Phoenix Group, GB00BF8Q6K64

Die Phoenix-Group-Aktie profitiert von steigenden Gebühreneinnahmen und wächst beim Neugeschäft kräftig

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 08:23 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Phoenix-Group-Aktie steht im Fokus, weil der britische Lebensversicherer seine Gebühreneinnahmen und das Neugeschäft deutlich steigern konnte. Für Anleger sind vor allem die Margen im Neugeschäft und die Kapitalstruktur entscheidend.

Aquarellbild der Londoner Skyline entlang der Themse bei Sonnenuntergang
Aquarellmalerei der Londoner Skyline repräsentiert den Sitz von Phoenix Group Holdings plc, ISIN GB00BF8Q6K64, Illustration mit AI erstellt.

Die Phoenix Group-Aktie (ISIN GB00BF8Q6K64) spiegelt die Entwicklung des britischen Spezialisten für Lebensversicherungen und Altersvorsorge wider, der in den letzten Berichtsperioden seine Gebühreneinnahmen und sein Neugeschäft deutlich steigern konnte. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Phoenix Group nach Unternehmensangaben einen Gesamtumsatz von rund 8,3 Milliarden Pfund, während der zugrunde liegende Betriebsgewinn bei etwa 1,1 Milliarden Pfund lag, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr entsprach. Gleichzeitig meldete der Konzern ein starkes Wachstum beim Neugeschäftsvolumen, das im Jahr 2024 bei rund 5,1 Milliarden Pfund lag und damit spürbar über dem Wert des Vorjahres lag. Diese Kennzahlen zeigen, dass die Ertragsbasis des Unternehmens breiter geworden ist und die Phoenix Group-Aktie von einer soliden operativen Entwicklung profitiert.

Gebühreneinnahmen und Neugeschäft wachsen

Die Phoenix Group plc ist ein in London börsennotierter Lebensversicherer, der sich auf die Konsolidierung und Verwaltung von Lebensversicherungsbeständen sowie den Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten spezialisiert hat. Laut Gesellschaftsangaben stiegen die wiederkehrenden Gebühreneinnahmen im Jahr 2024 auf etwa 2,6 Milliarden Pfund, nachdem sie im Geschäftsjahr 2023 noch bei rund 2,3 Milliarden Pfund gelegen hatten. Damit legten die Gebühreneinnahmen innerhalb eines Jahres um rund 13 Prozent zu, was vor allem auf das Wachstum im Geschäft mit fondsgebundenen und betragsabhängigen Produkten zurückgeführt wird. Zugleich konnte Phoenix Group das Volumen des Neugeschäfts, gemessen an den eingeworbenen Beiträgen, im Jahr 2024 auf rund 5,1 Milliarden Pfund steigern, gegenüber etwa 4,4 Milliarden Pfund im Jahr 2023. Dieser Anstieg von rund 15,9 Prozent verdeutlicht, dass die Gesellschaft sowohl im Retail- als auch im Workplace-Segment zusätzliche Kunden und Verträge gewinnen konnte.

Beim zugrunde liegenden Betriebsgewinn berichtete Phoenix Group für das Geschäftsjahr 2024 einen Wert von etwa 1,1 Milliarden Pfund, während im Geschäftsjahr 2023 ein Betriebsgewinn von rund 1,0 Milliarden Pfund ausgewiesen worden war. Damit erhöhte sich der Betriebsgewinn um rund 10 Prozent. Diese Entwicklung ist angesichts eines wettbewerbsintensiven und stark regulierten Markts bemerkenswert und zeigt, dass Phoenix Group ihre Kostenbasis und die Integration erworbener Bestände im Griff hat. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt weiterhin auf der effizienten Verwaltung geschlossener Lebensversicherungsbestände, während gleichzeitig das Neugeschäft im Bereich der Altersvorsorgeprodukte ausgebaut wird.

Kapitalausstattung und Dividendenpolitik

Für Anleger wichtigen Einfluss auf die Phoenix Group-Aktie hat die Kapitalausstattung, die nach dem Solvency-II-Regime bewertet wird. Phoenix Group wies für das Geschäftsjahr 2024 eine Solvency-II-Bedeckungsquote von rund 175 Prozent aus, nachdem diese Kennzahl im Jahr 2023 bei etwa 172 Prozent gelegen hatte. Der leichte Anstieg verdeutlicht, dass der Konzern über eine komfortable Kapitaldecke verfügt, die sowohl die laufenden Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern als auch potenzielle Risiken abdeckt. Eine ausreichend hohe Solvenzquote erlaubt dem Management, Kapital in Form von Dividenden oder neuen Investitionen zu verwenden, ohne die Stabilität des Unternehmens zu gefährden.

Die Dividendenpolitik ist für viele Privatanleger ein zentrales Argument für ein Engagement in der Phoenix Group-Aktie. Für das Geschäftsjahr 2024 schlug das Unternehmen eine Gesamtjahresdividende von rund 0,54 Pfund je Aktie vor, nachdem für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividende von etwa 0,52 Pfund je Anteilsschein gezahlt worden war. Dies entspricht einer Erhöhung von knapp 3,8 Prozent. In Verbindung mit der Börsenbewertung ergibt sich damit eine im Branchenvergleich attraktive Dividendenrendite. Die Ausschüttungspolitik folgt dem Ziel, die Dividende moderat, aber stetig zu erhöhen und dabei die Kapitalanforderungen sowie Investitionsmöglichkeiten im Auge zu behalten.

Zusätzlich zur regulären Dividende erwirtschaftet Phoenix Group freien Cashflow aus dem operativen Geschäft. Der freie Cashflow lag im Geschäftsjahr 2024 bei rund 1,5 Milliarden Pfund und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres von etwa 1,4 Milliarden Pfund. Ein stabiler und wachsender Cashflow gibt dem Unternehmen Spielraum, Schulden abzubauen, weitere Portfolios zu übernehmen oder zusätzliche Mittel an die Aktionäre zurückzugeben. Im Markt wird die Fähigkeit, nachhaltig Cashflow zu generieren, als wichtiger Indikator für die langfristige Stabilität und Attraktivität der Phoenix Group-Aktie gewertet.

Geschäftsmodell mit Fokus auf Lebensversicherungen

Das Geschäftsmodell von Phoenix Group basiert auf zwei Säulen: der Verwaltung bestehender Lebensversicherungsbestände und dem Vertrieb neuer Altersvorsorge- und Lebensversicherungsprodukte. Im Bestandsgeschäft kauft Phoenix Group Portfolios von anderen Versicherern und integriert diese in ihre Plattform, um Skaleneffekte zu erzielen und operative Kosten zu senken. Die Erträge stammen aus den laufenden Gebühren und der Bewirtschaftung der zugrundeliegenden Kapitalanlagen. Im Neugeschäft konzentriert sich die Gesellschaft auf Produkte, die den Kunden eine langfristige Altersvorsorge mit unterschiedlichen Risikoprofilen bieten, wie fondsgebundene Policen und betriebliche Altersversorgungslösungen.

Im Jahr 2024 verwaltete Phoenix Group nach eigenen Angaben Lebensversicherungsbestände mit einem technischen Rückstellungsvolumen von rund 250 Milliarden Pfund. Diese Größenordnung unterstreicht die Bedeutung des Unternehmens im britischen Lebensversicherungsmarkt. Dabei entfallen große Teile des Portfolios auf langfristige Spar- und Rentenprodukte, deren Rendite wesentlich von der Kapitalanlagepolitik abhängt. Phoenix Group verfolgt eine diversifizierte Anlagestrategie mit Schwerpunkt auf festverzinslichen Wertpapieren, Immobilien und ausgewählten alternativen Investments. Ziel ist es, stabile Erträge zu generieren, die den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern entsprechen.

Im Jahr 2024 gewann Phoenix Group zudem im Bereich der betrieblichen Altersversorgung zusätzliche Mandate. Das Volumen der beitragsbezogenen Pensionsverträge wuchs auf rund 40 Milliarden Pfund, verglichen mit etwa 35 Milliarden Pfund im Jahr 2023. Dieser Anstieg von rund 14,3 Prozent zeigt, dass der Konzern seine Position als Anbieter von Workplace-Pensionslösungen weiter ausbauen konnte. Für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung anbieten, spielt die Stabilität des Anbieters und die Effizienz der Verwaltung eine große Rolle, weshalb Phoenix Group ihre Dienstleistungs- und Technologieplattformen kontinuierlich weiterentwickelt.

Regionale Präsenz und regulatorischer Rahmen

Phoenix Group ist vor allem im Vereinigten Königreich aktiv, bedient aber auch Kunden in Irland und ausgewählten anderen Märkten Europas. Der regulatorische Rahmen wird im Wesentlichen durch die Prudential Regulation Authority (PRA) und die Financial Conduct Authority (FCA) bestimmt. Die Einhaltung der Solvency-II-Vorschriften ist für Phoenix Group zentral, da die Kapitalanforderungen und Berichtspflichten direkt Einfluss auf die Geschäftspolitik und die Ausschüttungskapazität haben. Im Jahr 2024 berichtete Phoenix Group, dass sämtliche relevanten Solvency-II-Kennzahlen innerhalb des Zielkorridors lagen, den das Management vorgegeben hat.

Die britische Lebensversicherungsbranche steht in engem Zusammenhang mit dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld und den Kapitalmärkten. Steigende Zinsen können die Erträge aus festverzinslichen Anlagen verbessern, während fallende Zinsen die Renditen drücken. Phoenix Group muss daher ihre Anlagestrategie laufend anpassen, um die versprochenen Leistungen finanzieren zu können und gleichzeitig einen stabilen Gewinnpfad zu sichern. Im Jahr 2024 profitierte das Unternehmen von einem im Vergleich zum Niedrigzinsumfeld der Vorjahre höheren Zinsniveau, das die laufenden Anlageerträge stützte.

Daneben spielen demografische Faktoren eine große Rolle. Die alternde Bevölkerung im Vereinigten Königreich sorgt für eine anhaltende Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten. Phoenix Group positioniert sich mit einem breiten Portfolio an Lösungen, die sowohl traditionelle Lebensversicherungen als auch fondsgebundene Produkte umfassen. Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete das Unternehmen bei seinen Retail-Altersvorsorgeprodukten einen Anstieg der Kundenzahl auf rund 5 Millionen, während im Vorjahr etwa 4,8 Millionen Kunden betreut wurden. Dieses Wachstum von rund 4,2 Prozent trägt dazu bei, dass die Gebühreneinnahmen nachhaltig steigen.

Produktfokus: Altersvorsorge-Plattformen

Ein zentraler Baustein im Portfolio von Phoenix Group sind digitale Altersvorsorge-Plattformen, über die Kunden ihre Spar- und Pensionsverträge verwalten können. Diese Plattformen bieten Zugang zu unterschiedlichen Anlagefonds und ermöglichen flexible Beiträge. Laut Unternehmensangaben lag das über solche Plattformen verwaltete Vermögen im Jahr 2024 bei rund 70 Milliarden Pfund, nachdem im Jahr 2023 noch etwa 60 Milliarden Pfund gemeldet worden waren. Der Anstieg von etwa 16,7 Prozent verdeutlicht, dass digitale Lösungen zunehmend gefragt sind und ein wichtiger Wachstumstreiber für Phoenix Group darstellen.

Über die Plattformen bietet Phoenix Group eine Reihe verschiedener Lebensversicherungs- und Altersvorsorgeprodukte an, darunter klassische Rentenversicherungen, fondsgebundene Policen sowie Lösungen für die betriebliche Altersversorgung. Ziel ist es, den Kunden eine transparente und flexible Verwaltung ihrer Vorsorgeverträge zu ermöglichen. Im Jahr 2024 lag der durchschnittliche Beitrag pro aktivem Vertrag bei rund 2.500 Pfund pro Jahr, was im Vergleich zum Vorjahr einem leichten Anstieg entspricht. Dieses Wachstum hängt eng mit der steigenden Akzeptanz von digitalen Vorsorgeangeboten und der stärkeren Fokussierung der Kunden auf ihre Altersvorsorge zusammen.

Ein weiterer Produktbereich sind Buy-in- und Buy-out-Transaktionen im Bereich der betrieblichen Pensionspläne, bei denen Phoenix Group Pensionsverpflichtungen von Unternehmen übernimmt. Im Jahr 2024 schloss das Unternehmen Buy-in- und Buy-out-Deals mit einem Gesamtvolumen von etwa 7 Milliarden Pfund ab, verglichen mit rund 6 Milliarden Pfund im Jahr 2023. Der Anstieg von rund 16,7 Prozent zeigt, dass Phoenix Group ihre Kompetenz in diesem spezialisierten Segment weiter ausbauen konnte. Solche Transaktionen sind kapitalintensiv, können aber langfristig stabile Gebühreneinnahmen generieren.

Phoenix Group-Aktie und Börsenbewertung

Die Phoenix Group-Aktie ist an der London Stock Exchange gelistet und gehört zu den Titeln im FTSE-100-Index. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens lag per Ende 2024 bei rund 6,8 Milliarden Pfund. Im Vergleich zum Ende des Jahres 2023, als die Börsenbewertung bei etwa 6,1 Milliarden Pfund gelegen hatte, entspricht dies einem Anstieg von rund 11,5 Prozent. Die Börsenentwicklung spiegelt die solide operative Performance, die stabile Dividendenpolitik und die Fortschritte beim Neugeschäft wider.

Die Kursentwicklung der Phoenix Group-Aktie war im Verlauf des Jahres 2024 von moderaten Schwankungen geprägt. Im Jahresverlauf bewegte sich der Kurs in einer Spanne zwischen rund 4,80 Pfund und etwa 6,00 Pfund. Gegen Ende 2024 lag die Aktie nahe der oberen Bandbreite dieser Spanne, was die gestiegene Zuversicht der Marktteilnehmer hinsichtlich der Ertragskraft und Kapitalausstattung des Unternehmens widerspiegelt. Für viele Anleger sind Titel wie Phoenix Group aufgrund ihrer Dividendenrendite und der relativen Stabilität im Vergleich zu zyklischen Branchen interessant.

Die Bewertung der Phoenix Group-Aktie auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) lag Ende 2024 bei rund 10, gemessen am zugrunde liegenden Gewinn je Aktie. Im Vorjahr hatte das KGV bei etwa 9,5 gelegen. Der leichte Anstieg resultiert aus einem höheren Aktienkurs bei gleichzeitig gestiegenem Gewinn. Im Branchenvergleich bewegt sich Phoenix Group damit im Bereich anderer großer Lebensversicherer, wobei die stabile Dividendenrendite und die robuste Solvency-II-Quote zusätzliche Argumente für die Bewertung liefern.

Ausblick und strategische Schwerpunkte

Für die kommenden Jahre setzt Phoenix Group auf ein weiteres Wachstum im Neugeschäft und eine konsequente Optimierung der bestehenden Bestände. Das Management betont die Bedeutung von Skaleneffekten bei der Verwaltung großer Lebensversicherungsportfolios und die Nutzung digitaler Plattformen, um die Effizienz zu steigern. Zugleich sollen weitere Buy-in- und Buy-out-Transaktionen im Bereich der betrieblichen Altersversorgung abgeschlossen werden, um die Position in diesem Segment zu stärken.

Im strategischen Fokus steht zudem die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in die Kapitalanlage. Phoenix Group plant, den Anteil nachhaltiger Investments zu erhöhen und ESG-Aspekte (Umwelt, Soziales, Governance) stärker in die Anlageentscheidungen einfließen zu lassen. Dies entspricht sowohl regulatorischen Anforderungen als auch den Erwartungen vieler institutioneller und privater Anleger. Im Jahr 2024 lag der Anteil der als nachhaltig klassifizierten Anlagen im Portfolio bei rund 25 Prozent, während im Vorjahr etwa 20 Prozent erreicht worden waren. Dieser Anstieg von 5 Prozentpunkten ist ein Indikator für die Richtung, in die die Kapitalanlagepolitik weiterentwickelt wird.

Darüber hinaus will Phoenix Group die Digitalisierung ihrer Prozesse vorantreiben. Dazu gehören automatisierte Bestandsverwaltungsprozesse, digitale Kundenportale und verbesserte Reporting-Tools für Unternehmenskunden. Das Unternehmen investierte im Jahr 2024 rund 150 Millionen Pfund in IT- und Digitalisierungsprojekte, während im Jahr 2023 etwa 130 Millionen Pfund ausgegeben wurden. Die Steigerung der Investitionen um rund 15,4 Prozent soll langfristig zu niedrigeren Verwaltungskosten und einer besseren Kundenerfahrung führen.

Kapitalstruktur und Verschuldung

Die Kapitalstruktur von Phoenix Group ist durch eine Kombination aus Eigenkapital und nachrangigen Schuldinstrumenten geprägt, die im Rahmen des Solvency-II-Regimes anerkannt werden. Die Nettoverbindlichkeiten des Unternehmens lagen Ende 2024 bei rund 4,0 Milliarden Pfund, nachdem sie Ende 2023 noch bei etwa 4,2 Milliarden Pfund gelegen hatten. Der Rückgang von rund 4,8 Prozent resultiert aus dem Einsatz eines Teils des freien Cashflows zur Schuldentilgung. Eine moderate Verschuldung bei gleichzeitig stabilen Cashflows wird von vielen Marktteilnehmern als Zeichen für eine ausgewogene Kapitalstruktur gesehen.

Der Verschuldungsgrad, gemessen am Verhältnis von Nettoverbindlichkeiten zu zugrunde liegendem Betriebsgewinn, lag Ende 2024 bei etwa 3,6, gegenüber rund 4,2 im Vorjahr. Dieser Rückgang verdeutlicht, dass Phoenix Group ihre Verschuldung im Verhältnis zur Ertragskraft reduziert hat. Ziel des Managements ist es, die Kapitalstruktur schrittweise zu optimieren, um langfristig mehr Flexibilität bei Dividenden, Investitionen und potenziellen Portfoliotransaktionen zu gewinnen.

Die Zinsaufwendungen für die nachrangigen Schuldinstrumente lagen im Geschäftsjahr 2024 bei rund 200 Millionen Pfund, verglichen mit etwa 210 Millionen Pfund im Jahr 2023. Der leichte Rückgang ist vor allem auf die Reduktion der Nettoverbindlichkeiten zurückzuführen. In einem Umfeld steigender Zinsen beobachtet Phoenix Group die Kosten der Refinanzierung genau und prüft die Möglichkeit, ältere Anleihen durch neue Instrumente mit günstigeren Konditionen zu ersetzen.

Die Rolle der Phoenix Group im britischen Altersvorsorgemarkt

Phoenix Group spielt eine wichtige Rolle im britischen Altersvorsorgemarkt, sowohl als Verwalter bestehender Lebensversicherungsportfolios als auch als Anbieter neuer Pensionslösungen. Die Konsolidierung von Altbeständen, die andere Versicherer aus strategischen Gründen abgeben, ist ein Kernbestandteil des Geschäftsmodells. Im Jahr 2024 übernahm Phoenix Group mehrere kleinere Portfolios mit einem Gesamtvolumen von rund 10 Milliarden Pfund an technischen Rückstellungen. Im Vorjahr lag das Volumen übernommener Portfolios bei etwa 8 Milliarden Pfund. Der Anstieg von rund 25 Prozent zeigt, dass Phoenix Group ihre Rolle als Konsolidator weiter ausbaut.

Durch solche Übernahmen können Skaleneffekte realisiert werden, etwa bei der IT-Infrastruktur, der Verwaltung und dem Risikomanagement. Gleichzeitig müssen die übernommenen Portfolios sorgfältig in die bestehenden Systeme integriert werden, um Kundenzufriedenheit und regulatorische Konformität sicherzustellen. Phoenix Group investiert deshalb regelmäßig in die Weiterentwicklung ihrer Plattformen und in die Schulung der Mitarbeiter, die in den Bereichen Bestandsverwaltung und Kundenservice tätig sind.

Im Bereich der neuen Altersvorsorgeprodukte kooperiert Phoenix Group mit Vertriebspartnern und Arbeitgebern, um eine breite Kundenbasis zu erreichen. Die Gesellschaft bietet verschiedene Produktlinien an, die sowohl auf sicherheitsorientierte Sparer als auch auf chancenorientierte Anleger zugeschnitten sind. Die Kombination aus klassischem Lebensversicherungsgeschäft und modernen fondsgebundenen Lösungen soll dazu beitragen, unterschiedliche Kundenbedürfnisse abzudecken und die Ertragsstruktur zu diversifizieren.

Phoenix Group-Aktie im langfristigen Vergleich

Im langfristigen Vergleich zeigt die Phoenix Group-Aktie eine Mischung aus Kurs- und Dividendenrendite, die für viele einkommensorientierte Anleger attraktiv ist. Über einen Zeitraum von fünf Jahren, von Ende 2019 bis Ende 2024, stieg der Aktienkurs in Summe um rund 20 Prozent, während die insgesamt ausgeschütteten Dividenden pro Aktie im gleichen Zeitraum bei etwa 2,45 Pfund lagen. Dies verdeutlicht, dass ein erheblicher Anteil der Gesamtrendite aus Dividenden stammt. Die Stabilität der Ausschüttungen und ihre moderate Steigerung sind wichtige Merkmale des Titels.

Verglichen mit anderen großen britischen Lebensversicherern bewegt sich Phoenix Group beim Dividendenwachstum im oberen Bereich der Branche. Während einige Wettbewerber ihre Dividenden in den letzten Jahren nur geringfügig erhöht oder in bestimmten Jahren unverändert gelassen haben, zeigte Phoenix Group eine kontinuierliche Steigerung. Dies hängt unter anderem mit der Fähigkeit zusammen, stabile Cashflows aus dem Bestandsgeschäft zu generieren und diese mit wachsendem Neugeschäft zu kombinieren.

Aus langfristiger Sicht stehen für die Phoenix Group-Aktie vor allem die Fragen im Vordergrund, wie nachhaltig das Wachstum im Neugeschäft ist, wie effizient die Integration neuer Portfolios gelingt und wie flexibel das Unternehmen auf regulatorische und marktbezogene Veränderungen reagieren kann. Die Kombination aus solider Solvenzquote, attraktiver Dividendenrendite und wachsendem Neugeschäft macht die Aktie für viele Anleger zu einem interessanten Baustein im Bereich der Finanzwerte.

Produktbeispiel: Digitale Rentenlösung

Ein repräsentatives Produkt aus dem Phoenix-Portfolio ist eine digitale Rentenlösung, die es Kunden ermöglicht, Beiträge flexibel zu leisten und die Anlagestruktur an die persönliche Risikoneigung anzupassen. Über die Online-Plattform können Kunden aus verschiedenen Fonds und Anlagestrategien wählen, die von konservativ bis wachstumsorientiert reichen. Das verwaltete Vermögen in diesen digitalen Rentenlösungen lag im Jahr 2024 bei rund 70 Milliarden Pfund, wie bereits erwähnt, und trug damit maßgeblich zum Wachstum der Gebühreneinnahmen bei. Die durchschnittliche Vertragslaufzeit solcher Produkte liegt bei mehr als 20 Jahren, was langfristig stabile Einnahmen für Phoenix Group bedeutet.

Die digitale Rentenlösung richtet sich sowohl an Einzelkunden als auch an Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber betragsbezogene Pensionspläne anbieten. Im Jahr 2024 wurden rund 500.000 neue Verträge in diesem Segment abgeschlossen, während im Vorjahr etwa 430.000 neue Verträge registriert worden waren. Der Anstieg um rund 16,3 Prozent zeigt die wachsende Nachfrage nach flexiblen, digital verwalteten Altersvorsorgeprodukten. Phoenix Group investiert gezielt in die Benutzerfreundlichkeit und die Funktionalität der Plattformen, um den Zugang zu diesen Lösungen zu erleichtern.

Aktien-Schlussabsatz

Die Phoenix Group-Aktie repräsentiert einen großen britischen Lebensversicherer mit stabilem Bestandsgeschäft und wachsendem Neugeschäft. Die Kombination aus steigenden Gebühreneinnahmen, solider Kapitalausstattung und einer moderat wachsenden Dividende prägt die langfristige Wahrnehmung des Titels an der Börse.

Phoenix Group im Überblick

  • Unternehmen: Phoenix Group plc
  • ISIN: GB00BF8Q6K64
  • Ticker: PHNX
  • Handelsplatz: London Stock Exchange
  • Marktkapitalisierung: 6,8 Milliarden Pfund (Stand Ende 2024)
  • Sektor / Branche: Finanzdienstleistungen / Lebensversicherungen
  • Indexzugehörigkeit: FTSE 100
  • Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert

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