Die Matterport-Aktie profitiert von zweistelligem Umsatzwachstum und einem klaren Pfad zur Profitabilität
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 05:39 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSDie Matterport-Aktie des US-Unternehmens Matterport Inc. (ISIN US57700B1026) steht im Fokus von Anlegern, weil der Spezialist für digitale Zwillinge von Gebäuden im Geschäftsjahr 2023 und im ersten Quartal 2024 ein deutliches Umsatzwachstum und eine klare Verbesserung der Profitabilität ausgewiesen hat. Laut Unternehmensangaben erzielte Matterport im Geschäftsjahr 2023 einen Gesamtumsatz von rund 158 Millionen US-Dollar, was einem Plus von etwa 17 Prozent gegenüber 135 Millionen US-Dollar im Jahr 2022 entspricht. Im ersten Quartal 2024 lag der Umsatz bei rund 40 Millionen US-Dollar und damit rund 18 Prozent höher als die etwa 34 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2023. Parallel dazu hat sich der bereinigte operative Verlust (Adjusted EBITDA) im Jahr 2023 deutlich verringert, sodass viele Marktteilnehmer den Konzern nun als fortgeschritten auf dem Weg zur Profitabilität betrachten.
Umsatzwachstum und Profitabilität im Fokus
Das zentrale Argument für die Matterport-Aktie ist das nachhaltige Umsatzwachstum bei zugleich sinkenden Verlusten. Im Geschäftsjahr 2023 stieg der Gesamtumsatz des Unternehmens nach eigenen Angaben von knapp 135 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf rund 158 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von ungefähr 17 Prozent entspricht. Besonders dynamisch verlief die Entwicklung im Abonnementgeschäft, in dem der Umsatz im selben Zeitraum von rund 75 Millionen US-Dollar auf knapp 92 Millionen US-Dollar stieg und damit um gut 23 Prozent zulegte. Im ersten Quartal 2024 setzte Matterport diesen Trend fort und steigerte den Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal von etwa 34 Millionen US-Dollar auf rund 40 Millionen US-Dollar, ein Plus von knapp 18 Prozent, während der Abonnementumsatz im Quartalsvergleich von etwa 20 Millionen US-Dollar auf rund 25 Millionen US-Dollar anwuchs. Für Anleger ist dabei wichtig, dass sich die Struktur des Geschäfts klar in Richtung wiederkehrender Softwareerlöse verschiebt, was die Visibilität der künftigen Einnahmen erhöht.
Auch die Verlustseite zeigt eine deutliche Verbesserung. Im Geschäftsjahr 2022 meldete Matterport einen bereinigten operativen Verlust (Adjusted EBITDA) von deutlich über minus 50 Millionen US-Dollar, wohingegen der entsprechende Wert im Jahr 2023 auf ungefähr minus 30 Millionen US-Dollar reduziert werden konnte. Damit verringerte sich der bereinigte Verlust innerhalb eines Jahres um rund 20 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von etwa 40 Prozent entspricht. Im ersten Quartal 2024 setzte sich dieser Trend fort, da Matterport den bereinigten EBITDA-Verlust im Vergleich zum Vorjahresquartal laut eigenen Angaben um einen zweistelligen Millionenbetrag reduzieren konnte. Diese Entwicklung zeigt, dass das Management neben dem Wachstum auch die Kostenbasis im Blick hat und den Übergang zu einem margenstarken Plattformmodell aktiv vorantreibt.
Kundenbasis und Plattformnutzung wachsen stetig
Ein weiterer wichtiger Treiber für die Matterport-Aktie ist die kontinuierlich wachsende Kundenbasis und die zunehmende Nutzung der Plattform. Matterport berichtet, dass die Zahl der zahlenden Abonnementkunden im Geschäftsjahr 2023 zweistellig zugenommen hat und zum Jahresende bei deutlich über 700.000 lag, gegenüber gut 600.000 am Ende des Jahres 2022. Dies entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl der erfassten und in der Cloud gespeicherten 3D-Raumaufnahmen weiter gestiegen; das Unternehmen spricht von weit über zehn Millionen sogenannter „Spaces“, die über seine Plattform verwaltet werden. Diese Kennzahlen unterstreichen die zunehmende Durchdringung in Kernbranchen wie Immobilien, Bau, Facility Management und Versicherungen.
Im ersten Quartal 2024 meldete Matterport eine weitere Steigerung der Anzahl zahlender Abonnementkunden um mehrere Zehntausend im Vergleich zum Jahresende 2023. Zudem wuchs der durchschnittliche Umsatz je Kunde (Average Revenue per User, ARPU) im Abonnementsegment im Vergleich zum Vorjahresquartal moderat, was darauf hindeutet, dass Kunden vermehrt höherwertige Pakete buchen oder zusätzliche Dienste nutzen. Für Anleger ergibt sich daraus das Bild eines Unternehmens, das seine Basis im Massenmarkt breiter aufstellt und gleichzeitig mit leistungsfähigeren Produktpaketen höhere Erlöse je Kunde erzielt.
Liquidität, Cashflow und Guidance
Die Frage nach der finanziellen Stabilität spielt bei wachstumsorientierten Technologieunternehmen eine zentrale Rolle. Matterport wies zum Ende des Geschäftsjahres 2023 nach eigenen Angaben eine liquide Mittelposition (Cash und Cash-Äquivalente einschließlich kurzfristiger Anlagen) von deutlich über 400 Millionen US-Dollar aus, nachdem im Vorjahr durch Kapitalmaßnahmen und operative Cashflows eine entsprechende Polsterung erreicht worden war. Damit verfügt das Unternehmen über ausreichende Ressourcen, um weitere Investitionen in Produktentwicklung, Vertrieb und Infrastruktur zu finanzieren, ohne kurzfristig auf zusätzliche Kapitalaufnahme angewiesen zu sein. Im Laufe des Jahres 2023 konnte Matterport zudem den operativen Cash-Abfluss im Vergleich zum Jahr 2022 deutlich reduzieren, wobei der operative Cashflow im vierten Quartal 2023 im Vergleich zum vierten Quartal 2022 um einen zweistelligen Millionenbetrag verbessert wurde.
Für das Geschäftsjahr 2024 hat das Management von Matterport eine Umsatz-Guidance vorgelegt, die von einem weiteren Wachstum im Bereich von rund 15 bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgeht. Konkret peilt das Unternehmen laut seiner Prognose einen Jahresumsatz im Bereich von etwa 180 bis 190 Millionen US-Dollar an, verglichen mit den rund 158 Millionen US-Dollar im Jahr 2023. Zugleich wird beim bereinigten EBITDA eine weitere deutliche Verbesserung angestrebt; Matterport erwartet eine Reduktion des bereinigten EBITDA-Verlustes gegenüber 2023 um einen zweistelligen Millionenbetrag und sieht mittelfristig die Möglichkeit, ein ausgeglichenes oder leicht positives bereinigtes EBITDA zu erreichen. Verglichen mit der Entwicklung im Jahr 2022, als der bereinigte EBITDA-Verlust noch deutlich über 50 Millionen US-Dollar lag, würde dies eine Transformation des Geschäftsprofils bedeuten.
Produkt- und Plattformstrategie rund um digitale Zwillinge
Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells steht die Matterport-Plattform für digitale Zwillinge physischer Räume, also die Erstellung, Verarbeitung und Auswertung dreidimensionaler Raumdaten. Als repräsentatives Produkt gilt die Matterport Pro3, eine professionelle 3D-Kamera, die zusammen mit der Cloud-Software des Unternehmens genutzt wird, um Innen- und Außenräume zu erfassen und als druckbare sowie interaktiv begehbare digitale Zwillinge zur Verfügung zu stellen. Die Kombination aus Hardware, Software und Clouddiensten erlaubt es gewerblichen und privaten Kunden, Gebäude und Einrichtungen virtuell zu besichtigen, zu vermessen und zu dokumentieren. Laut Unternehmensangaben trägt insbesondere das Abonnementmodell für die Cloud-Plattform zum Wachstum bei, da Kunden für die Speicherung, Bearbeitung und Bereitstellung ihrer 3D-Daten wiederkehrende Gebühren zahlen.
Strategisch setzt Matterport increasingly auf API-Schnittstellen und Integrationen mit Drittplattformen, um seine Daten in bestehende Workflows von Immobilienportalen, Facility-Management-Systemen oder Versicherungsanwendungen einzubinden. Dies ermöglicht beispielsweise, dass Immobilienmakler virtuelle Rundgänge direkt in Exposés einbetten oder Versicherer Schadenfälle aus der Distanz genauer beurteilen können. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an KI-gestützten Funktionen, die aus den erfassten 3D-Daten automatisiert Grundrisse, Flächenberechnungen oder Inventarlisten generieren. Für Anleger ist relevant, dass solche Funktionen die Monetarisierung pro erfasstem Raum erhöhen können und damit die durchschnittlichen Erlöse pro Kunde steigern.
Kurs, Bewertung und Aktienperspektive
Die Matterport-Aktie ist an der US-Technologiebörse NASDAQ gelistet und wird in US-Dollar gehandelt. Im Verlauf des Jahres 2023 bewegte sich der Kurs in einer Spanne von grob 1,80 bis knapp 4,00 US-Dollar je Aktie, wobei Zwischenhochs im Zuge positiver Quartalsberichte und Produktankündigungen erreicht wurden. Gemessen am Kursniveau von rund 2,50 US-Dollar gegen Ende 2023 lag die Marktkapitalisierung bei etwa 700 bis 800 Millionen US-Dollar, je nach genauer Aktienzahl und Kursstand. Im ersten Quartal 2024 pendelte der Kurs in einer Spanne von rund 2,00 bis 3,00 US-Dollar, sodass die Gesellschaft nach wie vor im Small- oder Mid-Cap-Bereich angesiedelt blieb.
Vor dem Hintergrund der Umsatzentwicklung von rund 135 Millionen US-Dollar im Jahr 2022 auf rund 158 Millionen US-Dollar im Jahr 2023 und der Guidance von etwa 180 bis 190 Millionen US-Dollar für das Jahr 2024 lässt sich ein Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz (Enterprise Value/Umsatz) im niedrigen einstelligen Bereich ableiten. Dies ist typisch für wachstumsorientierte Software- und Plattformunternehmen, die noch nicht profitabel sind, aber zweistellige Wachstumsraten erzielen. Für die Bewertung spielt zudem die Entwicklung der Bruttomarge eine Rolle. Matterport berichtet hier von Margen im Abonnementsegment, die deutlich über 60 Prozent liegen, während das Hardwaregeschäft niedrigere Margen aufweist. Mit zunehmendem Anteil des Softwareumsatzes an den Gesamterlösen dürfte sich der Margenmix weiter verbessern.
Matterport Pro3 und Anwendungsfelder
Die Matterport Pro3 stellt eine zentrale Hardwarekomponente des Geschäfts dar, weil sie in Kombination mit der Cloud-Plattform die Erfassung von Innen- und Außenräumen in hoher Qualität ermöglicht. Das Gerät ist auf professionelle Anwender ausgerichtet, etwa Immobilienmakler, Bauunternehmen, Architekten und Facility-Manager, die mit den erzeugten 3D-Modellen ihre Prozesse effizienter gestalten können. Matterport gibt an, dass ein signifikanter Teil seines Hardwareumsatzes auf den Verkauf dieser Kamera entfällt, während zusätzliche Umsätze aus Lizenz- und Servicegebühren stammen. Die Verbreitung der Pro3 und älterer Kameramodelle ist damit ein Türöffner für das Abonnementgeschäft, das auf den erstellten digitalen Zwillingen aufsetzt.
Im Praxisalltag lassen sich mit der Matterport-Technologie virtuelle Rundgänge erstellen, die Kaufinteressenten, Mietern oder internen Stakeholdern eine realitätsnahe Vorstellung von Gebäuden vermitteln. Die Daten können zudem für Flächenberechnungen und die Planung von Umbauten genutzt werden. In der Versicherungsbranche erleichtert die Plattform die Dokumentation von Schäden und Objekten, während im Einzelhandel Filialen analysiert und optimiert werden können. Die Breite dieser Anwendungsfelder erhöht die potenzielle Marktgröße für Matterport, zumal sich die Technologie grundsätzlich auf unterschiedlichste Branchen übertragen lässt, die physische Räume digital erfassen und auswerten möchten.
Aktien-Schlussabsatz
Die Matterport-Aktie bleibt damit ein Papier, das von zweistelligem Umsatzwachstum, einer zunehmenden Verschiebung hin zu margenstarken Softwareerlösen und einer klar sichtbaren Verbesserung der Profitabilität geprägt ist. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob Matterport die für das Geschäftsjahr 2024 avisierte Umsatzsteigerung von rund 15 bis 20 Prozent auf etwa 180 bis 190 Millionen US-Dollar realisieren und den bereinigten EBITDA-Verlust weiter deutlich reduzieren kann.
Fakten zur Matterport-Aktie
- Unternehmen: Matterport Inc.
- ISIN: US57700B1026
- Ticker: MTTR
- Handelsplatz: NASDAQ
- Sektor / Branche: Technologie / Software
- Indexzugehörigkeit: kein Mitglied eines der großen US-Leitindizes wie S&P 500 oder Nasdaq 100
- Nächstes Earnings-Datum: im Jahresverlauf 2024 turnusgemäß für das nächste Quartal erwartet
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