Die Qualcomm-Aktie profitiert von starkem Chip-Geschäft und solider Prognose
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 14:08 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Qualcomm (ISIN US7475251036) hat im jüngsten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert und der Aktie damit neuen Rückenwind gegeben. Laut Unternehmensangaben erzielte der Konzern im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2024 einen Umsatz von rund 9,4 Milliarden US-Dollar, nach etwa 9,3 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im selben Zeitraum bei rund 2,44 US-Dollar und damit deutlich über dem Niveau von knapp 2,15 US-Dollar ein Jahr zuvor. Für Anleger ist neben dem Ergebnissprung vor allem wichtig, dass Qualcomm seine Abhängigkeit vom Smartphone-Markt schrittweise verringert und Wachstum in neuen Segmenten wie Automotive und IoT generiert.
Umsatzwachstum und Ergebnisdynamik im Überblick
Im Kerngeschäft mit Mobilfunkchips und Lizenzen bleibt Qualcomm ein Schwergewicht der Branche. Im Geschäftsjahr 2023 setzte der Konzern nach Unternehmensangaben insgesamt rund 36 Milliarden US-Dollar um. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022, als der Umsatz bei gut 44 Milliarden US-Dollar lag, entspricht dies zwar einem Rückgang im zweistelligen Prozentbereich, spiegelt aber vor allem den zyklischen Abschwung im Smartphone-Markt und Lagerkorrekturen bei Kunden wider. Im laufenden Geschäftsjahr 2024 zeigen die jüngsten Quartalszahlen wieder eine Stabilisierung und leichte Rückkehr zu Wachstum.
Die jüngste Quartalsbilanz unterstreicht diese Trendwende: Für das zweite Quartal 2024 meldete Qualcomm einen Umsatz von rund 9,4 Milliarden US-Dollar, was einem leichten Plus gegenüber knapp 9,3 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte im selben Zeitraum von ungefähr 2,15 US-Dollar auf 2,44 US-Dollar, was einem Zuwachs von rund 13 Prozent entspricht. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass das Unternehmen seine Kostenstrukturen straff hält und gleichzeitig von einer Erholung bei Premium-Smartphones und höherwertigen Chips mit besseren Margen profitiert.
Margen, Cashflow und Ausschüttungen an Aktionäre
Für Investoren spielen die Profitabilität und der freie Cashflow eine zentrale Rolle. Qualcomm weist traditionell hohe Bruttomargen aus, weil ein erheblicher Teil des Geschäfts aus hochmargigen Lizenz-Erlösen stammt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 lag die Bruttomarge konzernweit im Bereich von deutlich über 50 Prozent. Auch in den jüngsten Quartalen konnte das Unternehmen diese Größenordnung in etwa halten, unterstützt von einem Mix aus Lizenzumsätzen und margenstarken Premium-Chips.
Beim operativen Ergebnis (Non-GAAP) erwirtschaftete Qualcomm im Geschäftsjahr 2023 einen zweistelligen Milliardenbetrag. Der bereinigte Gewinn je Aktie für das Gesamtjahr lag im Bereich von rund 8 bis 9 US-Dollar und verdeutlicht, dass der Konzern trotz zyklischer Gegenwinde im Smartphone-Markt hochprofitabel arbeitet. Aus dem operativen Geschäft generiert Qualcomm regelmäßig einen kräftigen freien Cashflow, der sowohl Investitionen in Forschung und Entwicklung als auch Rückflüsse an Aktionäre ermöglicht.
Ein wichtiger Baustein für die Attraktivität der Qualcomm-Aktie ist die Dividendenpolitik. Für das Geschäftsjahr 2023 zahlte der Konzern je Aktie eine Divende im Bereich von rund 3 US-Dollar. Zudem kaufen die Amerikaner regelmäßig eigene Aktien zurück, wodurch sich die Anzahl ausstehender Aktien reduziert und der Gewinn je Aktie zusätzlich gestützt wird. Diese Kombination aus Dividende und Aktienrückkauf macht Qualcomm zu einem etablierten Ausschütter innerhalb des US-Technologiesektors.
Segmentmix: Smartphone, Automotive und IoT
Operativ ist Qualcomm in mehrere Segmente gegliedert. Das größte Feld bleibt dabei das Geschäft mit Smartphone-Chips und zugehörigen Modemlösungen. In diesem Bereich beliefert das Unternehmen zahlreiche Hersteller von Android-Smartphones mit System-on-Chip-Plattformen und Modems der Snapdragon-Reihe. Der Umsatz im klassischen Mobile-Segment unterlag in den vergangenen Jahren starken Schwankungen, weil die weltweiten Smartphone-Auslieferungen zyklisch verlaufen und Kunden phasenweise Lagerbestände abbauen.
Gleichzeitig baut Qualcomm seine Präsenz in wachstumsstärkeren Bereichen aus. Dazu zählen vor allem das Automotive-Geschäft und das Internet der Dinge (IoT). Im Automotive-Bereich bietet Qualcomm Plattformen für Infotainment, Cockpit-Lösungen und Fahrerassistenzsysteme an. Der dortige Umsatz lag im Geschäftsjahr 2023 im niedrigen einstelligen Milliardenbereich, wuchs aber im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr, weil immer mehr Fahrzeughersteller auf vernetzte und softwarebasierte Systeme setzen. Ähnlich dynamisch zeigt sich der IoT-Bereich, in dem Qualcomm Chips und Plattformen für vernetzte Geräte, Industrieanwendungen und smarte Haushaltsgeräte liefert.
Aus Investorensicht ist dieser Segmentmix bedeutsam, weil er die Abhängigkeit von zyklischen Smartphone-Verkäufen reduziert. Mittelfristig können die Einnahmen aus Automotive und IoT einen immer größeren Beitrag zum Konzernumsatz leisten. Gleichzeitig positioniert sich Qualcomm mit seinen Technologieplattformen für den Ausbau von KI-Funktionen direkt auf dem Endgerät, etwa durch spezialisierte NPU-Komponenten in Snapdragon-Chips.
Ausblick und Guidance für das laufende Jahr
Mit der jüngsten Quartalsveröffentlichung hat Qualcomm auch einen Ausblick auf die nächsten Monate gegeben. Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2024 erwartet das Management einen Umsatz im Bereich von rund 9,2 bis 10 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wird eine Spanne im Bereich von etwa 2,25 bis 2,45 US-Dollar in Aussicht gestellt. Diese Guidance signalisiert, dass das Unternehmen mit einer fortgesetzten Stabilisierung im Smartphone-Markt sowie mit weiterem Wachstum in Automotive und IoT rechnet.
Im Vergleich zum Vorjahr, als die Prognosen stärker von Lagerabbau und verhaltenen Bestellungen geprägt waren, wirkt die aktuelle Guidance konstruktiver. Sie unterstreicht, dass Kunden wieder mehr Vertrauen in die Nachfrageentwicklung gewinnen. Für Investoren ist dabei entscheidend, wie konsequent es Qualcomm gelingt, seine Margen in einem kompetitiven Umfeld zu verteidigen und neue Wachstumsfelder zu erschließen. Besonders aufmerksam verfolgt der Markt, in welchem Umfang der Konzern von der steigenden Nachfrage nach KI-fähigen Endgeräten profitieren kann.
Snapdragon als Kernprodukt im Premium-Smartphone-Segment
Ein zentrales Produkt im Portfolio von Qualcomm ist die Snapdragon-Plattform, die in zahlreichen Premium- und Mittelklasse-Smartphones zum Einsatz kommt. Snapdragon-Chips vereinen CPU, GPU, Modem und zunehmend spezialisierte Einheiten für KI- und Multimediaverarbeitung auf einem System-on-Chip. Dies ermöglicht Herstellern, leistungsstarke und energieeffiziente Geräte zu entwickeln, die insbesondere für anspruchsvolle Anwendungen wie mobile Spiele, hochauflösende Videografie und On-Device-KI geeignet sind.
Der Erfolg von Snapdragon ist für Qualcomm strategisch wichtig, weil das Produkt in vielen Flaggschiff-Smartphones verschiedener Hersteller steckt und damit einen wesentlichen Teil des Umsatzes und der Bruttomarge generiert. Gleichzeitig dient die Plattform als Basis für Weiterentwicklungen in angrenzenden Bereichen wie Compute- und Automotive-Anwendungen, in denen ähnliche Rechen- und Konnektivitätsanforderungen bestehen. Mit jeder neuen Snapdragon-Generation versucht Qualcomm, die Leistung pro Watt zu steigern und zusätzliche Funktionen zu integrieren, um sich im Wettbewerb mit anderen Chipanbietern zu behaupten.
Aktienperspektive und Marktbewertung
Die Qualcomm-Aktie wird primär an der NASDAQ in US-Dollar gehandelt und zählt zu den etablierten Halbleiterwerten im US-Technologiesektor. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt im dreistelligen Milliardenbereich und spiegelt die Bedeutung des Konzerns als Zulieferer für den globalen Smartphone- und Kommunikationsmarkt wider. Im Jahresverlauf zeigte die Aktie eine deutliche Erholung gegenüber schwächeren Phasen in früheren Jahren, als der Markt vor allem die Zyklik im Smartphone-Geschäft und regulatorische Risiken einpreiste.
Gemessen am aktuellen Gewinn je Aktie und den Prognosen für das laufende Geschäftsjahr wird Qualcomm an der Börse mit einem Bewertungsmultiplikator gehandelt, der im Vergleich zu einigen wachstumsstärkeren, aber weniger profitablen Technologieunternehmen moderat erscheint. Anleger achten dabei insbesondere auf das Verhältnis von Kurs zu Gewinn (KGV) und darauf, wie sich dieses im Lichte des erwarteten Wachstums entwickelt. Eine zentrale Rolle spielt außerdem die Dividendenrendite, die sich aus der jährlichen Ausschüttung im Verhältnis zum Aktienkurs ergibt und Qualcomm im Kreis der Technologiewerte als vergleichsweise verlässlichen Dividendenzahler positioniert.
Fakten zur Qualcomm-Aktie
- Unternehmen: Qualcomm Inc.
- ISIN: US7475251036
- Ticker: QCOM
- Handelsplatz: NASDAQ
- Sektor / Branche: Halbleiter / Kommunikationschips
- Indexzugehörigkeit: S&P 500
- Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert
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