Aktien Frankfurt: Dax trotzt Entwicklung im Nahen Osten
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 14:26 Uhr, dpa.deNach einem schwachen Handelsstart berappelte sich der deutsche Leitindex und gewann am frühen Nachmittag 0,18 Prozent auf 25.112 Punkte. Damit notierte er knapp über der für den kurzfristigen Trend wichtigen 21-Tage-Linie.
"Schnäppchenjäger haben den Dax zurück über die Marke von 25.000 Punkten gekauft", kommentierte Andreas Lipkow, Marktanalyst bei CMC Markets. "Die Käufer blenden die potenziellen Folgen der jüngsten Eskalation im Nahen Osten vorerst aus."
Der MDax DE0008467416, der die mittelgroßen deutschen Börsenunternehmen enthält, stieg zuletzt um 0,28 Prozent auf 32.010 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 trat indes auf der Stelle.
Dagegen litten an den überwiegend schwachen asiatischen Märkten vor allem die gut gelaufenen technologielastigen Indizes wie der südkoreanische Kospi KRD020020008 und der japanische Nikkei 225 JP9010C00002 XC0009692440 unter heftigen Kursverlusten. In New York zeichnet sich ein schwacher Start der Tech-Börse Nasdaq ab.
Das US-Militär attackierte in der Nacht auf Montag den Iran erneut, nachdem es das Land bereits am Wochenende angegriffen hatten. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu erschweren, hieß es. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten. Nachdem das US-Militär seine Attacken für beendet erklärt hatte, berichtete zuletzt die iranische Nachrichtenagentur Insa über neue Angriffe im Südwesten des Landes.
Am deutschen Aktienmarkt gerieten mit der asiatischen Tech-Schwäche vor allem Halbleitertitel unter Druck: Im Dax büßte Schlusslicht Infineon DE0006231004 2,5 Prozent ein und im MDax Elmos DE0005677108 1,2 Prozent. Damit gehen die Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien erst einmal weiter.
Dagegen schaffte der Internetdienstleister Ionos DE000A3E00M1 ein Kursplus von 6,2 Prozent. Die Aktien bestätigten das schon bekannte Muster, dass Werte mit latenten KI-Verdrängungssorgen oft tendenziell von einer Schwäche von Chipwerten und anderen KI-Boomern profitieren. Hinzu kam eine Kaufeinstufung durch die Bank of America. Ionos sei ein One-Shop-Stop der europäischen Digitalisierung für kleine und mittelständische Unternehmen, schrieben die Analysten.
Unter Druck standen angesichts der Nachrichten aus Nahost Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche CH0019112744: Die Fluggesellschaft Lufthansa DE0008232125 und der Reisekonzern Tui DE000TUAG505 belegten mit Kursabschlägen von 2,7 und 1,2 Prozent hintere Plätze.
Dagegen stemmte sich Fraport DE0005773303 mit plus 2,3 Prozent gegen den Sektortrend. Der Flughafenbetreiber legte zwar schwache Verkehrsdaten für den Juni vor und senkte seine Jahresprognose für das Passagieraufkommen. Die US-Bank JPMorgan betonte indes die Bestätigung der übrigen Ziele. Zudem stufte die französische Bank Exane BNP Paribas die Aktien hoch.
Die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh DE000A161408 sackten im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 auf ein Rekordtief ab - zuletzt verloren sie 2,5 Prozent. Analyst Sven Sauer von Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel und stufte die Papiere auf "Reduce" ab. Er begründete dies mit erneut gesenkten Erwartungen bis 2028, aber vor allem mit seinem nun geringeren Vertrauen in das Timing einer Umsatz-Trendwende./gl/mis
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
