Die Marks-&-Spencer-Aktie profitiert von zweistelligem Gewinnsprung im Handelsjahr 2024
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 10:38 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Marks & Spencer Group plc (ISIN GB0031215220) meldete für das abgeschlossene Handelsjahr 2023/2024 einen deutlichen Ergebnissprung, der der Marks-&-Spencer-Aktie neuen Rückenwind verschafft. Laut dem aktuellen Jahresbericht für das Geschäftsjahr bis zum 30.03.2024 stieg der bereinigte Vorsteuergewinn (adjusted profit before tax) auf 716 Mio. GBP, nach 453 Mio. GBP im Vorjahr, was einem Plus von rund 58 Prozent entspricht. Für Anleger ist der zweistellige Gewinnanstieg ein klares Signal, dass die laufende Restrukturierung des traditionsreichen britischen Einzelhändlers greift.
Gewinnsprung und Umsatzplus im Geschäftsjahr 2023/2024
Im selben Zeitraum erhöhte sich der Konzernumsatz von Marks & Spencer nach Unternehmensangaben auf rund 13,1 Mrd. GBP, gegenüber etwa 12,0 Mrd. GBP im Geschäftsjahr 2022/2023. Damit legten die Erlöse um knapp 9 Prozent zu, getragen von einem starken Lebensmittelgeschäft und einer stabilisierten Bekleidungs- und Haushaltswarensparte. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich im Handelsjahr 2023/2024 merklich, da das Unternehmen Kosteneffizienzprogramme und eine striktere Sortimentssteuerung umsetzte.
Besonders deutlich fällt die Dynamik im Lebensmittelsegment aus. Laut den Kennzahlen des Berichts für 2023/2024 wuchs der Umsatz im Bereich Food im mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, was in Kombination mit verbesserten Lieferketten und einem Fokus auf höherwertige Eigenmarken zur Profitabilität beitrug. Die Sparte Clothing & Home konnte im gleichen Zeitraum mit einem soliden Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich aufwarten, wobei die bereinigte Marge durch geringere Rabattaktionen und eine klarere Markenpositionierung gestützt wurde.
Transformation und Kostenprogramme als Ergebnistreiber
Der kräftige Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2023/2024 wird maßgeblich von strukturellen Maßnahmen getragen. Marks & Spencer setzt seit einigen Jahren auf die Modernisierung des Filialnetzes, den Ausbau des Online-Geschäfts und langfristige Partnerschaften in der Logistik. Kostensenkungen in Verwaltung und Beschaffung sowie die Schließung beziehungsweise Umwandlung weniger profitabler Standorte tragen ebenfalls zum höheren Ergebnis bei. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Zusammenarbeit mit einem großen Online-Partner im Bereich Modeversand, über den Markenprodukte zusätzlich angeboten werden.
Auf der Finanzseite zeigt sich das Sanierungsergebnis auch in der Verschuldungssituation. Der Konzern baute im Geschäftsjahr 2023/2024 seine Nettofinanzschulden weiter ab und stärkte die Bilanz durch ein verbessertes Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA. Dies gibt dem Unternehmen zusätzlichen Spielraum für Investitionen in Digitalisierung, Sortimentsentwicklung und die Weiterentwicklung der Omnichannel-Strategie. Das Management betont in seinen Ausführungen, dass der Fokus künftig stärker auf margenstarken Sortimenten und effizienter Flächennutzung liegen soll.
Dividendenpolitik und Kapitalallokation
Nach mehreren Jahren ohne Ausschüttung hat Marks & Spencer im Zuge der Ergebnisverbesserung wieder zu einer moderaten Dividendenpolitik zurückgefunden. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 wurde eine Schlussdividende im unteren zweistelligen Pence-Bereich je Aktie vorgeschlagen, nachdem im Vorjahr keine oder nur eine sehr geringe Zahlung erfolgte. Damit honoriert das Unternehmen die verbesserte Ertragslage, bleibt aber mit Blick auf die anstehenden Investitionen in das Geschäftsmodell vorsichtig.
Die Kapitalallokation richtet sich nach Angaben des Managements weiterhin primär auf das Wachstum der Kernsegmente Food sowie Clothing & Home. Investitionen in neue Formate, modernisierte Filialen und digitale Angebote sollen die Markenposition stärken. Gleichzeitig bleibt die Priorität, die Bilanz solide zu halten. Die Balance zwischen Reinvestition in das Geschäft, Schuldenabbau und Dividendenzahlungen ist für die langfristige Entwicklung der Marks-&-Spencer-Aktie entscheidend.
Finanzberichte und Kennzahlen von Marks & Spencer
Wer die Entwicklung der Marks-&-Spencer-Aktie im Detail nachvollziehen möchte, findet in den offiziellen Finanzberichten des Unternehmens eine Fülle weiterer Kennzahlen zu Umsatz, Ergebnis, Margen und Segmenten.
Lebensmittel als Zugpferd: M&S Food
Ein wesentlicher Treiber der positiven Geschäftsentwicklung ist das Lebensmittelgeschäft unter der Marke M&S Food. Das Unternehmen setzt auf hochwertige, oft eigenentwickelte Produkte, die sich von Standard-Supermarktware abheben sollen. Im Geschäftsjahr 2023/2024 trug die Food-Sparte mit einem Umsatz im mittleren einstelligen Milliardenbereich einen erheblichen Teil zu den Gesamterlösen von 13,1 Mrd. GBP bei. Der Fokus auf Frische, Convenience-Angebote und Premium-Eigenmarken zahlt sich hier aus.
Die stärkere Ausrichtung auf alltagstaugliche Produkte und ein wettbewerbsfähiges Preisniveau hat Marks & Spencer im Lebensmittelhandel näher an die großen Supermarktketten herangebracht. Gleichzeitig bleibt die Marke klar im oberen Qualitätssegment verankert. Für die Profitabilität ist entscheidend, dass das Unternehmen seine Lieferketten optimiert, Ausschuss reduziert und die Flächenproduktivität steigert. In den letzten Jahren wurden mehrere neue Ladenkonzepte getestet, die ein moderneres Einkaufserlebnis bieten und den Anteil höhermargiger Artikel erhöhen sollen.
Bekleidung und Home: Stabilisierung nach schwierigen Jahren
Nach einer längeren Schwächephase im Bekleidungsbereich hat Marks & Spencer im Segment Clothing & Home im Geschäftsjahr 2023/2024 eine Stabilisierung erreicht. Der Umsatz stieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich und trug damit solide zu den Gesamterlösen bei. Wichtige Faktoren waren eine klarere Markenpositionierung, eine bessere Passform- und Größenlogik sowie eine gezieltere Sortimentsgestaltung mit weniger Überhängen.
Die bereinigte Marge in Clothing & Home verbesserte sich, da das Unternehmen seinen Rabattanteil reduzierte und stärker auf Vollpreisverkäufe setzte. Gleichzeitig wurde das Online-Angebot ausgebaut, einschließlich einer Plattformlösung, über die externe Marken zusätzlich vertrieben werden. Diese Omnichannel-Strategie, die stationäre und digitale Vertriebskanäle verbindet, ist für die weitere Entwicklung der Marks-&-Spencer-Aktie von Bedeutung, da sie Skaleneffekte und zusätzliche Kundenkontakte schafft.
Marktkapitalisierung und Aktienkurs im britischen Umfeld
Am Heimatmarkt London wird die Marks-&-Spencer-Aktie im FTSE-250-Umfeld gehandelt. Die Marktkapitalisierung liegt nach jüngsten Angaben im mittleren einstelligen Milliardenbereich in britischen Pfund. Damit gehört das Unternehmen zu den größeren Einzelhändlern an der London Stock Exchange, ohne die Größe der ganz großen Supermarktketten zu erreichen. Der Aktienkurs spiegelt die Fortschritte bei Umsatz und Ergebnis sowie die Erwartungen des Marktes an die Fortsetzung der Transformation wider.
Charttechnisch ist relevant, dass die Marks-&-Spencer-Aktie nach dem starken Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2023/2024 wieder deutlich über den Tiefstständen der vergangenen Jahre notiert. Der Kurs bewegt sich im Bereich eines mehrjährigen Hochs, was zeigt, dass der Markt die gesteigerte Profitabilität honoriert. Für Anleger ist jedoch entscheidend, ob es dem Unternehmen gelingt, die jetzigen Margen auch in einem intensiven Wettbewerbsumfeld zu halten und weiter auszubauen.
Langfristige Strategie und Filialnetz
Die langfristige Strategie von Marks & Spencer zielt darauf ab, das Filialnetz schlanker und effizienter zu machen. Weniger rentable Standorte werden geschlossen oder in kleinere Formate überführt, während attraktive Lagen modernisiert und ausgebaut werden. Ein Teil der Flächen wird stärker auf Lebensmittel ausgerichtet, da dieses Segment vergleichsweise stabil wächst und die Kundenfrequenz erhöht.
Parallel investiert das Unternehmen in Logistikzentren und digitale Systeme, um Bestände besser zu steuern und die Lieferfähigkeit im Online-Kanal zu sichern. Die Kombination aus Omnichannel-Angebot, Premium-Food und überarbeiteten Modekollektionen soll langfristig dafür sorgen, dass Marks & Spencer als Marke relevant bleibt und die Kundenbindung stärkt. Das erfolgreiche Geschäftsjahr 2023/2024 liefert hierbei einen wichtigen Zwischenschritt, ist aber zugleich Ausgangspunkt für weitere Anpassungen.
M&S Food-Produkte als Kern der Markenwahrnehmung
Ein repräsentatives Beispiel für das Produktprofil von Marks & Spencer ist das Sortiment an Premium-Fertiggerichten unter der Marke M&S Food. Die Produkte zielen darauf ab, Restaurantqualität in den Alltag zu bringen und zeichnen sich durch kreative Rezepturen und hochwertige Zutaten aus. Sie tragen signifikant zum Umsatz des Food-Segments bei und stärken die Wahrnehmung der Marke als Anbieter von besonderen, aber alltagstauglichen Lebensmitteln.
Marks-&-Spencer-Aktie im Schlussblick
Die Marks-&-Spencer-Aktie profitiert aktuell von einem klaren Gewinnanstieg und einem soliden Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2023/2024. Mit einem bereinigten Vorsteuergewinn von 716 Mio. GBP, einem Konzernumsatz von 13,1 Mrd. GBP und einer verbesserten Marge hat der Einzelhändler wichtige finanzielle Kennzahlen deutlich nach oben entwickelt. Ob die Aktie ihre Position im britischen Marktumfeld weiter festigen kann, hängt wesentlich davon ab, ob die eingeleiteten Strukturmaßnahmen und die Fokussierung auf das Lebensmittelgeschäft auch in den kommenden Jahren Ertrag und Wachstum sichern.
Steckbrief Marks & Spencer Group plc
- Unternehmen: Marks & Spencer Group plc
- ISIN: GB0031215220
- Ticker: MKS
- Handelsplatz: London Stock Exchange
- Kurs (Stand 30.04.2024, 17:30 Uhr): 2,80 GBP
- Marktkapitalisierung: ca. 5,0 Mrd. GBP (Stand 30.04.2024)
- Sektor / Branche: Einzelhandel, Lebensmittel und Bekleidung
- Indexzugehörigkeit: FTSE 250
- Nächstes Earnings-Datum: 06.11.2024
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