Die Lonza-Group-Aktie reagiert verhalten auf schwächere Jahreszahlen und vorsichtige Prognose
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 18:06 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Lonza-Group-Aktie (ISIN CH0013841017) bleibt nach den jüngsten Geschäftszahlen und Ausblicken im Umfeld des Schweizer Leitindex SMI im Gespräch, nachdem der Wirkstoffspezialist für das Geschäftsjahr 2024 ein verlangsamtes Wachstum und eine spürbar rückläufige Profitabilität ausgewiesen hat und zugleich eine vorsichtige Prognose für 2025 formulierte.
Geschäftsjahr 2024: Wachstum, aber Druck auf die Marge
Laut den veröffentlichten Zahlen zum Geschäftsjahr 2024 erzielte Lonza einen Konzernumsatz von rund 6,7 Milliarden Schweizer Franken, nach etwa 6,2 Milliarden Franken im Jahr 2023, was einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich entspricht.
Das bereinigte EBITDA lag 2024 bei rund 1,7 Milliarden Franken gegenüber ungefähr 1,9 Milliarden Franken im Vorjahr, womit die Ergebnisgröße trotz höheren Umsatzes spürbar zurückging und die EBITDA-Marge von knapp 31 Prozent auf etwa 25 Prozent sank.
Unter dem Strich erreichte der bereinigte Nettogewinn 2024 rund 950 Millionen Franken nach etwa 1,1 Milliarden Franken im Jahr 2023, sodass auch auf Ergebnisebene ein Rückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen war.
Ausblick 2025: Moderates Wachstum und Investitionsfokus
Für das Jahr 2025 stellt Lonza ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht und peilt eine EBITDA-Marge in einer Spanne im mittleren bis oberen Zwanziger-Prozentbereich an, was nach dem deutlichen Rückgang 2024 wieder eine leichte Verbesserung der Profitabilität signalisieren würde.
Gleichzeitig plant der Konzern, die hohen Investitionen in neue Kapazitäten, etwa für biopharmazeutische Produktionsanlagen und die Entwicklung von Zell- und Gentherapien, fortzuführen, was sich kurzfristig dämpfend auf den freien Cashflow auswirkt, langfristig aber zusätzliche Wachstumspotenziale eröffnen soll.
Für Anleger ist dabei insbesondere relevant, ob Lonza die angekündigte Normalisierung der Auslastung in wichtigen Kundenprojekten im Laufe von 2025 und 2026 tatsächlich erreichen kann und damit die Margen wieder in Richtung der Niveaus aus den Jahren vor 2023 zurückführen wird.
Segmententwicklung: Pharma & Biotech als Ertragsanker
Im Kerngeschäftsbereich Pharma & Biotech erzielte Lonza im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von rund 4,9 Milliarden Franken, nach etwa 4,5 Milliarden Franken im Jahr 2023, was ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und damit eine höhere Dynamik als auf Konzernebene zeigt.
Gleichzeitig lag die Segmentmarge hier im niedrigen 30-Prozent-Bereich und damit weiterhin deutlich über dem Konzernschnitt, auch wenn sie gegenüber den Rekordwerten aus früheren Jahren um mehrere Prozentpunkte zurückging.
In den übrigen Bereichen, die etwa klassische Chemie, kundenspezifische Inhaltsstoffe und kleinere Serviceaktivitäten umfassen, stagnierte der Umsatz 2024 weitgehend, während die Profitabilität aufgrund höherer Energiekosten und Preisdrucks eher unterdurchschnittlich ausfiel.
Dividende und Kapitalstruktur
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 schlägt der Verwaltungsrat eine Dividende von 3,50 Franken je Aktie vor, nach 3,00 Franken je Aktie für das Geschäftsjahr 2023, was einem Dividendenwachstum von rund 17 Prozent entspricht.
Auf Basis des aktuellen Kursniveaus bewegt sich die Dividendenrendite damit im Bereich von knapp 1,5 bis 2 Prozent und bleibt damit klar unter den Werten klassischer Hochdividendenwerte, spiegelt aber die anhaltend eher wachstumsorientierte Ausrichtung des Konzerns wider.
Die Nettofinanzverschuldung blieb 2024 gemessen am EBITDA moderat, sodass Lonza trotz der ambitionierten Investitionsprogramme und Ausschüttungen weiterhin über eine solide Bilanzstruktur verfügt.
Produktbezug: Auftragsfertigung für Biopharmazeutika
Ein zentrales Standbein von Lonza ist die Auftragsfertigung biopharmazeutischer Wirkstoffe und Therapien für Pharma- und Biotechunternehmen, darunter monoklonale Antikörper, komplexe Biologika und neuere Zell- und Gentherapien, mit denen der Konzern seine Rolle als spezialisierter Fertigungs- und Entwicklungspartner ausbaut.
Kurs und Bewertung der Lonza-Group-Aktie
Die Lonza-Group-Aktie notiert aktuell im Bereich von rund 480 bis 500 Franken und damit spürbar unter früheren Höchstständen, nachdem der Titel in den vergangenen Jahren phasenweise deutlich über 600 Franken gehandelt wurde, was die eingepreisten Wachstumsfantasien und die anschließende Neubewertung widerspiegelt.
Auf Basis des für 2024 ausgewiesenen bereinigten Nettogewinns entspricht dies einem Kurs-Gewinn-Verhältnis im mittleren bis oberen Zwanziger-Bereich, während das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA ebenfalls ambitioniert bleibt und zeigt, dass der Markt Lonza weiterhin als strukturellen Profiteur des globalen Biopharma-Wachstums einpreist.
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