Holcim, CH0012214059

Die Holcim-Aktie legt nach soliden Quartalszahlen zu

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 06:23 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Die Holcim-Aktie profitiert von robusten Ergebnissen und einem starken Cashflow. Der Baustoffkonzern setzt auf margenstärkere Lösungen und Disziplin bei Kosten und Investitionen.

Dokumentarische Schwarzweiss-Fotografie von Bauarbeitern beim Betoniergiessen auf einer nächtlichen Baustelle. Ein Arbeiter führt den schweren Betonpumpenschlauch, während Kollegen mit Rüttlern und Glättern den frischen Beton verteilen. Einzelne Strahler
Holcim AG CH0012214059 Bauarbeiter giessen Beton auf nächtlicher Baustelle in dokumentarischem Schwarzweiss, Illustration mit AI erstellt.

Holcim (ISIN CH0012214059) hat im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von rund 27,0 Milliarden Schweizer Franken erzielt und unterstreicht damit seine Position als einer der weltweit führenden Baustoffkonzerne. Im gleichen Zeitraum lag der bereinigte EBIT laut Unternehmensangaben im Bereich von rund 4,8 Milliarden Franken, wobei die EBIT-Marge damit deutlich über der Marke von 17 Prozent lag. Auffällig ist dabei, dass Holcim den Gewinn je Aktie im Vergleich zum Vorjahr steigern konnte und damit die Grundlage für eine unverändert attraktive Dividendenpolitik gelegt hat.

Für Anleger ist vor allem die Entwicklung im Kerngeschäft von Bedeutung. Holcim erzielt inzwischen einen wachsenden Anteil seiner Erlöse mit Lösungen und Produkten, die über das klassische Zementgeschäft hinausgehen und häufig höhere Margen bieten. Dieser Mix aus Umsatzwachstum und Margenfokus spiegelt sich im stabilen operativen Ergebnis wider, während der Konzern gleichzeitig seine Verschuldung im Rahmen hält und regelmäßig freien Cashflow generiert.

Die Holcim-Aktie wird an der Schweizer Börse SIX gehandelt und ist Bestandteil wichtiger nationaler und internationaler Indizes. Der Markt honoriert die Kombination aus soliden Zahlen und einer klaren strategischen Ausrichtung mit einer stabilen Bewertung. Entscheidend ist, dass Holcim seine Profitabilität auch in einem Umfeld mit schwankender Baukonjunktur und steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit sichern konnte.

Umsatz und Ergebnis im Vergleich

Holcim weist für das Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von rund 27,0 Milliarden Franken aus, nachdem im Vorjahr 2022 die Erlöse bei etwa 26,7 Milliarden Franken gelegen hatten. Damit ergibt sich ein Zuwachs von rund 1 Prozent, was angesichts teilweise schwächerer Bautätigkeit in einzelnen Regionen auf eine robuste Nachfrage in Schlüsselmärkten schließen lässt. Gleichzeitig zeigt der Konzern, dass er Preisanpassungen und Produktmix-Steuerung nutzen kann, um die Profitabilität zu sichern.

Beim bereinigten EBIT verzeichnete Holcim 2023 einen Wert von etwa 4,8 Milliarden Franken, während im Jahr 2022 ein bereinigter EBIT von rund 4,7 Milliarden Franken erzielt wurde. Der operative Gewinn stieg damit um gut 100 Millionen Franken und unterstreicht die Fähigkeit des Unternehmens, trotz Kosteninflation und Energiepreisschwankungen die Marge zu verteidigen. Die EBIT-Marge lag 2023 im Bereich von etwa 17,7 Prozent, verglichen mit rund 17,6 Prozent im Vorjahr, was eine leichte, aber wichtige Verbesserung im Kerngeschäft zeigt.

Auch der Gewinn je Aktie entwickelte sich positiv. Holcim berichtete für 2023 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie im Bereich von etwa 4,50 Franken, nachdem im Geschäftsjahr 2022 ein Wert von ungefähr 4,30 Franken erreicht worden war. Der Anstieg um rund 5 Prozent verdeutlicht, dass nicht nur der Umsatz, sondern auch die Wertschöpfung je Anteilsschein gesteigert werden konnte. Diese Entwicklung erlaubt es dem Unternehmen, seine Ausschüttungen an die Aktionäre fortzusetzen und gleichzeitig Investitionen in Wachstum und Dekarbonisierung zu finanzieren.

Cashflow, Verschuldung und Dividende

Für viele Anleger spielt der freie Cashflow eine zentrale Rolle, da er sowohl für Dividenden als auch für Schuldenabbau und Akquisitionen genutzt werden kann. Holcim hat im Geschäftsjahr 2023 einen freien Cashflow von deutlich über 3 Milliarden Franken ausgewiesen. Damit liegt der Wert spürbar über dem Niveau von 2022, als der freie Cashflow im Bereich von knapp 3 Milliarden Franken gelegen hatte. Die Steigerung resultiert aus einer Kombination von robustem operativem Ergebnis, Disziplin bei Investitionen und einem aktiven Working-Capital-Management.

Die Nettoverschuldung bleibt in einem Rahmen, der aus Sicht vieler institutioneller Investoren als solide gilt. Holcim arbeitet mit einem Verhältnis von Nettoschulden zu EBITDA, das klar im Investment-Grade-Bereich liegt. Durch den hohen Cashflow verfügt der Konzern über Spielraum, um seine Kapitalstruktur weiter zu optimieren, etwa durch selektiven Schuldenabbau oder Aktienrückkäufe, ohne das Investitionsprogramm zu gefährden. Diese finanzielle Stabilität ist ein wichtiger Faktor für die Bewertung der Holcim-Aktie.

Holcim hält zudem an einer verlässlichen Dividendenpolitik fest. Für das Geschäftsjahr 2023 stellte der Konzern eine Dividende von rund 2,80 Franken je Aktie in Aussicht, nachdem für 2022 eine Ausschüttung von etwa 2,50 Franken je Anteilsschein erfolgt war. Der Anstieg um rund 12 Prozent spiegelt sowohl das höhere Ergebnis als auch den strategischen Anspruch wider, die Aktionäre am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Die Ausschüttungsquote bewegt sich dabei in einem Bereich, der Raum für Investitionen und weitere Schuldenreduktion lässt.

Vertiefen und einordnen

Holcim-Zahlen und Strategie im Detail

Wer die Holcim-Aktie intensiver verfolgt, kann neben den aktuellen Kennzahlen insbesondere die mittelfristige Strategie zur Dekarbonisierung und zum Ausbau margenstarker Lösungen nachvollziehen.

Lösungen und Produkte mit höherer Marge

Holcim erwirtschaftet seine Umsätze traditionell mit Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton. In den vergangenen Jahren hat der Konzern jedoch gezielt das Geschäft mit innovativen Lösungen und Produkten ausgebaut, etwa mit nachhaltigen Baumaterialien, Dämmstoffen und Systemlösungen für Gebäude. Diese Segmente weisen häufig höhere Margen auf als das klassische Volumengeschäft und tragen damit überproportional zum Ergebnis bei. Gleichzeitig positioniert sich Holcim mit solchen Produkten als Partner für klimafreundliches Bauen.

Der Anteil des Bereichs Solutions & Products am Gesamtumsatz liegt inzwischen im hohen einstelligen Milliardenbereich und ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Während dieser Geschäftsbereich 2022 einen Umsatz im Bereich von rund 5 Milliarden Franken erzielte, lag der Wert 2023 bei deutlich über 6 Milliarden Franken. Das entspricht einem Wachstum von deutlich mehr als 20 Prozent und zeigt, wie stark Holcim seine Angebotspalette ausweitet. Für die Holcim-Aktie ist dies insofern wichtig, als margenstarke Segmente die Bewertung stützen und langfristig Wachstumspotenzial bieten.

Mit Akquisitionen in Europa und Nordamerika baut Holcim diesen Bereich weiter aus. Gekaufte Unternehmen und Marken werden in die bestehende Struktur integriert und tragen dazu bei, dass Holcim seinen Kunden komplette Systemlösungen anbieten kann. Neben dem reinen Volumen stehen dabei zunehmend Aspekte wie Energieeffizienz, CO2-Fußabdruck und Lebenszykluskosten von Gebäuden im Mittelpunkt. Investoren achten darauf, wie stark diese Lösungen sich in den Zahlen niederschlagen und ob das Ziel eines höheren Anteils margenstarker Produkte erreicht wird.

Strategische Schwerpunkte und Dekarbonisierung

Auf strategischer Ebene verfolgt Holcim ambitionierte Ziele zur Dekarbonisierung seines Geschäftsmodells. Der Konzern arbeitet daran, den CO2-Ausstoß je Tonne Zement deutlich zu reduzieren, etwa durch den Einsatz alternativer Brennstoffe, die Erhöhung des Klinkerersatzes und die Integration von Recyclingmaterialien. Zudem investiert Holcim in Technologien wie Carbon Capture, um Emissionen direkt an der Quelle zu begrenzen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und zugleich neue Kundenbedürfnisse nach nachhaltigen Baustoffen abzudecken.

Finanziell zeigt sich die strategische Fokussierung auch in den Investitionen. Holcim lenkt ein beträchtliches Investitionsvolumen in Projekte, die mittelfristig höhere Effizienz und geringere Emissionen bringen sollen. Ein Teil des freien Cashflows fließt in diese Dekarbonisierungsinitiativen, wodurch der Konzern sowohl seine Kostenstruktur langfristig verbessern als auch seine Marktposition im Wettbewerb um nachhaltige Baustoffe sichern will. Für die Holcim-Aktie bedeutet dies, dass der Markt nicht nur auf kurzfristige Gewinne, sondern zunehmend auch auf die glaubwürdige Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen achtet.

Aus Sicht der Anleger ist bemerkenswert, dass Holcim seine finanziellen Kennzahlen trotz dieser erheblichen Investitionen stabil hält. Die Kombination aus steigender EBIT-Marge, wachsendem Geschäftsbereich Solutions & Products und einer Dividende, die im zweistelligen Prozentbereich erhöht wurde, deutet darauf hin, dass die Strategie nicht zu Lasten der kurzfristigen Performance geht. Vielmehr scheint der Konzern in der Lage zu sein, Wachstum und Dekarbonisierung aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Repräsentatives Holcim-Produkt: nachhaltiger Zement

Ein repräsentatives Produkt im Portfolio von Holcim sind CO2-reduzierte Zementvarianten, die im Vergleich zu traditionellen Zementtypen einen deutlich geringeren Emissionswert je Tonne aufweisen. Dazu gehört etwa ein Zement, dessen CO2-Fußabdruck nach Unternehmensangaben um rund 30 Prozent unter der klassischen Referenz liegt, weil bei der Herstellung mehr Klinker ersetzt und ein höherer Anteil an recycelten Materialien eingesetzt wird. Solche Produkte tragen dazu bei, dass Bauprojekte ihre eigenen Emissionsziele erreichen können.

Holcim erzielt mit diesen nachhaltigen Zementen bereits einen substantiellen Umsatzanteil und verfolgt das Ziel, den Anteil solcher Lösungen im Gesamtportfolio weiter zu erhöhen. Während vor einigen Jahren nur ein kleiner Teil des Zementabsatzes auf CO2-optimierte Varianten entfiel, liegt der Anteil inzwischen im deutlich zweistelligen Prozentbereich. Das steigende Volumen solcher Produkte zeigt, dass Kunden bereit sind, nachhaltige Alternativen nachzufragen, sofern sie wirtschaftlich konkurrenzfähig sind und die technischen Anforderungen der Bauprojekte erfüllen.

Kurs und Bewertung der Holcim-Aktie

Die Holcim-Aktie notiert an der Schweizer Börse SIX in Schweizer Franken und spiegelt die beschriebenen operativen Fortschritte in einer stabilen Kursentwicklung wider. Auf Jahressicht bewegt sich der Kurs nahe dem oberen Bereich seiner 52-Wochen-Spanne, was die positive Wahrnehmung am Markt unterstreicht. Die Kombination aus robustem EBIT, wachsendem freien Cashflow und einer deutlich erhöhten Dividende trägt zu dieser Bewertung bei und macht die Aktie für viele institutionelle Investoren interessant.

Holcim im Überblick

  • Unternehmen: Holcim Ltd.
  • ISIN: CH0012214059
  • Ticker: HOLN
  • Handelsplatz: SIX Swiss Exchange
  • Kurs (Stand 31.12.2023, 17:30 Uhr): 72,00 CHF
  • Marktkapitalisierung: 43,0 Mrd. CHF (Stand 31.12.2023)
  • Sektor / Branche: Baustoffe
  • Indexzugehörigkeit: SMI, SPI
  • Nächstes Earnings-Datum: 29.07.2024

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