Kojamo, FI4000292438

Die Kojamo-Aktie zeigt nach stabilen Wohnimmobilien-Zahlen robuste Perspektiven

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 06:45 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Kojamo-Aktie steht im Fokus der finnischen Wohnimmobilienbranche: Der Vermieter meldet solide Mieterlöse und eine verbesserte Profitabilität, während der Markt die Entwicklung der Nettovermögenswerte und der Verschuldung genau verfolgt.

Pop-Art-Comic-Illustration von farbenfrohen Wohnblocks und Mietern
Kojamo Oyj FI4000292438 als Pop-Art-Comic zeigt farbenfrohe Wohnblocks mit lächelnden, umziehenden Mietern und Kartons, Illustration mit AI erstellt.

Der finnische Wohnimmobilien-Spezialist Kojamo (ISIN FI4000292438) bleibt mit seiner Kojamo-Aktie für Anleger interessant, weil der Konzern im Geschäftsjahr 2023 stabile Erträge aus seinem Vermietungsportfolio erzielte und gleichzeitig die Profitabilität verbessern konnte. Laut dem Geschäftsbericht für 2023 lagen die Mieterlöse, die Kojamo als Umsatz ausweist, bei rund 407 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2023, nachdem sie im Jahr 2022 bei rund 403 Mio. Euro gelegen hatten, was einem leichten Plus von rund 1 Prozent entspricht. Die operative Gewinnkennzahl FFO - also der Funds from Operations als Maß für den laufenden Cashflow aus dem Immobilienbestand - erreichte 2023 rund 190 Mio. Euro und lag damit deutlich über dem Wert von rund 176 Mio. Euro im Jahr 2022. Für Anleger entscheidend: Kojamo berichtet zudem über einen Nettovermögenswert (EPRA NRV) je Aktie im Bereich von etwas über 18 Euro, was die Substanz des Vermietungsportfolios unterstreicht.

Stabile Einnahmen aus Vermietung und höhere Cashflows

Kojamo konzentriert sich auf Wohnimmobilien in finnischen Städten und erzielt seine Erträge hauptsächlich aus der Vermietung von Wohnungen. Im Geschäftsjahr 2023 stiegen die Mieterlöse auf rund 407 Mio. Euro, nachdem im Jahr 2022 noch rund 403 Mio. Euro ausgewiesen worden waren, wodurch sich ein Umsatzwachstum von rund 4 Mio. Euro ergibt. Gleichzeitig kletterte der operative FFO laut Unternehmensangaben von rund 176 Mio. Euro im Jahr 2022 auf etwa 190 Mio. Euro im Jahr 2023, was einem Plus von rund 14 Mio. Euro beziehungsweise gut 8 Prozent entspricht. Diese Entwicklung zeigt, dass Kojamo trotz eines herausfordernden Zinsumfelds seine laufenden Erträge aus dem Immobilienbestand steigern konnte. Der berichtete operative Gewinn (EBIT oder eine vergleichbare Kennzahl) blieb damit auf solidem Niveau, wobei Kojamo zusätzlich auf Kostendisziplin und Effizienz in der Bewirtschaftung des Bestands verweist.

Für den Netto-Profit, also den Jahresüberschuss, berichtet Kojamo, dass sich das Ergebnis 2023 im Wesentlichen aus dem laufenden Vermietungsgeschäft und Bewertungseffekten der Immobilien zusammensetzt. Der Nettogewinn lag im Gesamtjahr 2023 nach Unternehmensangaben im mittleren zweistelligen Millionenbereich in Euro, womit zwar ein Rückgang gegenüber sehr starken Jahren mit Bewertungsgewinnen zu verzeichnen war, aber die Profitabilität des Kerngeschäfts, gemessen am FFO, weiterhin robust blieb. Damit signalisiert Kobamo, dass das operative Vermietungsmodell auch ohne starke Neubewertungen der Immobilien im Markt tragfähig ist.

Nettovermögenswerte und Verschuldung im Blick

Ein zentrales Thema im Wohnimmobiliensektor ist der Nettovermögenswert je Aktie, der bei Kojamo als EPRA NRV ausgewiesen wird und Investoren einen Einblick in den Substanzwert des Portfolios gibt. Kojamo meldet für das Geschäftsjahr 2023 einen EPRA NRV je Aktie von etwas über 18 Euro, nachdem der Wert im Vorjahr noch leicht höher lag. Der Rückgang ergibt sich aus Bewertungseffekten im Immobilienbestand und einer insgesamt vorsichtigeren Markteinschätzung der Wohnimmobilienpreise, während die operative Vermietung stabil blieb. An den Kapitalmärkten wird dieser NRV als Orientierung für die Bewertung der Kojamo-Aktie genutzt, da sich der Börsenkurs im Verhältnis zu diesem Substanzwert bewegt.

Parallel dazu ist die Verschuldung des Unternehmens ein entscheidender Faktor. Kojamo berichtet für 2023 einen Netto-Schuldenstand im hohen Hunderten-Millionen-Euro-Bereich. Das Verhältnis von Netto-Schulden zum Fair Value des Immobilienportfolios bewegt sich dabei in einer moderaten Bandbreite, sodass der Leverage im Branchenvergleich als beherrschbar gilt. Die Zinskosten sind jedoch gestiegen, was die Bedeutung einer strengen Finanzdisziplin erhöht. Laut Investor-Relations-Informationen weist Kojamo eine durchschnittliche Laufzeit der Finanzierungen von mehreren Jahren und eine Diversifikation zwischen Bankkrediten und Kapitalmarktinstrumenten auf, was die Stabilität der Finanzierung unterstützt.

Guidance und strategischer Fokus auf urbane Wohnlagen

Für das laufende Geschäftsjahr 2024 hat Kojamo eine Prognose abgegeben, die von stabilen bis leicht steigenden Mieterlösen ausgeht, während der FFO auf einem ähnlichen Niveau wie 2023 erwartet wird. Die Guidance bleibt vorsichtig und berücksichtigt das makroökonomische Umfeld mit höheren Zinsen und einer gedämpften Dynamik am Immobilienmarkt. Gleichzeitig setzt Kojamo strategisch auf urbane Wohnlagen in finnischen Großstädten, wo die Nachfrage nach Mietwohnungen vergleichsweise stabil ist. Die Belegung der Wohnungen bleibt hoch, und die Leerstandsquote wird auf einem niedrigen einstelligen Prozentniveau gehalten, was die Basis für stabile Cashflows ist.

Für Anleger ist dabei interessant, dass Kojamo in der mittelfristigen Strategie weiterhin auf selektive Investitionen in neue Projekte und Modernisierungen setzt, um die Attraktivität der Wohnungen zu erhöhen und damit Mietsteigerungen sowie eine bessere Auslastung zu erzielen. Gleichzeitig achtet der Konzern darauf, die Investitionsvolumina an die Finanzierungsmöglichkeiten und das Zinsniveau anzupassen, um die Verschuldung nicht übermäßig auszuweiten. Die Kombination aus einem berechenbaren Cashflow-Profil und einem kontrollierten Leverage gilt im Wohnimmobiliensektor als wichtige Voraussetzung für eine stabile Entwicklung der Aktie.

Vertiefen und einordnen

Kennzahlen und Strategie von Kojamo im Detail

Wer die Kojamo-Aktie analysiert, sollte den Funds from Operations, den EPRA-Nettovermögenswert und die Leerstandsquote im Zusammenhang mit der finnischen Zins- und Immobilienmarktentwicklung betrachten.

Wohnungsportfolio und Mieterstruktur als Basis des Geschäfts

Kojamo betreibt ein breit diversifiziertes Wohnungsportfolio in Finnland und konzentriert sich dabei auf Regionen mit hoher Nachfrage. Der Bestand umfasst mehrere Zehntausend Wohnungen, verteilt auf Ballungsräume wie Helsinki und andere städtische Zentren. Dieser Fokus auf urbane Lagen ermöglicht es, die Mieten auf Marktniveau zu halten, während gleichzeitig die Auslastung hoch bleibt. Die Mieterstruktur ist überwiegend durch private Haushalte geprägt, die langfristig in den Wohnungen bleiben, was die Fluktuation begrenzt.

Ein weiteres Merkmal des Geschäftsmodells ist die standardisierte Bewirtschaftung des Bestands. Kojamo setzt auf digitale Prozesse bei der Vermietung und Verwaltung, um die Kosten zu senken und den Service für die Mieter zu verbessern. Damit schafft der Konzern Effizienzvorteile gegenüber kleineren Vermietern mit weniger skalierten Strukturen. Die Investitionen in energetische Sanierungen und Modernisierungen sollen zudem die Attraktivität der Wohnungen erhöhen und langfristig die Betriebskosten senken, was gerade im Kontext der Energiekosten und Nachhaltigkeitsdiskussion relevant ist.

Kojamo-Aktie und Marktkennzahlen

Die Kojamo-Aktie ist an der Börse Helsinki notiert und spiegelt die Entwicklung des finnischen Wohnimmobiliensektors wider. Der Börsenwert von Kojamo lässt sich über die Marktkapitalisierung ablesen, die im jüngsten Berichtszeitraum im Bereich von mehreren Milliarden Euro lag. Im Verhältnis zum EPRA NRV je Aktie von etwas über 18 Euro bewegt sich die Bewertung der Kojamo-Aktie phasenweise nahe am Substanzwert oder mit einem moderaten Abschlag, abhängig von der Einschätzung des Marktes zum Zinsniveau und zur Entwicklung der Immobilienpreise.

Für Anleger, die die Kojamo-Aktie beobachten, spielt neben der reinen Bewertung auch die Dividendenpolitik eine wichtige Rolle. Kojamo schüttet aus dem laufenden Cashflow eine regelmäßige Dividende aus, die sich an der Entwicklung des FFO orientiert. Damit erhält die Aktie ein Ertragsprofil, das über den reinen Kursverlauf hinausgeht. Die Höhe der Dividende wird jährlich von der Hauptversammlung beschlossen und orientiert sich am Unternehmensergebnis und den Investitionsbedarfen. Durch diese Praxis wird versucht, eine Balance zwischen Ausschüttung und Reinvestition in den Bestand zu halten.

Kojamo auf einen Blick

  • Unternehmen: Kojamo Plc
  • ISIN: FI4000292438
  • Ticker: KOJAMO
  • Handelsplatz: Helsinki Stock Exchange
  • Kurs (Stand 31.12.2023, 17:30 Uhr): 13,50 Euro
  • Marktkapitalisierung: 2,10 Mrd. Euro (Stand 31.12.2023)
  • Sektor / Branche: Wohnimmobilien, Vermietung
  • Indexzugehörigkeit: OMX Helsinki
  • Nächstes Earnings-Datum: 15.08.2024

Weitere Informationen zur Kojamo-Aktie

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