AKTIEN IM FOKUS: Rüstungswerte unter Druck - Vincorion im Plus, KNDS vor IPO
22.06.2026 - 13:53:12 | dpa.deDie Titel von Rheinmetall DE0007030009 büßten zwei Prozent ein und blieben damit im Chart in ihrem Abwärtskanal, der im Januar in Rekordnähe eingeleitet worden war. Im MDax DE0008467416 büßten die Aktien von Hensoldt DE000HAG0005 3,5 Prozent ein, während Renk DE000RENK730 und TKMS DE000TKMS001 bis zu 2,6 Prozent verloren.
Anleger hatten in den vergangenen Monaten schon die Lust an Rüstungswerten verloren und sich zuletzt nicht nur Sorgen um das Tempo beim Umschlag der hohen Auftragsbestände, sondern auch um das Produktangebot bei veränderten Kriegsschwerpunkten gemacht. Bei Rheinmetall sind daher die Kurshöhepunkte seit Januar stetig rückläufig. Neben den drei Autobauern und SAP DE0007164600 gehören die Papiere mit einem Kursrutsch um ein Viertel zu den bislang schwächsten Dax DE0008469008-Werten in diesem Jahr.
Der Analyst Yan Derocles von der Investmentbank Oddo BHF hob vor diesem Hintergrund bei Rheinmetall eine Einstiegschance hervor. Er attestierte dem Dax-Konzern "Wachstum zum Discountpreis" wegen eines Bewertungsabschlags gegenüber der europäischen Konkurrenz. Dies konnte den Kurs aber nur vorübergehend stützen. Die Sektor-Skepsis setzte sich durch angesichts vermeldeter Fortschritte in den Gesprächen über ein Kriegsende zwischen den USA und dem Iran.
Eine robuste Ausnahme im Sektor waren die Titel von Vincorion DE000VNC0014, die am Montag erstmals als SDax DE0009653386-Mitglied gehandelt wurden. Sie hoben sich im Zuge dessen mit einem Anstieg um fast ein Prozent positiv ab vom schwachen Branchenumfeld. Das Unternehmen ist erst seit März börsennotiert und hat seither eine durchwachsene Entwicklung hinter sich. Mit 18,20 Euro werden die Aktien aktuell immerhin sieben Prozent über ihrem Ausgabepreis von damals 17 Euro gehandelt.
Mit KNDS könnte bald ein großes Unternehmen der Branche an der Börse dazu kommen. Deutschland und Frankreich haben eine Vereinbarung zum Einstieg der Bundesregierung getroffen, wodurch beide Staaten künftig gleich stark an dem Panzerbauer beteiligt sein sollen. Damit könnte auch der Weg für einen Börsengang geebnet werden, hieß es. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dieser könnte dann am Dienstag angekündigt werden.
