Die Qualcomm-Aktie profitiert von starkem Wachstum im Automotive-Geschäft
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 07:40 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Qualcomm (ISIN US7475251036) hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen ein deutliches Signal an den Markt gesendet: Der Umsatz des Chipherstellers lag im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2024 bei rund 9,4 Milliarden US?Dollar, während der bereinigte Gewinn pro Aktie bei etwa 2,44 US?Dollar lag. Laut Unternehmensangaben für das Geschäftsjahr 2023 erzielte Qualcomm einen Jahresumsatz von rund 36 Milliarden US?Dollar und einen Nettogewinn von etwa 7,2 Milliarden US?Dollar, womit die Marge weiterhin auf einem komfortablen Niveau bleibt. Besonders wachstumsstark zeigte sich das Automotive-Segment, das im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden US?Dollar erreichte und damit gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30 Prozent zulegte.
Wachstumstreiber Automotive und IoT
Im Fokus vieler Marktbeobachter stehen bei Qualcomm derzeit vor allem die Bereiche Automotive und Internet of Things (IoT), die als wichtigste Wachstumstreiber neben dem klassischen Smartphone-Geschäft gelten. Laut den veröffentlichten Geschäftszahlen für das Jahr 2023 stieg der Automotive-Umsatz von rund 1,4 Milliarden US?Dollar im Vorjahr auf etwa 1,9 Milliarden US?Dollar, was einem Zuwachs von mehr als 35 Prozent entspricht. Das IoT-Segment trug im gleichen Zeitraum rund 7,0 Milliarden US?Dollar zum Konzernumsatz bei und zeigt damit, dass Qualcomm zunehmend auch abseits des Smartphone-Kerngeschäfts skaliert. Für Anleger ist diese Diversifizierung deshalb interessant, weil sie die Abhängigkeit von einzelnen Produktzyklen im Mobilfunk reduziert und das langfristige Wachstum breiter abstützt.
Das Kerngeschäft mit Mobilfunk-Chips (Handsets) bleibt dennoch der größte Umsatzblock und steht mit dem anhaltenden 5G-Rollout weiterhin im Mittelpunkt. Im Geschäftsjahr 2023 setzte Qualcomm in diesem Bereich rund 22 Milliarden US?Dollar um, nachdem im Vorjahr noch etwa 27 Milliarden US?Dollar erzielt worden waren, was die zyklische Natur des Smartphone-Marktes widerspiegelt. Mit der schrittweisen Normalisierung der Lagerbestände bei Kunden und dem Ausrollen neuer Premium-Plattformen erwartet der Konzern jedoch wieder Rückenwind. Für die Qualcomm-Aktie ist entscheidend, dass diese zyklischen Schwankungen im Handset-Geschäft zunehmend durch strukturelles Wachstum in Automotive und IoT abgefedert werden.
Lizenzgeschäft sichert hohe Profitabilität
Ein wesentlicher Ergebnispfeiler ist bei Qualcomm traditionell das Lizenzgeschäft rund um Patente im Bereich Mobilfunkstandards, das unter dem Segment QTL geführt wird. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte dieses Segment einen Umsatz von rund 6,3 Milliarden US?Dollar und lieferte damit einen überdurchschnittlich hohen Beitrag zum operativen Ergebnis. Die operative Marge in diesem Bereich liegt seit Jahren deutlich über der des Chipgeschäfts, was sich positiv auf die Konzernprofitabilität auswirkt. Im zweiten Quartal 2024 blieb der Lizenzumsatz trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds stabil im Bereich von rund 1,5 Milliarden US?Dollar, was zeigt, dass die Patentbasis des Unternehmens weiterhin stark monetarisierbar ist.
Für die Gesamtmarge des Konzerns ist diese Struktur zentral: Während das Chipgeschäft von Faktoren wie Stückzahlen, Produktmix und Fertigungskosten beeinflusst wird, sorgen die Lizenzgebühren für einen wiederkehrenden Cashflow mit vergleichsweise geringer Volatilität. Im Geschäftsjahr 2023 erreichte Qualcomm eine operative Marge von rund 26 Prozent und eine Netto-Marge von etwa 20 Prozent, was im Vergleich zu vielen Halbleiterpeers ein solider Wert ist. Anleger schätzen diesen Mix aus margenstarkem Lizenzgeschäft und wachstumsorientierten Halbleitersegmenten, weil er die Basis für fortgesetzte Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe bildet.
Qualcomm-Aktie im internationalen Vergleich
Mit einer Marktkapitalisierung von deutlich über 150 Milliarden US?Dollar gehört Qualcomm zu den Schwergewichten im internationalen Halbleitersektor und ist im US-Leitindex S&P 500 vertreten. Der Anteilsschein wird primär an der Nasdaq gehandelt, ist aber auch an europäischen Handelsplätzen wie Tradegate in Euro verfügbar und so für Anleger im deutschsprachigen Raum leicht zugänglich. Per 30.06.2024 lag der Nasdaq-Schlusskurs der Qualcomm-Aktie im Bereich von rund 215 US?Dollar, nachdem der Titel zur Jahresmitte 2023 noch bei etwa 120 US?Dollar notiert hatte. Damit hat die Aktie innerhalb von zwölf Monaten rund 80 Prozent an Wert gewonnen und sich deutlich besser entwickelt als der breite S&P-500-Index im gleichen Zeitraum.
Diese Kursentwicklung reflektiert die Erwartung des Marktes, dass Qualcomm von mehreren strukturellen Trends profitieren kann. Dazu zählen neben 5G und der wachsenden Zahl vernetzter Geräte vor allem die zunehmende Elektronik- und Softwareausstattung moderner Fahrzeuge sowie der Bedarf an leistungsfähigen System-on-Chip-Lösungen für Edge-Computing und KI-nahe Anwendungen. Im Vergleich zu anderen großen Halbleiterwerten, die stärker im klassischen PC- oder Rechenzentrumsgeschäft positioniert sind, ist Qualcomm in einem anderen Nachfrageprofil unterwegs und bietet damit eine Ergänzung im Portfolio vieler Technologieanleger.
Ausblick: Prognose und Investitionsschwerpunkte
Für das laufende Geschäftsjahr 2024 hatte Qualcomm im Rahmen seiner Prognose eine Fortsetzung des Wachstums in den Bereichen Automotive und IoT sowie eine Erholung im Smartphone-Segment in Aussicht gestellt. Für das dritte Quartal 2024 stellte das Management nach eigenen Angaben einen Umsatzkorridor in einer Spanne von etwa 8,8 bis 9,6 Milliarden US?Dollar in Aussicht, bei einem bereinigten Gewinn je Aktie in einer Bandbreite von ungefähr 2,20 bis 2,40 US?Dollar. Diese Guidance unterstreicht den Anspruch, trotz eines nach wie vor selektiven Nachfrageumfelds profitabel zu wachsen. Die Investitionsschwerpunkte liegen dabei auf der Weiterentwicklung von Systemplattformen für vernetzte Fahrzeuge, energieeffizienten Modem- und RF-Lösungen sowie leistungsfähigen Application-Prozessoren.
Ein weiterer strategischer Fokus sind Partnerschaften mit großen Automobilherstellern und Zulieferern, die die Einführung von Plattformen für Infotainment, Assistenzsysteme und vernetzte Dienste beschleunigen sollen. Qualcomm nutzt hier seine Erfahrung aus dem Smartphone-Geschäft, um skalierbare Plattformen für Fahrzeuge anzubieten, die sowohl Rechenleistung als auch Konnektivität integriert bereitstellen. Dies spiegelt sich in einem wachsenden Auftragsbestand im Automotive-Segment wider, den das Unternehmen über die kommenden Jahre hinweg in Umsatz transformieren möchte. Für Investoren ist dieser Auftragsbestand ein Indikator dafür, wie sichtbar das zukünftige Wachstum bereits in Verträgen abgebildet ist.
Technologieplattform Snapdragon als Kernprodukt
Ein zentrales Produkt im Portfolio von Qualcomm ist die Snapdragon-Plattform, die als System-on-Chip-Lösung in vielen Smartphones, Tablets und zunehmend auch in anderen vernetzten Geräten eingesetzt wird. Die aktuellen Premium-Plattformen der Snapdragon-Reihe kombinieren leistungsstarke CPU- und GPU-Einheiten mit 5G-Modems, KI-Beschleunigern und effizienten Energieverwaltungsfunktionen. Für Gerätehersteller bietet dies den Vorteil, dass viele zentrale Funktionen aus einer Hand kommen und Software sowie Treiber auf die jeweilige Hardware abgestimmt sind. Diese Integration ist gerade im High-End- und Performance-Segment entscheidend, um eine lange Akkulaufzeit mit hoher Rechenleistung und modernen Funkstandards zu verbinden.
Über Smartphones hinaus werden Snapdragon-Plattformen zunehmend auch in Laptops, XR-Headsets und Automotive-Infotainmentsystemen genutzt. Damit erweitert Qualcomm den adressierbaren Markt und positioniert sich als Anbieter von Rechenplattformen für eine Vielzahl vernetzter Endgeräte. Für das Geschäftsjahr 2023 meldete das Unternehmen, dass der adressierbare Markt für seine Technologien bis 2030 auf eine dreistellige Milliardenhöhe in US?Dollar wachsen könnte, wenn man Automotive, IoT, PC-nahe Anwendungen und neue Geräteklassen einbezieht. Konkrete Umsätze in neuen Kategorien wie Always-on-PCs oder erweiterten Realitätssystemen sind bislang noch kleiner, tragen aber dazu bei, das Profil von Qualcomm als breit aufgestellten Plattformanbieter zu schärfen.
Qualcomm-Aktie: Kursniveau und Bewertung
Die deutliche Kurssteigerung der Qualcomm-Aktie im Zeitraum von Mitte 2023 bis Mitte 2024 bedeutet, dass ein Teil der erwarteten Wachstumspotenziale bereits im Kurs eingepreist ist. Beim Kurs von rund 215 US?Dollar per 30.06.2024 ergibt sich bei einem erwarteten bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 9 US?Dollar für das Geschäftsjahr 2024 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im mittleren 20er-Bereich. Im Vergleich zur Bewertung während der schwächeren Nachfragephase im Geschäftsjahr 2022, als der Kurs zeitweise unter 110 US?Dollar fiel und das erwartete KGV im niedrigen zweistelligen Bereich lag, hat sich die Bewertung damit spürbar erhöht. Diese Entwicklung zeigt, dass der Markt die stärkere Visibilität im Automotive- und IoT-Geschäft honoriert.
Für Anleger bedeutet das aktuelle Kursniveau, dass die Perspektive auf die nächsten Jahre entscheidend wird. Ein wichtiger Faktor ist dabei, ob es Qualcomm gelingt, den Anteil der wiederkehrenden Erlöse und langfristigen Lieferverträge weiter auszuweiten und gleichzeitig die Marge zu stabil halten. Die Kombination aus lizenzbasierten Einnahmen und wachstumsorientierten Halbleiterplattformen bietet eine solide Basis, ist aber auch vom tempo der Endmarktnachfrage und dem Wettbewerbsumfeld abhängig. Die Aktie bleibt damit ein Wert, bei dem operative Kennzahlen und Fortschritte in den strategischen Wachstumsfeldern genau beobachtet werden.
Fakten zur Qualcomm-Aktie
- Unternehmen: Qualcomm Inc.
- ISIN: US7475251036
- Ticker: QCOM
- Handelsplatz: Nasdaq
- Kurs (Stand 30.06.2024, 22:00 Uhr): 215 US?Dollar
- Marktkapitalisierung: über 150 Milliarden US?Dollar (Stand Mitte 2024)
- Sektor / Branche: Halbleiter, Kommunikationstechnologie
- Indexzugehörigkeit: S&P 500
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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