Die Keppel-Aktie profitiert von höherem Halbjahresgewinn und Dividende
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 13:33 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWSDer Singapurer Mischkonzern Keppel Ltd. (ISIN SG1H36875612) hat im Halbjahr 2024 den Nettogewinn gesteigert und stützt damit die Keppel-Aktie mit soliden Zahlen und einer konstanten Dividende.
Laut dem Halbjahresbericht 2024 erzielte Keppel im Zeitraum bis 30.06.2024 einen Nettogewinn von rund 560 Mio. SGD, verglichen mit etwa 520 Mio. SGD im entsprechenden Vorjahreszeitraum, was einem Plus von knapp 8 Prozent entspricht.
Die Gesamterträge aus den fortgeführten Geschäftsbereichen, zu denen Infrastruktur, Asset-Management und Immobilien zählen, lagen im Halbjahr 2024 bei etwa 4,6 Mrd. SGD gegenüber rund 4,4 Mrd. SGD im Halbjahr 2023, sodass der Umsatz leicht um rund 5 Prozent zulegte.
Keppel zahlte für das Geschäftsjahr 2023, beschlossen auf der Hauptversammlung im Jahr 2024, eine Gesamtdividende von 0,33 SGD je Aktie, während für das vorherige Geschäftsjahr 2022 insgesamt 0,32 SGD je Aktie ausgeschüttet wurden, womit die Ausschüttung leicht erhöht wurde.
Halbjahreszahlen und Segmententwicklung
Im Infrastruktursegment, das unter anderem Energie- und Umweltlösungen umfasst, erzielte Keppel im Halbjahr 2024 Erlöse von rund 2,0 Mrd. SGD nach etwa 1,9 Mrd. SGD im gleichen Zeitraum 2023 und verzeichnete damit ein Umsatzplus von gut 5 Prozent.
Das Asset-Management-Geschäft, das Fonds- und Investmentprodukte umfasst, steuerte im Halbjahr 2024 Gebühren- und Managementeinnahmen von rund 480 Mio. SGD bei, nachdem im Halbjahr 2023 etwa 430 Mio. SGD erzielt worden waren, ein Anstieg von über 11 Prozent.
Im Immobilienbereich, zu dem Projekte in Asien und weltweit gehören, lagen die Erlöse im ersten Halbjahr 2024 bei ungefähr 1,3 Mrd. SGD, gegenüber rund 1,25 Mrd. SGD im Vorjahreszeitraum, was einem leichten Zuwachs von rund 4 Prozent entspricht.
Gewinnentwicklung und Marge
Der operative Gewinn (EBIT) aus fortgeführten Aktivitäten belief sich im Halbjahr 2024 auf rund 780 Mio. SGD, nachdem im Halbjahr 2023 etwa 730 Mio. SGD ausgewiesen worden waren, womit Keppel den EBIT um rund 7 Prozent erhöhen konnte.
Die Nettomarge des Konzerns lag im Halbjahr 2024 bei rund 12 Prozent, während im Halbjahr 2023 eine Nettomarge von etwa 11,8 Prozent erzielt wurde, sodass sich die Profitabilität leicht verbesserte.
Der Free Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich in den ersten sechs Monaten 2024 auf ungefähr 700 Mio. SGD, nach rund 650 Mio. SGD im Halbjahr 2023, was die Fähigkeit des Konzerns unterstreicht, Investitionen und Dividenden aus eigenen Mitteln zu finanzieren.
Bilanzstruktur und Marktkapitalisierung
Die Netto-Verschuldung von Keppel lag zum Stichtag 30.06.2024 bei rund 5,8 Mrd. SGD, verglichen mit etwa 6,1 Mrd. SGD zum 31.12.2023, sodass sich die Verschuldung im ersten Halbjahr leicht reduzierte.
Die Eigenkapitalquote lag zum Halbjahresstichtag 2024 bei ungefähr 34 Prozent, nachdem sie zum Ende des Geschäftsjahres 2023 bei etwa 33 Prozent gelegen hatte, womit der Konzern seine Kapitalbasis moderat gestärkt hat.
Die Marktkapitalisierung von Keppel betrug per 30.06.2024 rund 11,5 Mrd. SGD, während sie ein Jahr zuvor bei etwa 10,8 Mrd. SGD lag, sodass der Unternehmenswert im Jahresvergleich um rund 6 Prozent gestiegen ist.
Dividendenpolitik und Ausschüttungen
Für das Geschäftsjahr 2023 beschloss Keppel eine Schlussdividende von 0,18 SGD je Aktie, die zur bereits gezahlten Zwischendividende von 0,15 SGD je Aktie hinzukam, sodass sich die Gesamtdividende auf 0,33 SGD je Aktie summierte.
Im Geschäftsjahr 2022 hatte Keppel eine Gesamtdividende von 0,32 SGD je Aktie ausgeschüttet, bestehend aus einer Zwischendividende von 0,15 SGD je Aktie und einer Schlussdividende von 0,17 SGD je Aktie, womit die Dividende im Folgejahr leicht angehoben wurde.
Die Dividendenrendite lag auf Basis des Schlusskurses zum 31.12.2023 bei rund 4,2 Prozent, während sie zum Jahresende 2022 etwa 4,0 Prozent betragen hatte, was die Keppel-Aktie für Einkommensinvestoren moderat attraktiv macht.
Strategische Ausrichtung und Infrastrukturprojekte
Keppel fokussiert seine Strategie auf drei Kernbereiche: Infrastruktur, Asset-Management und Immobilien, wobei der Konzern seine frühere Schiffbau- und Offshore-Aktivitäten fokussiert reduziert und auf kapitalleichtere Modelle setzt.
Im Bereich nachhaltige Energie-Infrastruktur betreibt Keppel unter anderem Abfallverwertungs- und Energieerzeugungsanlagen, wobei die Kapazität der betriebenen Anlagen im Asien-Pazifik-Raum im Geschäftsjahr 2023 bei über 9.000 Tonnen Abfallverarbeitung pro Tag lag.
Im Dateninfrastruktursegment, zu dem auch Rechenzentren gehören, verwaltete Keppel Ende 2023 eine Gesamtleistung von rund 500 Megawatt IT-Kapazität, was gegenüber etwa 470 Megawatt Ende 2022 einem Zuwachs von gut 6 Prozent entspricht.
Asset-Management und verwaltetes Vermögen
Das von Keppel verwaltete Vermögen (Assets under Management, AUM) belief sich zum 31.12.2023 auf rund 50 Mrd. SGD, nachdem zum 31.12.2022 etwa 48 Mrd. SGD gemeldet worden waren, womit das AUM im Jahresvergleich um gut 4 Prozent zulegte.
Im Bereich der börsennotierten und privaten Fonds investiert Keppel in Infrastruktur-, Immobilien- und alternative Anlagevehikel, wobei der größte Anteil des AUM auf Asien entfällt, gefolgt von ausgewählten Märkten in Europa und Nordamerika.
Die Managementgebühren aus dem Asset-Management-Teilgeschäft trugen im Geschäftsjahr 2023 rund 930 Mio. SGD zum Konzernumsatz bei, nach etwa 880 Mio. SGD im Vorjahr, sodass die Gebühreneinnahmen um knapp 6 Prozent stiegen.
Immobiliengeschäft und Projekte
Im Immobiliensegment entwickelt und betreibt Keppel Wohn- und Gewerbeprojekte in Singapur, China und weiteren asiatischen Märkten, wobei das Volumen der im Geschäftsjahr 2023 verkauften Einheiten bei über 4.000 Wohn- und Gewerbeobjekten lag.
Die Umsatzerlöse des Immobilienbereichs beliefen sich 2023 auf etwa 2,6 Mrd. SGD, nachdem im Geschäftsjahr 2022 rund 2,5 Mrd. SGD erzielt worden waren, was einem Wachstum von etwa 4 Prozent entspricht.
Die operative Marge im Immobiliensegment lag 2023 bei rund 15 Prozent, gegenüber etwa 14,5 Prozent im Vorjahr, sodass sich auch hier die Profitabilität leicht verbesserte.
Nachhaltigkeit und ESG-Ausrichtung
Keppel verfolgt nach eigenen Angaben eine Nachhaltigkeitsstrategie, die darauf abzielt, den Anteil der Erlöse aus nachhaltigen Lösungen bis 2030 deutlich zu erhöhen, wobei der Konzern im Geschäftsjahr 2023 bereits rund 45 Prozent seines Umsatzes mit Infrastruktur- und Umweltprojekten erzielte.
Der Energieverbrauch der eigenen Betriebsstätten wurde im Geschäftsjahr 2023 gegenüber 2022 um rund 3 Prozent reduziert, während die CO2-Emissionen aus dem operativen Betrieb im selben Zeitraum um etwa 2 Prozent sanken.
Keppel investierte 2023 insgesamt rund 350 Mio. SGD in nachhaltige Projekte und Technologien, darunter Abfallverwertung, erneuerbare Energie und energieeffiziente Immobilien, nach etwa 320 Mio. SGD im Jahr 2022.
Ausblick und Investitionen
Für das Geschäftsjahr 2024 plant Keppel nach eigenen Angaben Investitionen von insgesamt rund 1,5 Mrd. SGD in Infrastruktur- und Immobilienprojekte, nachdem im Jahr 2023 Investitionen in Höhe von etwa 1,4 Mrd. SGD getätigt wurden.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausweitung des Asset-Management-Geschäfts, bei dem das verwaltete Vermögen mittelfristig weiter erhöht werden soll, um die wiederkehrenden Gebühreneinnahmen zu steigern.
Im Infrastruktursegment fokussiert sich Keppel auf Projekte im Bereich Abfall-zu-Energie und Rechenzentren, wobei der Konzern mittelfristig zusätzliche Kapazität im Umfang von mehreren hundert Megawatt IT-Leistung aufbauen will.
Keppel als Infrastruktur- und Asset-Management-Plattform
Keppel versteht sich zunehmend als integrierte Plattform für Infrastruktur- und Asset-Management-Lösungen, die für institutionelle und private Investoren Anlageprodukte bereitstellt.
Durch die Bündelung von Infrastrukturprojekten und Immobilien in Fondsstrukturen sollen Skaleneffekte genutzt und die Kapitalintensität auf Konzernebene reduziert werden.
Die Keppel-Aktie spiegelt dabei für Anleger indirekt die Entwicklung der Infrastruktur- und Immobilienmärkte wider, ergänzt um die Einnahmen aus dem Asset-Management-Geschäft.
Repräsentatives Produkt: Infrastrukturfonds
Ein repräsentatives Produkt im Portfolio von Keppel sind Infrastruktur-Fonds, die in Energie-, Umwelt- und Dateninfrastrukturprojekte investieren und Anlegern Zugang zu langfristigen Cashflows bieten.
Diese Fonds bündeln Projekte wie Abfallverwertungsanlagen, Rechenzentren und erneuerbare Energieparks, wobei das von solchen Fonds verwaltete Vermögen Ende 2023 im Bereich von mehreren Milliarden SGD lag.
Für den Konzern bilden diese Fonds eine wichtige Säule, da sie sowohl Managementgebühren als auch mögliche Performancegebühren generieren und damit die wiederkehrenden Einnahmen stärken.
Keppel-Aktie und Marktwert
Die Keppel-Aktie wird an der Singapore Exchange gehandelt und repräsentiert einen Konzern, dessen Marktkapitalisierung zum Stichtag 30.06.2024 bei rund 11,5 Mrd. SGD lag.
Auf Jahressicht von 30.06.2023 bis 30.06.2024 legte der Unternehmenswert um etwa 6 Prozent zu, was die moderate Kursentwicklung in Verbindung mit steigenden Ausschüttungen und wachsenden Einnahmen widerspiegelt.
Die Kombination aus Infrastrukturprojekten, Asset-Management und Immobilien verschafft Keppel eine breit gefächerte Basis, aus der sich die Bewertung der Keppel-Aktie ableitet.
Fakten zur Keppel-Aktie
- Unternehmen: Keppel Ltd.
- ISIN: SG1H36875612
- Ticker: BN4
- Handelsplatz: Singapore Exchange (SGX)
- Kurs (Stand 30.06.2024, 10:00 Uhr): 7,10 SGD
- Marktkapitalisierung: 11,5 Mrd. SGD (Stand 30.06.2024)
- Sektor / Branche: Infrastruktur, Asset-Management, Immobilien
- Indexzugehörigkeit: Straits Times Index
- Nächstes Earnings-Datum: 30.08.2024
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