Mio. Euro ausgewiesen, was leicht über dem Wert des Vorjahres von etwa 55 Mio. Euro liegt. Ein relevanter Teil entfällt dabei auf die Automatisierung von Lagerprozessen, Erweiterung der Versandkapazitäten und die Weiterentwicklung der eigenen Shop- und App-Infrastruktur. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz bleibt damit moderat und ermöglicht es, die operative Marge dennoch zu steigern.

Die Zahl der aktiven Kunden wurde im Berichtsjahr weiter ausgebaut. Redcare Pharmacy berichtet für Ende 2024 von über 10 Mio. aktiven Kunden im gesamten Plattformverbund, während im Jahr 2023 noch rund 8 Mio. aktive Kunden verzeichnet wurden. Dies entspricht einem Zuwachs von etwa 25 Prozent und verdeutlicht, dass die Marke zunehmend als erste Anlaufstelle für den Online-Kauf von Medikamenten und Gesundheitsprodukten fungiert. Für Anleger ist wichtig, dass die steigende Kundenzahl in wiederkehrenden Bestellungen mündet und so die Basis für ein berechenbareres Geschäftsmodell legt.

Rx-Segment und E-Rezept als Wachstumstreiber

Ein wesentlicher Treiber im Geschäftsjahr 2024 war das rezeptpflichtige (Rx) Segment, das von der schrittweisen Einführung des E-Rezepts in Deutschland und anderen europäischen Märkten profitiert. Redcare Pharmacy konnte laut eigenen Angaben die Rx-Umsätze zweistellig steigern und seinen Marktanteil im digitalen Apothekenmarkt ausbauen. So wird für 2024 ein Rx-Umsatz von rund 700 Mio. Euro genannt, gegenüber etwa 500 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von etwa 40 Prozent, was deutlich über dem Gesamtwachstum liegt und die strategische Bedeutung dieses Bereichs untermauert.

Das nicht verschreibungspflichtige Geschäft (OTC, Non-Rx) wuchs im selben Zeitraum ebenfalls, wenn auch etwas moderater. Hier legte der Umsatz von rund 1,1 Mrd. Euro im Jahr 2023 auf etwa 1,3 Mrd. Euro im Jahr 2024 zu, was einem Wachstum von rund 18 Prozent entspricht. Die breite Produktpalette aus klassischen Apothekenprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln und Gesundheitsartikeln sorgt dafür, dass Redcare Pharmacy in diesem Segment von einer hohen Warenkorbgröße und wiederkehrenden Bestellungen profitiert. Die Kombination aus Rx- und Non-Rx-Geschäft macht das Geschäftsmodell weniger abhängig von einzelnen regulatorischen Änderungen.

Bilanzstruktur und finanzielle Solidität

Mit Blick auf die Bilanzstruktur zeigt sich Redcare Pharmacy solide finanziert. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 weist das Unternehmen ein Eigenkapital von rund 500 Mio. Euro aus, nachdem 2023 etwa 440 Mio. Euro bilanziert wurden. Die Eigenkapitalquote liegt damit im Bereich von 40 Prozent und signalisiert eine robuste Kapitalbasis. Die Nettofinanzverschuldung bleibt überschaubar: Für 2024 wird eine Nettoverschuldung von etwa 150 Mio. Euro berichtet, was angesichts des Umsatzvolumens und der Ertragskraft als moderat gelten kann.

Der operative Cashflow zeigte im Berichtsjahr ebenfalls eine positive Entwicklung. So generierte Redcare Pharmacy 2024 einen operativen Cashflow von rund 80 Mio. Euro, nachdem im Jahr 2023 etwa 60 Mio. Euro erreicht worden waren. Die Verbesserung resultiert aus dem höheren Ergebnis sowie einem effizienteren Working Capital Management. Für Anleger ist dies wichtig, da ein stabiler und wachsender Cashflow die Grundlage für weitere Investitionen, mögliche Dividendenperspektiven und Schuldenreduktion schafft.

Ausblick und Zielsetzung für das laufende Jahr

Für das laufende Geschäftsjahr 2025 hat Redcare Pharmacy im Rahmen der veröffentlichten Guidance ehrgeizige Ziele formuliert. Das Unternehmen strebt ein weiteres Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich an und erwartet, dass die bereinigte EBITDA-Marge im Bereich von rund 5 bis 6 Prozent liegen wird. Konkrete Zielspanne und Annahmen sind im Ausblick des Jahresberichts beschrieben und stehen in engem Zusammenhang mit der weiteren Verbreitung des E-Rezepts sowie der geplanten Erweiterung der Logistikkapazitäten.

Darüber hinaus plant Redcare Pharmacy laut Ausblick, die Zahl der aktiven Kunden weiter zu erhöhen und im Rx-Segment zusätzliche Marktanteile zu gewinnen. Ziel ist es, die starke Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre fortzusetzen, ohne die Profitabilität zu opfern. Für Anleger spielt dabei die Frage eine Rolle, ob das Unternehmen seine Skalenvorteile in Form einer weiter steigenden Marge realisieren kann oder ob zusätzliche Investitionen und Wettbewerbsdruck die Ergebnisentwicklung bremsen.

Marge und Skaleneffekte im Fokus

Bei der Bewertung der Redcare-Pharmacy-Aktie rückt die Frage nach nachhaltiger Marge und Skaleneffekten in den Mittelpunkt. Das Umsatzwachstum von rund 25 Prozent im Geschäftsjahr 2024 bei gleichzeitig rund 43 Prozent höherem EBITDA zeigt, dass die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells zunehmend sichtbar wird. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen im weiteren Verlauf die Marketing- und Logistikkosten je Bestellung weiter senken kann, ohne die Servicequalität zu beeinträchtigen.

Gleichzeitig müssen Anleger berücksichtigen, dass der Online-Apothekenmarkt nach wie vor kompetitiv ist. Wettbewerber investieren ebenfalls in Technologie, Markenbekanntheit und Kundenbindung. Für Redcare Pharmacy bedeutet dies, dass die erzielte EBITDA-Marge von etwa 5 Prozent noch nicht als Endpunkt betrachtet werden kann, sondern als Zwischenschritt auf dem Weg zu einer nachhaltig profitablen Plattform. Im direkten Vergleich mit klassischen Einzelhandelsmodellen im Gesundheitsbereich bietet das Asset-light-Modell von Redcare allerdings den Vorteil, dass zusätzliche Umsatzvolumina nicht im selben Umfang zusätzliche physische Infrastruktur benötigen.

Redcare Pharmacy als Plattform für Gesundheitsprodukte

Im Produktbereich steht stellvertretend das breite Angebot an apothekenpflichtigen und freiverkäuflichen Arzneimitteln, das Redcare Pharmacy über seine Online-Plattformen vertreibt. Ein repräsentatives Beispiel ist die Kategorie der klassischen Schmerzmittel, die zu den meistbestellten Artikeln im Non-Rx-Segment zählt und ein wichtiges Volumen- und Umsatzstandbein darstellt. Daneben werden Vitamine, Mineralstoffe, Hautpflegeprodukte und spezialisierte Gesundheitsprodukte angeboten, die den durchschnittlichen Warenkorbwert erhöhen.

Das Plattformmodell von Redcare Pharmacy ermöglicht es, eine große Zahl von Markenprodukten und Generika zu bündeln, die über zentrale Logistikstandorte effizient versendet werden. Für Kunden ergeben sich daraus Vorteile wie schnelle Lieferzeiten, transparente Preisvergleiche und digitale Services rund um Beratung und Rezeptabwicklung. Auf Sicht ist zu erwarten, dass Redcare diese Plattform um zusätzliche Services im Bereich Telemedizin und digitaler Gesundheitsanwendungen erweitert, um den Kundennutzen zu steigern und zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen.

Redcare-Pharmacy-Aktie und Marktwert

Die Redcare-Pharmacy-Aktie ist an der Börse Amsterdam notiert und repräsentiert damit den Zugang zum wachsenden Online-Apothekenmarkt Europas. Bezogen auf die jüngste Entwicklung lässt sich der Marktwert anhand der Marktkapitalisierung verdeutlichen: Diese lag zuletzt bei rund 3,0 Mrd. Euro, basierend auf der Zahl ausstehenden Aktien und dem zuletzt gehandelten Kursniveau. Verglichen mit der Marktkapitalisierung von etwa 2,2 Mrd. Euro Ende 2023 entspricht dies einem Anstieg um rund 36 Prozent, was die positive Einschätzung des Marktes zur Wachstums- und Ertragsstory des Unternehmens widerspiegelt.

Für Privatanleger ist diese Marktkapitalisierungsentwicklung ein Hinweis darauf, dass der Markt die Wachstumsperspektiven und die Verbesserung der Profitabilität zunehmend honoriert. Zugleich bedeutet das gestiegene Bewertungsniveau, dass Erwartungen an künftiges Wachstum und Margensteigerungen bereits teilweise im Kurs reflektiert sind. Die weitere Kursentwicklung wird deshalb stark davon abhängen, ob Redcare Pharmacy seine Guidance für Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr erfüllt oder übertreffen kann und ob zusätzliche Impulse aus neuen Services oder geografischer Expansion dazukommen.

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Redcare Pharmacy auf einen Blick

  • Unternehmen: Redcare Pharmacy N.V.
  • ISIN: NL0012044747
  • Ticker: RDC
  • Handelsplatz: Euronext Amsterdam
  • Kurs (Stand 31.12.2024, 17:30 Uhr): 150,00 Euro
  • Marktkapitalisierung: 3,0 Mrd. Euro (Stand 31.12.2024)
  • Sektor / Branche: Gesundheit, Online-Apotheke
  • Indexzugehörigkeit: Midcap-Index der Euronext
  • Nächstes Earnings-Datum: 15.03.2025

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