Marks & Spencer, GB0031215220

Die Marks-&-Spencer-Aktie profitiert von wachsendem Lebensmittelgeschäft und Online-Umsatz

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 20:45 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Marks-&-Spencer-Aktie steht im Zeichen eines zweistelligen Gewinnsprungs und eines kräftigen Wachstums im Lebensmittelsegment. Der britische Händler setzt damit seine Transformation fort und rückt mit seinem Omnichannel-Modell verstärkt in den Fokus internationaler Investoren.

Isometrisches Diagramm zeigt Fabrik, Lager, Lastwagen und Ladengeschäft der Lieferkette
Isometrische Grafik zeigt Lieferkette von Marks and Spencer Group plc, ISIN GB0031215220, bis zum Geschäft, Illustration mit AI erstellt.

Marks & Spencer (ISIN GB0031215220) hat im Geschäftsjahr 2023/2024 einen deutlichen Ergebnissprung gemeldet und damit die Basis für die jüngste Stärke der Marks-&-Spencer-Aktie gelegt. Der traditionsreiche britische Einzelhändler verbuchte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen bereinigten Vorsteuergewinn von rund 716 Millionen Pfund, nachdem im Vorjahr etwa 482 Millionen Pfund ausgewiesen worden waren, was einem Plus von grob 48 Prozent entspricht. Für Anleger zentral: Der Konzern verweist auf eine Kombination aus kräftigem Wachstum im Lebensmittelsegment und einer spürbaren Verbesserung der Profitabilität im Bekleidungsgeschäft.

Gewinnsprung und Margenfokus

Im Mittelpunkt der aktuellen Investmentstory von Marks & Spencer steht der deutliche Ergebnisanstieg, der aus einem Mix aus höheren Umsätzen und striktem Kostenmanagement stammt. Der Konzernumsatz lag im Geschäftsjahr 2023/2024 im Bereich von rund 13 Milliarden Pfund, nachdem im vorherigen Geschäftsjahr noch etwa 12,3 Milliarden Pfund erzielt worden waren, womit sich ein Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich ergibt. Besonders der bereinigte Vorsteuergewinn von rund 716 Millionen Pfund zeigt, dass sich der Fokus auf margenstärkere Sortimente und Effizienzmaßnahmen zunehmend in der GuV niederschlägt. Die operative Marge profitierte dabei von niedrigeren Rabattaktionen und einer stärkeren Durchsetzungskraft bei Preisen im Kernsortiment.

Aus Sicht vieler Marktteilnehmer ist die Transformation des Geschäftsmodells ein wesentlicher Treiber dieser Zahlen. Das Management hatte in den vergangenen Jahren hunderte Filialen modernisiert und unrentable Standorte geschlossen, um die Flächenproduktivität anzuheben. Parallel wurden verstärkt Eigenmarken mit besseren Margen im Modegeschäft und Premium-Lebensmittelangebote ausgebaut, wodurch der durchschnittliche Warenkorbwert zunahm. Diese strategische Neuausrichtung ist ein wesentlicher Grund dafür, dass der Gewinnanstieg deutlich stärker ausfiel als das Umsatzwachstum.

Lebensmittel als Wachstumsmotor

Ein Blick in die Segmentzahlen zeigt, dass der Lebensmittelbereich für Marks & Spencer zum wichtigsten Wachstumsmotor geworden ist. Das Food-Segment erzielte im Geschäftsjahr 2023/2024 einen Umsatz im Bereich von mehr als 8 Milliarden Pfund und legte damit prozentual klar stärker zu als der Konzern insgesamt. Im Vorjahreszeitraum hatten die Lebensmittelerlöse noch auf einem niedrigeren Niveau gelegen, sodass sich über zwei Geschäftsjahre hinweg ein kumulierter Anstieg im deutlich zweistelligen Prozentbereich ergibt. Insbesondere das Premium- und Convenience-Angebot für den täglichen Bedarf sorgt für stabile Nachfrage, während viele Wettbewerber stärker unter dem Preisdruck im britischen Lebensmitteleinzelhandel leiden.

Wichtig ist zudem die Rolle der Partnerschaft mit einem großen Online-Supermarktpartner, über den Marks-&-Spencer-Produkte im Internet vertrieben werden. Dieser Kooperationskanal hat dazu beigetragen, dass der Online-Anteil am Lebensmittelumsatz stieg und neue Kundengruppen erreicht werden konnten. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 berichtet das Unternehmen eine deutliche Ausweitung des Online- und Liefergeschäfts, was nicht nur die Reichweite erhöht, sondern langfristig auch Skaleneffekte in Logistik und Beschaffung ermöglicht. Für die Marge bedeutet dies, dass jeder zusätzliche Online-Warenkorb nach Erreichen bestimmter Volumina überproportional zum Gewinn beitragen kann.

Modegeschäft stabilisiert sich

Neben dem Lebensmittelsegment hat sich auch das Mode- und Haushaltswarengeschäft von Marks & Spencer erholt. Der Bereich Clothing & Home erzielte im Geschäftsjahr 2023/2024 einen Umsatz von rund 5 Milliarden Pfund, nachdem zuvor Werte im oberen 4-Milliarden-Pfund-Bereich verzeichnet worden waren, was einem prozentualen Anstieg im niedrigen zweistelligen Bereich entspricht. Entscheidender als das reine Wachstum ist hier die verbesserte Profitabilität: Durch mehr Eigenmarkenanteil, weniger Rabattaktionen und eine klarere Positionierung im mittleren Preissegment gelang es, die Bruttomarge im Modebereich sichtbar anzuheben.

Das Modegeschäft profitierte zusätzlich von einer konsequenten Bestandssteuerung. Weniger Überhänge und gezieltere Sortimentsentscheidungen reduzierten die Notwendigkeit von Abverkäufen am Saisonende. In Kombination mit einer höheren Online-Quote sorgte dies dafür, dass der Beitrag des Segments zum bereinigten Vorsteuergewinn deutlich größer ausfiel als noch 2022/2023. Für die mittel- bis langfristige Perspektive ist aus Anlegersicht die Frage entscheidend, ob diese Margenverbesserung nachhaltig ist oder in einem schwächeren Konsumumfeld an Schub verlieren könnte.

Online- und Omnichannel-Strategie

Die Digitalisierung des Geschäftsmodells bleibt ein zentrales Thema bei Marks & Spencer. Der Konzern berichtet für das Geschäftsjahr 2023/2024 von einem klar höheren Online-Umsatz sowohl im Mode- als auch im Lebensmittelgeschäft. Der Online-Anteil des Mode- und Haushaltswarengeschäfts bewegt sich dabei im Bereich eines signifikanten zweistelligen Prozentsatzes des Segmentumsatzes, gegenüber einem spürbar niedrigeren Anteil in den Jahren unmittelbar nach der Pandemie. Damit nähert sich das Unternehmen stärker dem Niveau anderer großer britischer Einzelhändler an, die frühzeitig auf E-Commerce gesetzt haben.

In der Praxis bedeutet dies, dass Kunden verstärkt zwischen stationärem Handel und Online-Kanälen wechseln. Click-and-Collect-Angebote, die Möglichkeit zur Online-Bestellung mit Abholung in der Filiale sowie ein erweitertes Liefernetzwerk tragen dazu bei, den Omnichannel-Kundenwert zu steigern. Für die Marks-&-Spencer-Aktie ist dieser strategische Ansatz insofern relevant, als Investoren zunehmend auf skalierbare, digital gestützte Vertriebsmodelle achten. Je höher der Anteil wiederkehrender Online-Kunden und je besser die Integration von Datenanalytik in Sortiments- und Preisentscheidungen gelingt, desto robuster können Erträge und Cashflows ausfallen.

Dividende und Finanzprofil

Auch die Dividendenpolitik ist ein Baustein der Kapitalmarktstory von Marks & Spencer. Nach einer Phase mit reduzierter oder ausgesetzter Dividende hatte das Unternehmen die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2023/2024 wieder auf ein attraktiveres Niveau angehoben. Für dieses Geschäftsjahr zahlte der Konzern eine Gesamtdividende je Aktie im niedrig einstelligen Pence-Bereich, nachdem im Vorjahr insgesamt ein geringerer Betrag je Anteilsschein ausgeschüttet worden war. Dieser Schritt signalisiert ein gestärktes Vertrauen des Managements in die Nachhaltigkeit der Ertragslage.

Parallel dazu wurde am Schuldenprofil gearbeitet. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren Nettofinanzverbindlichkeiten abgebaut, unter anderem durch operative Cashflows und Immobilienveräußerungen. Ein geringerer Verschuldungsgrad reduziert die Zinslast und verbessert die Flexibilität für Investitionen in Filialmodernisierung, Logistik und IT. Für Anleger ist damit nicht nur die aktuelle Dividendenhöhe, sondern auch die Fähigkeit des Unternehmens relevant, in einem anspruchsvollen Konsumumfeld weiterhin Mittel für Dividenden und Investitionen zu erwirtschaften.

Produktbeispiel: Marks-&-Spencer-Food-Sortiment

Ein prägnantes Beispiel für die strategische Ausrichtung von Marks & Spencer ist das Premium-Lebensmittelsortiment unter der eigenen Marke Marks & Spencer Food. Die Marke steht im Heimatmarkt für hochwertige Convenience-Produkte, Frischeartikel und saisonale Spezialitäten, die sich an Kunden mit mittlerem bis höherem Einkommen richten. Ein großer Teil des Wachstums im Food-Segment stammt aus diesen Eigenmarken, deren Margen typischerweise über denen vergleichbarer Fremdprodukte liegen. Darüber hinaus kann der Konzern durch die Kontrolle über Rezeptur, Verpackung und Vertrieb schneller auf Trends wie gesunde Ernährung, pflanzenbasierte Produkte oder kleinere Portionsgrößen reagieren.

Marks-&-Spencer-Aktie im Marktvergleich

Im internationalen Vergleich wird die Marks-&-Spencer-Aktie häufig an der London Stock Exchange herangezogen, wenn es um etablierte Einzelhändler mit starker Marke und laufender Transformation geht. Der Börsenwert des Unternehmens bewegt sich auf Basis der jüngsten Kurse im Milliardenbereich in Pfund-Sterling und spiegelt die neu gewonnene Zuversicht vieler Investoren wider. Nach schwächeren Jahren hatte der Kurs der Marks-&-Spencer-Aktie zwischenzeitlich im mehrjährigen Tiefbereich notiert, bevor er sich in den vergangenen Perioden deutlich von diesen Niveaus lösen konnte. Die Kombination aus Gewinnwachstum, verbesserter Bilanzstruktur und Dividendenperspektive bildet dabei die Grundlage für die aktuelle Bewertung.

Für langfristig orientierte Anleger steht nun im Vordergrund, ob der Konzern seine Transformationsagenda konsequent weiter umsetzt und die Margen im Lebensmittel- und Modegeschäft stabil halten oder weiter verbessern kann. Entscheidend werden dabei neben der Entwicklung der Reallöhne und der Konsumneigung im Vereinigten Königreich auch die Fähigkeit zur Differenzierung gegenüber Discountern und Online-Spezialisten sein. Die Marks-&-Spencer-Aktie bleibt damit ein Beispiel dafür, wie ein traditionsreicher Handelskonzern mit Fokus auf Eigenmarken, Omnichannel-Vertrieb und Premiumpositionierung versucht, im intensiven Wettbewerb des Einzelhandels profitabel zu wachsen.

Marks & Spencer im Überblick

  • Unternehmen: Marks and Spencer Group plc
  • ISIN: GB0031215220
  • Ticker: MKS
  • Handelsplatz: London Stock Exchange
  • Sektor / Branche: Einzelhandel, Lebensmittel und Bekleidung
  • Indexzugehörigkeit: FTSE 100
  • Nächstes Earnings-Datum: nicht offiziell terminiert

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